Liste lateinischer Phrasen/V


Liste lateinischer Phrasen/V

Vade

Vade ad formicam o piger et considera vias eius et disce sapientiam!
„Geh’ zur Ameise, du Faulpelz, und betrachte ihre Wege und lerne Weisheit!“: Zitat aus dem alttestamentlichen Buch der Sprichwörter, 6.
Vademecum von 1874 mit der Erklärung („Auf Deutsch: Geh’ mit mir!“)
Vade mecum.
„Geh’ mit mir!“: Vademecum ist eine Bezeichnung für ein Handbuch mittelalterlicher wandernder Studenten mit Adressen und Hinweisen für akademische Belange. Heute wird Vademecum als Bezeichnung für einen Ratgeber oder Leitfaden zu einem bestimmten Thema benutzt.
Vade retro!
„Geh’ zurück!“: Auch „Bleib’ zurück!“, „fort!“ Die Wendung stammt vom römischen Komödiendichter Terenz, Formio I, 4, 203.
Vade retro Satanas!
„Weiche, Satan!“ oder „Zurück, Luzifer!“: Implizierte Bedeutung: „Geh’ weg; trau’ dich nicht, mich in Versuchung zu führen!“ Von einer bekannten mittelalterlichen katholischen Exorzismus-Formel, offenbar basierend auf einer Rüge Jesu gegenüber Petrus in der Vulgata, Markus 8:33: „Vade retro me, Satana.“ („Bleibe fort von mir, Satan!“)

Vae

Vae soli.
„Wehe dem Einzelnen!“: Zitat aus dem alttestamentlichen Buch Ecclesiastes (4.9f), wo es über die „Sinnlosigkeit des Lebens durch Unterdrückung, Eifersucht und Einsamkeit“ heißt: „Zwei sind besser daran als einer, weil sie eine gute Belohnung für ihre Mühe haben; denn wenn sie fallen, so richtet der eine seinen Genossen auf. Wehe aber dem einzelnen, welcher fällt, ohne dass ein zweiter da ist, um ihn aufzurichten!“
Vae victis!
„Wehe den Besiegten!“: Diese Drohung geht zurück auf den keltischen Fürsten Brennus, der 390 v. Chr. Rom eroberte, laut Livius, Römische Geschichte.

Vale

Vale
„Auf bald!“ - Ave ist eine Gruß- und Abschiedsformel. Vale wird nur zum Abschied verwendet. Das Verb „valere“ bedeutet „gesund sein“. Es gibt auch die Pluralform „valete“ („Lebt wohl!“).

Valeas

Valeas.
„Gehab’ dich wohl!“ - Mach’, dass du fortkommst!

Valeat

Valeat.
„Er lebe wohl!“ - Genug von íhm! Er soll verschwinden.

Valete

Valete.
„Lebt wohl!“ - Mit Bene valete bezeichnet man den Schlusswunsch einer mittelalterlichen Urkunde.

Vanitas

Vanitas vanitatum, omnia vanitas
„Eitelkeit, Eitelkeit, alles ist Eitelkeit“: Zitat aus dem alttestamentlichen Buch Ecclesiastes, 1:2.

Vapula

Vapula papyria
„Papyrische Prügel“: Der junge Römer Papyrius wurde von seiner Mutter mit Prügel bedroht, weil sie erfahren wollte, was im Senat verhandelt worden sei.

Vare

Vare, redde mihi legiones meas!
„Varus, gibt mir meine Legionen zurück!“: Nach der Niederlage der römischen Armee bei der Schlacht im Teutoburger Wald dachte Kaiser Augustus, dass Publius Quinctilius Varus mit den Legionen geflohen wäre.

Varia

Varia lectio
„Unterschiedliche Lesart“

Variatio

Variatio delectat.
„Abwechslung erfreut.“ - Cicero, De natura deorum. Lateinische Übersetzung eines Zitats aus Sophokles’ Drama Elektra.

Varium

Varium et mutabile semper femina.
„Etwas Unbeständiges und Veränderliches ist die Frau.“ - Zitat aus den Werken des Dichters Vergil.

