Limmat Verlag


Limmat Verlag

Der Limmat Verlag in Zürich wurde am 19. März 1975 als Limmat Verlag Genossenschaft ins Handelsregister eingetragen.

Eigentlich ist der Verlag noch einige Jahre älter: Theo Pinkus hatte mit einer Studentengruppe rund um die Ausstellung und dem daraus resultierenden Dokumentenband zur „Geschichte der Schweizerischen Arbeiterbewegung“ einen Verlag gesucht. Das Buch sollte zuerst beim Huber-Verlag in Frauenfeld erscheinen, der das „linke Machwerk“ vor Erscheinen aus dem Programm kippte. Danach sprang die neu gegründete Schweizer Suhrkamp-Filiale in die Bresche, auch dort wurde auf Druck von oben auf eine Veröffentlichung verzichtet.

Das erste Buch des Verlages war deshalb Schweizerische Arbeiterbewegung: Dokumente zu Lage, Organisation und Kämpfen der Arbeiter von der Frühindustrialisierung bis zur Gegenwart, ein Werk, das heute noch zur Standardliteratur gehört und immer noch lieferbar ist [1]

Es folgten Sachbücher zu historischen und politischen Themen mit Schwerpunkten zur „Frauengeschichte“, einschliesslich der Edition der Frauenstadtrundgänge in Basel und Zürich; sowie Die unterbrochene Spur, Die unheimlichen Patrioten, Schnüffelstaat Schweiz, etc.

Es folgte ein literarisches Programm mit vorwiegend Schweizer Autoren, das ab 1989 mit Max Frischs Schweiz ohne Armee? Ein Palaver auch auf zweisprachige Ausgaben auf deutsch und rätoromanisch erweitert wurde und mit der Lyrikreihe „undeklarierte“ fortgesetzt wurde. Regelmässig veröffentlicht der Limmat-Verlag Übersetzungen von Autoren aus der Romandie und aus dem Tessin. Für diese Bemühungen der Verständigung zwischen den Sprachregionen wurde der Limmat Verlag 1994 mit dem Preis der Oertli-Stiftung ausgezeichnet. Mittlerweile sind auch Übersetzungen und zweisprachige Bände erschienen aus russischen, albanischen, friaulischen, italienischen und ungarischen Werken.

In den 1990er Jahren veröffentlichte der Limmat Verlag erstmals sämtliche Romane und Erzählungen von Friedrich Glauser ungekürzt nach den Originalmanuskripten.

Ein anderer Schwerpunkt des Verlagsprogramms sind Biographien und Autobiographien: Gertrud Mosimann, Paula Charles, Adeline Favre, Fritz Brupbacher, Regula Engel, Anny Klawa-Morf, Max Frisch, Niklaus Meienberg, Wladimir Rosenbaum, Aline Valangin, Theo Pinkus und Amalie Pinkus.

Von Pinkus wurde auch die Zeitschrift Zeitdienst im Limmat herausgegeben.

Von 1969 bis 1981 brachte der Verlag die "Bibliografische Information" heraus (36 Hefte), die alle aktuellen Veröffentlichungen aus dem Bereichen "Arbeiterbewegung, Marxismus-Leninismus, Revolutionäre und Befreiungsbewegung, Dritte Welt" aus allen Verlagen, einschliesslich sogenannter Raubdrucke, verzeichnete.[2]

Das volkskundliche Taschenbuch wird zusammen mit der Schweizerischen Gesellschaft für Volkskunde vom Limmat-Verlag als Reihe herausgegeben.

Ausserdem sind Foto- und Kunstbände in diesem Genossenschaftsverlag erschienen.

1991 hatte sich der Limmat mit dem ebenfalls in Zürich ansässigen Unionsverlag zusammengeschlossen. Diese Verbindung hielt aber nur 10 Jahre lang und wurde dann wieder gelöst.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Arbeitsgruppe für Geschichte der Arbeiterbewegung (Hrsg.): Schweizerische Arbeiterbewegung. Dokumente zu Lage, Organisation und Kämpfen der Arbeiter von der Frühindustrialisierung bis zur Gegenwart. Einleitung von Georges Haupt, Geleitwort von Ezio Canonica. In: Schriftenreihe der Stiftung Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Band 2. 4. Auflage, Limmat, Zürich 1989 (Erstausgabe 1975 ISBN 978-3-8579-1000-5, 3. Auflage erweitert und nachgeführt 1980 von Ruedi Christen), ISBN 3-85791-021-6.
  2. Redaktion Dr. M. Tucek, Schweizerisches Sozialarchiv Zürich und Theodor Pinkus, Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung Zürich.

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