Lokomotivbau Elektrotechnische Werke

Lokomotivbau Elektrotechnische Werke

Der Volkseigene Betrieb VEB Lokomotivbau Elektrotechnische Werke (LEW) „Hans Beimler“ in Hennigsdorf, benannt nach dem Politiker Hans Beimler, war der alleinige Hersteller von Elektrolokomotiven in der DDR.

Produkte

Neben den Elektrolokomotiven der DR-Baureihen 211, 242, 251, 250, 212/243/114/112 und 252 wurden ab 1964 auch die vom VEB Lokomotivbau „Karl Marx“ (LKM) in Potsdam-Babelsberg entwickelten Diesellokomotiven der Baureihen 105 / 106 und Baureihe 110 dort in Serie gefertigt.

Hervorgegangen ist LEW aus dem Hennigsdorfer Betrieb der AEG. 1954 wurden auch die Prototypen der Dampflokbaureihe Baureihe 65.10 in Hennigsdorf gefertigt, 1973/1974 die Prototypen der Baureihe 280. Ab 1952 wurden die Grubenloks der Baureihe EL 2 für die Normalspur und bereits seit 1951 die Grubenloks der Baureihe EL 3 für die 900-mm-Schmalspur gefertigt. Eine weitere Bauart der EL-Reihe ist die Baureihe EL 4, die für Werkbahnen der DDR produziert wurde. Des Weiteren fertigte LEW in den Jahren 1954 bis 1958 für die polnischen Staatsbahnen PKP die Gleichstromlokomotiven der Baureihe E 04 (EU 04) und E 05 (EU 20).

Die weitverbreiteten Akkuschleppfahrzeuge (ASF) der Baureihe EL 16 kamen ebenfalls aus Hennigsdorf.

Im Zuge der Konsumgüter-Offensive der 1980er Jahre wurden auch elektrische Haushaltsgeräte, Gartenmöbel und Saunaöfen produziert.

Kombinat LEW

Zum Kombinat LEW gehörten u.a. die Betriebe:

  • VEB Berliner Bremsenwerk, Berlin, Nachfolgeunternehmen von Knorr-Bremse in der DDR
  • VEB Schichtpressstoffwerk (SPW), Bernau bei Berlin
  • VEB Galvanotechnik Leipzig (GTL), Nachfolgeunternehmen der Langbein-Pfanhauser Werke AG in der DDR


Nach der Wiedervereinigung

Nach der Deutschen Wiedervereinigung 1990 teilte die Treuhandanstalt das Werk auf. Der Schienenfahrzeugteil wurde als AEG Schienenfahrzeuge GmbH weitergeführt, von 1996 bis 2001 war es dann ein Werk von Adtranz und gehört seitdem – mit deutlich verminderter Belegschaft – zum Konzern Bombardier Transportation. Die Sparte Isolierstoffe der LEW wurde 1992 von der Schweizer Firma VonRoll Isola übernommen, aber zwischenzeitlich in Hennigsdorf aufgelöst. Der Bereich elektrische Haushaltsgeräte der alten LEW wurde als Treuhandbetrieb LEW GmbH weitergeführt, konnte aber mit Warmwassergeräten nicht am Markt bestehen und wurde abgewickelt. Der industrielle Teil der Elektrowärme existiert noch heute als Marx Elektrowärme GmbH und hat sich auf die Herstellung von Industrieöfen und Gießpfannen spezialisiert.


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