Vasa

Vasa vacua maxime sonant.
„Leere Gefäße tönen am lautesten.“

Vaticinium

Vaticinium ex eventu
„Prophezeiung aus dem Ereignis“: Eine Prophezeiung, die scheinbar vor einem Ereignis ausgesprochen wurde, in Wirklichkeit aber erst danach „prophezeit“ wurde.

Veni

Veni, creator spiritus.
„Komm’ Schöpfer Geist!“ - Pfingsthymnus, mit welcher die gläubige Gemeinde den heiligen Geist um Beistand bittet. Sie erinnert an die erste Herabkunft des Heiligen Geistes an Pfingsten (Apg 2 EU) und an die Gaben des Heiligen Geistes.

Veni, Creator Spiritus,
mentes tuorum visita,
imple superna gratia,
quae tu creasti, pectora.

Triumphzug Cäsars, auf der Standarte: „Veni, vidi, vici.“
Veni, vidi, vici.
„Ich kam, Ich sah, Ich siegte.“ - Text einer Nachricht, die von Julius Caesar an den Römischen Senat geschickt wurde, um seinen Krieg gegen König Pharnakles von Pontus im Jahr 47 zu beschreiben. Der Ausspruch ist in den Caesar-Biografien Suetons (Divus Iulius 37) und Plutarchs (Caesar 50, 2) auf Griechisch überliefert: Ἦλθον, εἶδον, ἐνίκησα.

Veniat

Veniat regnum tuum.
„Dein Reich komme“ - Stelle aus dem Vaterunser im Matthäusevangelium (6,10):
Pater noster qui in caelis es; sanctificetur nomen tuum; veniat regnum tuum.
„Vater Unser im Himmel! Geheiligt werde Dein Name. Dein Reich komme.“

Venire

Venire contra factum proprium
„Zuwiderhandlung gegen das eigene frühere Verhalten“: Bezeichnet im deutschen Schuldrecht einen bestimmten Fall des Verstoßes gegen den Grundsatz von Treu und Glauben.

Venite

Venite adoremus.
„Kommt, lasset uns anbeten!“: Teil des Invitatoriums sowie der Refrain des Weihnachtsliedes Adeste Fideles („Nun freut euch, ihr Christen“ bzw. „Herbei, oh ihr Gläubigen“):
Venite adoremus, venite adoremus, Venite adoremus Dominum!

O lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten, o lasset uns anbeten den König.

Venia

Venia legendi
„Erlaubnis zu lesen“: Gemeint ist damit die Erlaubnis, an Hochschulen Vorlesungen zu halten.
Venia sit dicto.
„Erlaubnis sei dem Wort.“: „Mit Verlaub“; Zitat aus den Werken des Schriftstellers Plinius des Jüngeren.

Ver

Ver, autumnus, hiems, aestas dominantur in anno.
„Frühling, Herbst, Winter, Sommer herrschen im Jahr.“: Zitat aus dem „Regimen sanitatis Salernitanum“ („medizinisches Lehrgedicht der Hohen Schule zu Salerno“) aus dem 11. Jahrhundert.
Ver sacrum
„Heiliger Frühling“: Nach Hungerwintern gelobten die Römer die im darauffolgenden Frühjahr Geborenen den Göttern zu opfern. Die Tiere wurden getötet, die jungen Männer mussten beim Erreichen des Erwachsenenalters auswandern.

Vera

Vera causa
„Der wahre Grund (von)“
Vera redit facies, dissimulata perit.
„Das wahre Gesicht kehrt zurück, das vorgetäuschte schwindet.“

Verba

Verba docent, exempla trahunt.
„Worte lehren, Beispiele ziehen“ - Deutsche Variante: „Ein Beispiel ersetzt tausend Worte.“
Verba ita sunt intelligenda, ut res magis valeat quam pereat.
„Worte sind so zu verstehen, dass der Sinn erhalten und nicht zerstört wird.“ - Juristenlatein.
Verba volant scripta manent.
„Gesprochenes vergeht, Geschriebenes bleibt.“

Verbatim

Verbatim et litteratim
„Wort für Wort und Buchstabe für Buchstabe.“

Verbi

Verbi divini minister
„Diener des Wortes Gottes“ - andere Bezeichnung für Priester

Verbis

Verbis castigare
„Mit Worten züchtigen“ - Zitat aus den Schriften des römischen Redners Cicero
Verbis parvam rem magnam facere
„Mit Worten eine kleine Sache zu einer großen machen“ - Zitat aus den Schriften des römischen Dichters Livius.

