Libeskind


Libeskind
Daniel Libeskind vor seiner Erweiterung des Denver Art Museum.

Daniel Libeskind (* 12. Mai 1946 in Łódź, Polen) ist ein US-amerikanischer international renommierter Architekt und Stadtplaner polnischer Herkunft. Er ist bekannt für seinen multidisziplinären Ansatz und einen neuen kritischen Diskurs in der Architektur. Zu seinen Hauptwerken gehören größere kulturelle Einrichtungen, wie das jüdische Museum in Berlin, das Felix-Nussbaum-Haus in Osnabrück, das Denver Art Museum, Imperial War Museum in Manchester, über Landschafts- und Stadtplanungen, bis Entwürfe von Ausstellungen, Bühnenbildern und Installationen. Im Sommer 2002 hat er in Berlin erstmals eine Oper inszeniert, „Saint Francois d’Assise“ an der Deutschen Oper. 2003 gewann Libeskind die Ausschreibung für den Neubau des World Trade Centers in New York.

Inhaltsverzeichnis

Biographie

Libeskind wird am 12. Mai 1946 in Łódź (Polen) geboren. 1957 emigrieren die Eltern nach Israel.

Libeskind siedelt mit seiner Familie 1960 in die USA über und nimmt 1965 die amerikanische Staatsbürgerschaft an. Er studiert Musik in Israel und in New York und ist als professioneller Musiker tätig. Später wechselt er von der Musik zur Architektur. 1970 schließt er das Studium an der Cooper Union for the Advancement of Science and Art in New York City ab. Libeskind promoviert 1972 in Architekturgeschichte und -theorie an der School of Comparative Studies in Essex. 1989 zieht er mit seiner Familie nach Berlin um, seit Anfang 2003 lebt er in New York.

Libeskind lehrte unter anderem an den Universitäten Yale, London, Zürich, St. Gallen, Graz, Karlsruhe und Lüneburg.

Architektursprache

Imperial War Museum North in Manchester, Großbritannien.
Jüdisches Museum Berlin.
San Francisco Contemporary Jewish Museum.
Felix-Nussbaum-Haus (rechts) im Museumskomplex von Osnabrück, in der Mitte das Kulturgeschichtliche Museum, links das Akzise-Haus

Daniel Libeskinds Architektur ist geprägt durch eine erzählerische Formensprache. Er verwendet Elemente, die explizit auf außerarchitektonische Inhalte verweisen und dadurch eine andere Bedeutung erhalten. Beispiele hierfür sind etwa der „Turm des Holocaust“ im Jüdischen Museum Berlin oder die Höhe der von ihm projektierten Freedom Towers als Neubau des zerstörten World Trade Centers, deren Höhe – in amerikanischen Foot gemessen – dem Jahr der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten von Amerika 1776 entspricht. Architekturzeichnungen Libeskinds sind häufig mit verbalen Verweisen, die seine Projekte in einen anderen als den aus der Architektur selbst ersichtlichen Sinnzusammenhang stellen, geradezu übersät.

Dieses Vorgehen führt auch immer wieder zu heftigen Kontroversen über seine Architektur. Einerseits wird Libeskind für sein komplexes Architekturverständnis gelobt, mit dem er der Architektur neue Ausdrucksmöglichkeiten erschließt. Andererseits ist er oft heftiger Kritik ausgesetzt. So wird ihm vorgeworfen, er überfrachte seine Projekte mit Theorien und unverständlicher Symbolik, die sich den Nutzern seiner Gebäude nicht erschließen. Der ambitionierte Anspruch und die gebaute Realität kämen dadurch nicht zur Deckung. Bei Führungen werden den Besuchern z. T. Gebäudeteile wie der Garten des Exils oder der Turm des Holocaust erklärt. Libeskind wird häufig als Vertreter des Dekonstruktivismus bezeichnet, er selbst weist diese Typisierung jedoch zurück.[1]

  1. siehe hierzu Literaturnachweis: Daniel Libeskind, Breaking Ground, Köln 2004, ISBN 3-462-03411-1 hier Seite 216 f.

Werke

  • Westside, ein Freizeit- und Einkaufszentrum in Bern (neues Brünnen-Quartier), Schweiz. Fertiggestellt 2008
  • Contemporary Jewish Museum, San Francisco, USA. Fertiggestellt 2008
  • Michael Lee-Chin Crystal, Erweiterungsbau des Royal Ontario Museum in Toronto, Kanada. Fertiggestellt 2007
  • Frederic C. Hamilton Building, Erweiterungsbau des Denver Art Museum, USA. Fertiggestellt 2006
  • Maurice Wohl Convention Centre der Bar-Ilan-Universität, Ramat Gan. Fertiggestellt 2005
  • Innenausbau des Jüdischen Museums im historischen Bootshaus von Kopenhagen. Fertiggestellt 2004
  • Atelier Weil, ein privates Galeriegebäude auf Mallorca, Spanien. Fertiggestellt 2003
  • Kriegsmuseum im Hafengelände von Manchester, 2001 fertiggestellt, entworfen als eine Ineinanderschichtung von Dächern mit der Assoziation eines zerbrochenen Globus und der Elemente Luft, Wasser, Erde, die zugleich Waffengattungen entsprechen.
  • Jüdisches Museum Berlin, 1999 fertiggestellt. Der reale Besucherrundgang folgt drei divergenten „Achsen“: die Achse der Kontinuität, die Achse des Exils und die Achse des Holocaust.
  • Felix-Nussbaum-Haus, ein Museum der Stadt Osnabrück, wurde 1998 eröffnet. Ein Libeskind-Satz dazu: „Der Plan weist auf die Notwendigkeit einer Integration des Neuen und des Alten hin, jenseits der jeweiligen äußeren Erscheinung.“

Öffentliche Sammlungen

Projekte

Literatur

  • Elke Dorner: Daniel Libeskind - Jüdisches Museum Berlin. Gebr. Mann Verlag Berlin, 2006, 3. Auflage, 112 S. mit 54 Abb.. ISBN 3-7861-2532-5.
  • Bernhard Schneider: Daniel Libeskind. Jüdisches Museum Berlin. Verlag Prestel, 1999. 64 Seiten. ISBN 3-7913-2073-4 (Vier Kapitel: 1. „An historischem Ort ein Stück neues Berlin“; 2. über den langen Weg seiner Entstehung; 3. „Neue Ordnung zwischen den Zeilen“; 4. „Im Innersten die Leere“ (Raumkonzeption) sowie Daten zum Bau, Vita des Architekten)
  • Daniel Libeskind: Entwürfe meines Lebens. Autobiografie. Verlag Kiepenheuer und Witsch, Köln 2004 ISBN 978-3-442-15364-0

Weblinks

Bauwerke, Projekte



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