Lucas Bacmeister der Ältere


Lucas Bacmeister der Ältere

Lucas Bacmeister, genannt der Ältere ( * 18. Oktober 1530 in Lüneburg; † 9. Juli 1608 in Rostock) war ein lutherischer Theologe und Kirchenliedkomponist.

Lucas Bacmeister (der Ältere)

Inhaltsverzeichnis

Leben

Bacmeister wurde als Sohn des Lüneburger Braumeisters Johann Hans Bacmeister († 1548) und dessen Frau Anna, geb. Lübbing († 1556), in Lüneburg geboren. 1548 immatrikulierte er sich an der Universität Leucorea in Wittenberg. Um sich der ständig anhaltenden Pestgefahr in Wittenberg zu entziehen, wechselte er 1552 an den Hof Christian des III. von Dänemark, um als Erzieher dessen Kinder tätig zu werden. 1555 nahm er erneut in Wittenberg ein Studium auf, erwarb im selben Jahr den akademischen Grad eines Magisters und wandte sich einem Jura- und dann einem Theologiestudium zu.

1559 wurde er Hofprediger in Kolding, wo er bei der dänischen Witwe Dorothea von Sachsen-Lauenburg-Ratzeburg wirkte. Auf Empfehlung Philipp Melanchthons ging er nach Rostock. Hier übernahm er Ostern 1562 das Amt des Superintendenten und wurde zugleich Professor der Theologie. Da er als Professor auch den akademischen Doktorgrad benötigte, absolvierte er 1564 seine Promotion. 1574 war er wegen des Saligerschen Streites in Lübeck. 1580 folgte er einem Ruf der österreichischen Stände zur Kirchenvisitation nach Wien. 1581 war er wegen Sakramentsangelegenheiten in Bremen und 1582 wegen der Apologie des Konkordienbuches in Güstrow.

Er war eine bedeutende Person für die mecklenburgische Kirchengeschichte. Seine im Auftrage des geistlichen Ministeriums zu Rostock verfasste Schrift über den Bann hat lange über Rostock hinaus in kanonischer Geltung gestanden. Auch hat er die Schlussredaktion der mecklenburgischen Kirchenordnung von 1602 geleitet, da David Chyträus während der Vorarbeiten starb. Des Weiteren hat er das Rostocker Gesangbuch 1577 herausgegeben, das Joachim Burmeister veranlasste, 1601 sein Choralbuch herauszugeben. Sein geistliches Lied „Ach leue Her im höchsten thron” entstand 1565 in der schwersten Pestzeit Rostocks.

Familie

Lucas Bacmeister, der eigentliche Stammvater der traditionsreichen Bacmeister-Familie und ihrer verschiedenen bis heute noch bestehenden Linien, war 1560 in Kolding[1] mit Johanna Bording (1544–1584), Tochter des Rostocker Medizinprofessors Jakob Nikolaus Bording (1511–1560), verheiratet. Mit ihr zusammen hatte er zehn Söhne und eine Tochter, wovon die Söhne Jakob Bacmeister (1562–1591) und Lucas Bacmeister der Jüngere (1570–1638) ebenfalls bekannte lutherische Theologen wurden. Die Söhne Johann Bacmeister der Ältere (1563–1631) und Matthäus Bacmeister (1580–1626) brachten es zu erfolgreichen Medizinprofessoren und Leibärzte in Rostock. Ein weiterer Sohn, Heinrich Bacmeister (1584–1628), verheiratet mit Sara Dorothea Reiser (1599–1634), der Tochter des Lübecker Syndicus Heinrich Reiser, wurde Rechtswissenschaftler sowie Begründer der württembergischen Linie.

Nach dem Tod seiner ersten Frau Johann heiratete Lucas Bacmeister Katharina Beselin (1536–1593), Witwe des Rostocker Ratsherrn Johannes Herverden sowie nach deren Ableben noch Anna Vischer († 1613) aus Alost in Flandern, mit denen er aber keine weiteren Kinder mehr hatte.

Werke

  • Formae precationum piarum collectae ex scriptis Ph. Melanchthonis, Wittenberg 1559, 1560, 1588;
  • Von christlichen Bann, kurtzer und gründlicher Bericht aus Gottes Wort und aus Dr. M. Lutheri Schriften, durch die Diener der Kirche Christie zu Rostock zusammengetragen“ Rostock 1565
  • De modo concionandi, Rostock 1570, 1598;
  • Historia ecclesiarum Rostoch s. narratio de initio et progressu Lutheranismi Rostochio (bei Westphalen I. p 1553
  • Verschiedene Disputationen über biblisch theologische Fragen (so 1569 üb. sacerdotium u. sacrificium Christi nach d. Hebräerbrief) und einige bibelkundliche Arhh.; Hist. ecclesiae et Ministerii Rostochiensis, herausgegeben E. J. von Westphalen, in: Mon. inedita rerum Germanicarum praecipue Cimbricarum et Megalopolitensium 1, Leipzig 1739, Sp.1553-1656.

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Johann Gottlob Wilhelm Dunkel: Historisch-Critische Nachrichten von verstorbenen Gelehrten und deren Schrifften. Cörnerische Buchhandlung, Köthen, 1757, Bd. 3, S. 894

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