Verbum

Verbum Dei manet in aeternum.
„Das Wort Gottes (des Herrn) bleibt in Ewigkeit.“
Verbum sat sapienti.
„Dem Weisen genügt ein Wort.“ - Zitat aus den Schriften des römischen Dichters Terenz

Veritas

Veritas odium parit.
„Wahrheit erzeugt Hass.“: Sprichwort.
Veritas temporis filia
„Wahrheit, die Tochter der Zeit“ - Wahlspruch von Maria I., von 1553 bis 1558 Königin von England, Irland und Frankreich
In vino veritas.
„Im Wein ist die Wahrheit.“: Sprichwort.

Versus

Versus (vs.)
„Gegen“: „Im Vergleich zu“; die Abkürzung wird im Englischen bei Sportveranstaltungen verwendet.

Verum

Verum index sui et falsi
„Wahrheit als Prüfstein gegen sich selbst und gegen die Unwahrheit“ - Zitat aus den Schriften des Philosophen Baruch Spinoza

Vestigia

Der kranke Löwe
Vestigia premo maiorum.
„Ich drücke die Spuren der Vorfahren.“ - Ich trete in die Fußstapfen der Vorfahren.
Vestigia terrent.
„Die Spuren schrecken ab.“ - Zitat aus den Schriften des Dichters Horaz nach einer Fabel Äsops, in der sich der Fuchs weigert, in die Höhle des kranken Löwen zu wagen, da er nur Spuren sieht, die hineingehen, aber keine die herausführt.

Vestigium

Vestigium Dei
„Spur Gottes“ - Begriff aus der Theologie, der die sinnliche Welt als die von Gott geschaffene Welt bezeichnet. Der Mensch hingegen ist das Abbild Gottes (Imago Dei).

Veto

Veto.
„Ich verbiete.“: Das Recht, etwas von einer Seite aus zu unterbinden, beispielsweise ein Gesetz zu stoppen.

Vi

Vi Veri Veniversum Vivus Vici.
„Durch die Macht der Wahrheit habe ich zu Lebzeiten das Universum erobert.“

Viribus

Wappen Kaiser Franz Josephs mit dem Wappenspruch Viribus Unitis
Viribus unitis
„Mit vereinten Kräften“ - Wahlspruch Kaiser Franz Josephs I. (unter anderem erschien 1898 „Das Buch vom Kaiser“ anlässlich seines 50-jährigen Regierungsjubiläums unter diesem Namen); zugleich Name des österreich-ungarischen Kriegsschiffes aus dem Ersten Weltkrieg SMS Viribus Unitis.

Vis

Vis absoluta
„Absolute Gewalt“ - Bezeichnet dabei die willensbrechende Gewalt, bei der dem Opfer die freie Willensbetätigung oder Willensbildung absolut unmöglich gemacht wird.
Vis compulsiva
„Willensbeugende Gewalt“ - Das Opfer wird nicht direkt durch Gewaltanwendung von einem Verhalten abgehalten, sondern durch ein Verhalten des Täters beeinflusst.
Vis cui resisti non potest
„Gewalt, gegen die man keinen Widerstand leisten kann“
Vis legis
„Kraft des Gesetzes“
Vis maior
Höhere Gewalt“ - Ein von außen kommendes, außergewöhnliches und unvorhersehbares Ereignis.

