Lipophil


Lipophil

Eine Substanz wird als lipophil (gr. „fettliebend“) bezeichnet, wenn sie sich gut in Fetten und Ölen lösen lässt oder ihrerseits Fette und Öle gut lösen kann. Zwei Beispiele für lipophile Substanzen sind Erdöl und Tetrahydrocannabinol, der Hauptwirkstoff des Cannabis.

Lipophile Substanzen sind oft gleichzeitig hydrophob (wasserunlöslich), d. h. Wasser abstoßend. Substanzen, die lipophil und hydrophil sind, bezeichnet man als amphiphil. Das Gegenteil der Lipophilie ist Lipophobie.

Hierbei ist der Korrektheit halber anzumerken, dass hydrophobe Stoffe in Wirklichkeit kein Wasser abstoßen. Es ist vielmehr so, dass sich wasserunlösliche Stoffe, wie zum Beispiel Fette, in einem sehr „geordneten Zustand“ befinden. Prinzipiell können die kleinen Wassermoleküle mit den großen Fettmolekülen in Wechselwirkung treten, um aber Fette lösen zu können, müssten sich die beweglichen Wassermoleküle an den Fettmolekülen sehr geordnet ausrichten. Diese Ausrichtung ist bei einer Flüssigkeit sehr unwahrscheinlich und damit wird sie von den Molekülen auch nicht realisiert. Die Unlöslichkeit von Wasser in Fett und umgekehrt ist somit ein Effekt, der auf die Entropie zurückzuführen ist. Geschlossene Systeme streben an, ihre Entropie zu maximieren. Eine hohe Entropie entspricht hier einem hohen Maß an Unordnung (siehe auch Thermodynamik und statistische Mechanik).

Viele Aromastoffe und Vitamine sind lipophil, weshalb man Fett auch als Geschmacksträger bezeichnet, der in Form von Butter oder dem „Schuss Sahne“ den Geschmack einer Speise oft verbessert. Daher sollte man rohe, geraspelte Möhren zwecks besserer Verwertung der Vitamine mit ein wenig Öl essen.

Siehe auch


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • lipophil — A substance with lipophilic (hydrophobic) properties. [lipo + G. philos, fond of] * * * lipo·phil (lipґo fil) [lipo + phil] a substance that has an affinity for lipids …   Medical dictionary

  • lipophil — li|po|phil 〈Adj.; Chem.〉 Fett lösend od. benetzend; Ggs lipophob [<grch. lipos „Fett“ + philos „liebend“] * * * li|po|phil [↑ Lip u. ↑ phil] nennt man in Fetten lösliche Stoffe oder umgekehrt Fette lösende Verb., z. B. apolare Lsgm. wie Benzol …   Universal-Lexikon

  • lipophil — li|po|phil 〈Adj.; Med.; Chemie〉 in Fett löslich; Ggs.: lipophob [Etym.: <grch. lipos »Fett« + …phil] …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • lipophil — lipo|phi̱l [↑lipo... und gr. ϕιλος = lieb; Freund]: 1) Fett anziehend, Fett bindend (von Geweben). 2) zu Fettsucht neigend …   Das Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke

  • lipophil — li|po|phil <zu ↑...phil>: 1. in Fett löslich (Chem.); Ggs. ↑lipophob. 2. zu übermäßigem Fettansatz neigend (Med.) …   Das große Fremdwörterbuch

  • Lipophilie — Eine Substanz wird als lipophil (gr. „fettliebend“) bezeichnet, wenn sie sich gut in Fetten und Ölen lösen lässt oder ihrerseits Fette und Öle gut lösen kann. Zwei Beispiele für lipophile Substanzen sind Erdöl und Tetrahydrocannabinol, der… …   Deutsch Wikipedia

  • Delta-9-Tetrahydrocannabinol — Strukturformel Allgemeines Name Tetrahydrocannabinol Andere Namen (−) Δ9 trans Tetrahydrocannabin …   Deutsch Wikipedia

  • THC-Carbonsäure — Strukturformel Allgemeines Name Tetrahydrocannabinol Andere Namen (−) Δ9 trans Tetrahydrocannabi …   Deutsch Wikipedia

  • Tetrahydrocannabinole — Strukturformel Allgemeines Name Tetrahydrocannabinol Andere Namen (−) Δ9 trans Tetrahydrocannabi …   Deutsch Wikipedia

  • Tetrahydrocannabinolsäure — Strukturformel Allgemeines Name Tetrahydrocannabinol Andere Namen (−) Δ9 trans Tetrahydrocannabi …   Deutsch Wikipedia