Antenor

Antenor

Antenor (griechisch Ἀντήνωρ), Sohn des Aisyetes und der Kleomestra und Gemahl der Theano, war nach der Überlieferung von Homer einer der weisesten unter den greisen Trojanern.

Antenor nahm die Friedensgesandten Menelaos und Odysseus gastfreundlich auf, mit ihm fuhr Priamos aus, um zwischen beiden Völkern den Waffenstillstand zustande zu bringen und zu vereinbaren, dass ein Zweikampf zwischen Paris und Menelaos dem Krieg ein Ende machen solle. Als schließlich Hektor und Aias einander im Zweikampf gegenüberstanden, schlug er vor, durch Rückgabe der Helena Frieden zu machen.

Weiter trat er bei Homer nicht handelnd auf. Spätere haben das freundliche Verhältnis zu den Griechen als Verrat bezeichnet, indem sie ihn gegen große Versprechungen von seiten der griechischen Fürsten die Tore Trojas öffnen ließen. Bei der Zerstörung der Stadt wurde sein Haus, das mit einem Pantherfell gekennzeichnet war, auf Agamemnons Befehl verschont.

Nach Trojas Fall gründete er auf den Trümmern der alten eine neue Stadt oder ging nebst seinen Söhnen (unter anderem mit Glaukos) mit Menelaos unter Segel und ließ sich in Kyrene nieder. Nach anderen Überlieferungen[1] führte er die aus Paphlagonien vertriebenen Heneter (Veneter) nach Italien an die Mündung des Po und gründete Patavium (Padua).

Er hatte 11 Söhne (sieben davon sind im Trojanischen Krieg gefallen), u.a.

  • Von Laodice (Tochter des Priamos): Helicaon
  • Von Theano (Priesterin der Athene): Agenor, Laokoon, (Laodamas,) Acastus, Agesander, Demoleon, Iphicrates,
  • Unbekannt: Akamas, Laodice, Polybos

Fußnoten

  1. Titus Livius: Ab urbe condita, Buch 1, 1, 1-3; auch bei Vergil: Aeneis, Buch 1, 242-249.

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