Via

Via
„Weg“, „über“: Im Sinne von: „Von A nach C über B“
Via hostibus, qui fugiant, munienda.
„Man muss Feinden, die fliehen, den Weg bahnen.“
Via media
„Mittelweg“ - Die Church of England galt als „via media“ zwischen den Fehlern der Kirche von Rom und den Extremen des Protestantismus.
Via trita est tutissima.
„Der ausgetretene Weg ist am sichersten.“

Vias

Vias tuas doce me domine.
„Herr, lehre mich deine Wege!“

Viator

Viator, vale.
„Wanderer, lebe wohl!“

Vice

Vice versa
„Mit vertauschten Plätzen“: „In umgekehrter Ordnung“, „umgekehrt“.

Vicarius

Vicarius Iesu Christi
„Stellvertreter Jesu Christi“: Ein Titel des Papstes.

Victi

Invictis victi victuri
Victi vicimus.
„Besiegt siegen wir.“: Zitat von Plautus. Davon ausgehend die Inschrift am Kriegerdenkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkriegs des Bamberger Franz-Ludwig-Gymnasiums: „Invictis victi victuri“ („Den Unbesiegten: Die Besiegten werden siegen.“)

Victrix

Victrix causa diis placuit, sed victa Catoni.
„Die siegreiche Sache gefiel den Göttern, aber die besiegte dem jüngeren Cato.“: Zitat aus den Werken des Dichters Lukan (Pharsalia, 1,128). Der Jüngere Cato, Marcus Porcius Cato, war der Urenkel von Cato dem Älteren und entschiedener Gegner der Populares wie Julius Caesar. Er war Gegner des Pompeius, und seine Pflichtauffassung wurde als übermäßig korrekt angesehen. Als Caesar den Rubikon überschritt, stellte sich Cato aus Sorge um die Republik auf die Seite des Pompeius.

Vincere

Vincere, aut mori
„Siegen oder sterben“
Vincere scis, Hannibal, victoria uti nescis.
„Du weißt zu siegen, den Sieg zu nützen weißt du nicht.“: Hannibal unternahm trotz seiner militärischen Erfolge keinen Marsch gegen die Stadt Rom. In der Geschichtsschreibung wurde ihm dies als strategischer Fehler angelastet. So wurde dem karthagischen Reitergeneral Maharbal in den Mund gelegt: „Du verstehst zu siegen, Hannibal. Den Sieg zu nutzen aber verstehst Du nicht!“ Hannibals Zielsetzung war allerdings nicht die Eroberung Roms, sondern die Vernichtung seines Bundesgenossensystems. Siehe auch: Hannibal ante Portas.

Vide

Vide cui fidas
„Schau, wem du vertraust!“
Vide infra (v. i.)
„Siehe unten.“ - in Texten
Vide, sed cui fide.
„Trau, schau wem?“
Vide supra (v. s.)
„Siehe oben.“ - in Texten

Videant

Videant consules.
„Die Konsuln mögen darauf sehen.“ - Gemeint ist, Vorsorge treffen. Anfang der Formel des Senatus consultum ultimum, mit der formeller Ermächtigung des römischen Senats für die beiden Konsuln, in einer Notlage Maßnahmen zur Rettung des Staates zu treffen: „Videant consules, ne quid detrimenti capiat res publica.“ („Die Konsuln mögen zusehen, dass der Staat keinen Schaden erleidet.“) Damit bekamen die Konsuln diktatorische Vollmacht. Zitiert nach Cicero.

Video

Video et taceo
„Sehen und Schweigen“ - Wahlspruch von Elisabeth I., von 1558 bis 1603 Königin von England, Irland und Frankreich
Video meliora proboque deteriora sequor
„Ich sehe das Bessere und heiße es gut, dem Schlechteren folge ich.“: Zitat aus den Werken des Dichters Ovid, der hier das Problem der Willensschwäche beschreibt.

Videre

Videre licet (videlicet, viz.)
„Man kann sehen“ - Gebraucht um Erläuterungen, Beispiele oder Belege anzuführen; „nämlich“.
Videre nostra mala non possumus, alii simul delinquunt, censores sumus.
„Unsere Fehler können wir nicht sehen, aber gleichzeitig sind wir, wenn andere Fehler machen, Richter.“ - Zitat aus den Werken des Dichters Phaedrus

Vides

Vides horam et nescis horam.
„Du siehst die Stunde und kennst die (letzte) Stunde nicht.“ - Spruch auf Sonnenuhren.

