Limax maximus

Limax maximus
Tigerschnegel
Tigerschnegel (Limax maximus)

Tigerschnegel (Limax maximus)

Systematik
Klasse: Schnecken (Gastropoda)
Ordnung: Lungenschnecken (Pulmonata)
Unterordnung: Landlungenschnecken (Stylommatophora)
Familie: Egelschnecken (Limacidae)
Gattung: Limax
Art: Tigerschnegel
Wissenschaftlicher Name
Limax maximus
Linnaeus 1758

Der Tigerschnegel (Limax maximus), auch Großer Schnegel oder Große Egelschnecke genannt, ist eine 10 bis 20 Zentimeter lange Nacktschnecke aus der Familie der Egelschnecken. Sie ist in Europa weitverbreitet und inzwischen fast weltweit in die gemäßigten Breiten verschleppt worden.

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Der Tigerschnegel erreicht ausgestreckt eine Länge bis 13 cm[1], andere Autoren geben sogar eine Maximallänge bis 20 cm an[2]. Sie weist auf hellbraunem oder hellgrauem Grund ein unregelmässiges, dunkles Fleckenmuster (auf dem Mantelschild) bzw. ein Streifenmuster auf dem Fuß auf. Im Mantelschild hat sich noch ein kleines Schälchen erhalten. Der Kiel ist verhältnismäßig kurz und nimmt nur das letzte Drittel des Rückens (von Schwanzspitze bis Mantelschild) ein.

Lebensweise und Verbreitung

Die Art war ursprünglich in Süd- und Westeuropa beheimatet. Sie hat sich aber inzwischen in ganz Mitteleuropa verbreitet und ist auch in andere Regionen der Welt verschleppt worden. In Deutschland kommt die Art in Auen, Gärten und Parks vor, ist aber auch in feuchten Kellern zu finden. Der Tigerschnegel ernährt sich von Pilzen, welken und abgestorbenen Pflanzenteilen sowie von pilzigen Auswüchsen an totem Holz oder auch von gestorbenen Artgenossen und anderen Nacktschnecken. Als Futter werden auch Moose genommen. Der Tigerschnegel tritt in Mitteleuropa fast nie in Populationsgrößen auf, die Kulturpflanzen spürbar schädigen. In Schleswig-Holstein wird er sogar als „potentiell gefährdet“ eingestuft[3], ebenso in Österreich[4].

Die Art kommt auch auf Ischia (Italien) vor. Die Zeichnung der dortigen Lokalrasse ist punktartig, die Farbe dem Tuffstein angeglichen.

Fortpflanzung

Alle Schnegel und damit auch der Tigerschnegel sind Zwitter und verfügen somit jeweils über einen männlichen und weiblichen Genitalapparat. Die verschiedenen Arten haben teilweise eine komplizierte und ausgeklügelte Fortpflanzungsstrategie mit komplexen Paarungsspiel. Die Tigerschnegel sind nach etwa 1 1/2 bis 1 3/4 Jahren geschlechtsreif. Beim Paarungsspiel umschlingen sich die Partner und seilen sich dann an einem bis zu 40 cm langen Schleimfaden ab. Der Austausch der Samenpakete erfolgt mittels weniger als körperlanger Penes, mit denen die Samenpakete übertragen werden. Anschließend wird das Samenpaket in die Geschlechtsöffnung eingeführt, wo dann die Befruchtung der Eier stattfindet. Aber auch Selbstbefruchtung wurde, zumindest in Gefangenschaft, ebenfalls beobachtet. Die erste Eiablage erfolgt im Juli/August, die zweite im Juni/Juli des darauffolgenden Jahres. Pro Legeperiode werden zwei bis vier Gelege produziert. Die Gelege enthalten etwa 100 bis 300 Eier je nach Größe und Ernährungszustand der Tiere. Die Eier sind kugelig bis leicht länglich; sie messen 4 bis 5 mm im Durchmesser. Die Entwicklung dauert je nach Temperatur zwischen 19 und 25 Tagen, in Extremfällen auch erst nach 45 Tagen. Allerdings werden viele Eier durch Parasitenbefall (Nematoden, Milben und Fliegen) vernichtet. Der Große Schnegel kann zweieinhalb bis drei Jahre alt werden.

Sonstiges

Der Tigerschnegel ist 2005 zum Weichtier des Jahres gewählt worden.


Einzelnachweise

  1. Fechter und Falkner, S.186
  2. Kerney et al. 1983, S.183
  3. Vollrath Wiese: Atlas der Land- und Süßwassermollusken in Schleswig-Holstein 1991, S.141
  4. http://www.biologiezentrum.at/upload/files/bio_archiv_tier/07_05

Literatur

  • Klaus Bogon: Landschnecken Biologie, Ökologie, Biotopschutz. 404 S., Natur Verlag, Augsburg 1990 ISBN 3-89440-002-1
  • Rosina Fechter und Gerhard Falkner: Weichtiere. 287 S., Mosaik-Verlag, München 1990 (Steinbachs Naturführer 10) ISBN 3-570-03414-3
  • Michael P. Kerney, R. A. D. Cameron & Jürgen H. Jungbluth: Die Landschnecken Nord- und Mitteleuropas. 384 S., Paul Parey, Hamburg & Berlin 1983 ISBN 3-490-17918-8

Weblinks


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