Vidit

Viditque Deus cuncta quae fecit et erant valde bona.
„Und Gott sah alles, was er geschaffen hatte; und es war sehr gut.“ - Zitat aus der Schöpfungsgeschichte im 1. Buch Mose.

Vinum

Vinum bonum deorum donum.
„Ein guter Wein ist ein Geschenk der Götter.“
Vinum bonum laetificat cor hominum.
„Ein guter Wein erfreut des Menschen Herz.“

Virtus

Virtus est medium vitiorum et utrimque reductum.
„Tugend ist die Mitte zwischen den Fehlern und von beiden Extremen gleich weit entfernt.“ - Zitat aus den Werken des römischen Dichters Horaz.

Virtutem

Virtutem incolumem odimus.
„Vollkommene Tugend hassen wir.“ - Zitat aus den Werken des Dichters Horaz.

Virtutes

Virtutes paganorum splendida vitia.
„Die Tugenden der Heiden sind glänzende Laster.“ - Zitat aus den Werken des Kirchenlehrers Augustinus

Virtuti

Virtuti et fidelitate
„Für Tugend und Treue“ - Hessischer Orden des Goldenen Löwen.
Virtuti et merito
„Für Tugend und Verdienst“ - Vatikanischer Orden des Papstes Pius IX.
Virtuti pro patria
„Der Tapferkeit für das Vaterland“ - Motto des bayerischen Militär-Max-Joseph-Ordens

Vis

Vis vitalis
Lebenskraft“ - Gesundheits- und Krankheitskonzeption von Christoph Wilhelm Hufeland Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts

Visio

Visio dei
„Gottesschau“: In der Theologie spricht man über „Erleuchtung“ unter den Begriffen „visio dei“.

Vita

Grabinschrift in Bamberg
Vita activa - „Aktives Leben“
Bezeichnung für ein vom politischen und praktischem Engagement geprägtem Leben.
Vita ante acta
„Ein früheres Leben“
Vita brevis, ars longa. - 
„Das Leben ist kurz, die Kunst ist lang.“: Dieses Zitat stammt ursprünglich von dem griechischen Arzt Hippokrates, wurde aber vom römischen Dichter Seneca überliefert.
Vita comtemplativa
„Beschauliches Leben“ - Bezeichnung für ein Leben, das von kontemplöativer Schau geprägt ist (Gegensatz zu „vita activa“).
Vita mutatur, non tollitur.
„das Leben wird im Tod nur gewandelt, nicht genommen“ - Präfation der Totenmesse
Vita somnium breve.
„Das Leben ist ein kurzer Traum.“ Der Satz geht zurück auf Pindars „Pythischer Ode“. Dort heißt es auf griechisch „Σκιᾶς ὄναρ ἄνθρωπος.(„Eines Schattens Traum ist der Mensch“).

Vitam

Vitam impendere vero.
„Sein Leben der Wahrheit weihen.“ - Aus Satire 4 des Schriftstellers Juvenal.
Vitam regit fortuna, non sapientia.
„Das Schicksal bestimmt das Leben, nicht die Weisheit.“

Vitia

Vitia, quae ex ipsa re oriuntur
„Mängel, die in der Sache selbst auftreten“

Vitiis

Vitiis nemo sine nascitur.
„Ohne Fehler wird niemand geboren.“ - Auch: „Nam vitiis nemo sine nascitur.“

Vitium

Vitium fuit, nunc mos est assentatio.
„Schmeichelei war ein Laster, jetzt ist es eine Sitte.“ - Zitat aus den Werken des Dichters Publilius Syrus

Vivant

Vivant sequentes.
„Die Nachfolgenden mögen leben!“ - Gemeint ist: Ein Hoch auf all die, die dem Beispiel folgen!

Vivat

Vivat.
„Möge es leben!“ - Er lebe [hoch]! Gegenstück zu „Pereat“ („Er gehe unter!“),
Vivat, crescat, floreat!
„Möge es leben, wachsen und erblühen!“ - Leitspruch von Studentenverbindungen

Vivere

Vivere militare est.
„Leben bedeutet Kämpfen.“ - Zitat aus den Werken des Philosophen Seneca

Vivos

Motto von Schillers Lied von der Glocke: Vivos voco, mortuos plango, fulgura frango.
Vivos voco, mortuos plango, fulgura frango.
„Lebende rufe ich, Tote beklage ich, Blitze breche ich.“ - Inschrift auf Glocken, das von Friedrich Schiller als Motto seines Lieds von der Glocke übernommen wurde. Gemeint ist damit die Funktion der Glocke als Taufglocke, als Sterbeglocke und als Sturmglocke.

Volens

Volens nolens
„Wollend nicht wollend“ - Wohl oder übel; vgl. Nolens volens.

Volentem

Volentem ducunt fata, nolentem trahunt.
„Den Willigen führt das Schicksal, den Unwilligen zerrt es mit sich.“ - Zitat aus den Werken Senecas, das auch in der Form „Ducunt volentem fata, nolentem trahunt“ zitiert wird.

Volenti

Volenti non fit iniuria
„Dem Einwilligenden geschieht kein Unrecht.“ - Grundsatz, der besagt, dass die Einwilligung des Verletzten die Rechtswidrigkeit des verletzenden Verhaltens beseitigt.

Volo

Volo, non valeo.
„Ich will, kann aber nicht.“

Votum

Votum separatum
„Eine unabhängige Stimme“: Eine unabhängige in der Minderheit befindliche Stimme.

Vox

Vox et praeterea nihil.
„Eine Stimme und weiter nichts“: Leeres Gerede.
Vox humana
„Menschliche Stimme“
Vox populi vox dei
„Die Stimme des Volkes ist die Stimme Gottes.“: Der Satz wird manchmal zur Rechtfertigung der Demokratie zitiert, oft aber auch als ironischer Kommentar auf den Ausgang von Wahlen. Franz Josef Strauß zitierte gerne die Variante „Vox populi vox Rindvieh“.
Vox clamantis in deserto
„Die Stimme des Rufers in der Wüste“: „Unbeachtet“, „vergebens“. Aus Jesaja 40, zitiert von Johannes dem Täufer im Evangelium nach Markus (1.3). Im griechischen Originaltext heißt es φωνὴ βοῶντος ἐν τῇ ἐρήμῳ.
Vox sanguinis fratris tui clamat ad me de terra.
„Die Stimme des Blutes deines Bruders schreit zu mir von der Erde.“: Vorwurf Gottes an Kain nach der Ermordung seines Bruders Abel (1. Buch Mose 4,10).

Vulgi

Vulgi opinio mutari vis potest.
„Die Meinung des Volkes kann kaum geändert werden.“

Vulgo

Vulgo
„Im Volk“ - Der Zusatz Vulgo war im 18. und 19. Jahrhundert üblich, um beispielsweise in einem Eintrag in Kirchenbüchern jemanden genauer zu kennzeichnen. Später wurde er in Studentenverbindungen für den Biernamen benutzt.
Vulgo audio dici, diem adimere aegritudinem hominibus.
„Allgemein höre ich sagen, die Zeit nehme die Betrübnis den Menschen.“ - Zitat aus den Werken des Dichters Terenz, das dem deutschen Sprichwort „Zeit heilt alle Wunden“ entspricht.

Vulnus

Vulnus quod feci non dolet.
„Die Wunde, die ich (mir) zugefügt habe, schmerzt nicht.“: Aus der Beschreibung des Gatten-Selbstmordes von Arria der Älteren und Paetus durch den Dichter Martial. Diese Worte sagte Arria, nachdem sie sich selbst in den Hals gestochen hat und den Dolch an ihren Mann weitergegeben hat: „Sed quod tu facies, hoc mihi, Paete, dolet.“ („Aber die du (dir) machen wirst, die schmerzt mich, Paetus.“) Siehe auch: Paete, non dolet.



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