Lucio Costa


Lucio Costa

Lúcio Costa (* 27. Februar 1902 in Toulon; † 13. Juni 1998 in Rio de Janeiro) war ein brasilianischer Architekt und Stadtplaner.

Nach einer Kindheit und Jugend in Europa zog Costa nach Brasilien, wo er 1924 in Rio de Janeiro an der Hochschule für Schöne Künste – deren Leiter er 1930 selbst wurde – einen Abschluss als Architekt erwarb.

Costa war ein Anhänger des modernen Stils von Le Corbusier, den er mit traditionellen Elementen der brasilianischen Architektur verbinden wollte. Seine führende Rolle in der brasilianischen Architektur-Moderne verdeutlichte er u. a. durch den Brasilien-Pavillon der New Yorker Weltausstellung von 1939 (gemeinsam mit Oscar Niemeyer), dem Wohnviertel Parque Guinle in Rio 1948 und dem Hotel do Park São Clemente in Nova Friburgo.

Am bekanntesten wurde er aber durch den Plan zum Bau der neuen brasilianischen Hauptstadt Brasília, für den er 1957 berufen wurde. Er taufte ihn Plano Piloto („Pilot-Plan“) nach dem Grundriss der Stadt, der einem Flugzeug ähnelte. Die Detailplanung der Gebäude übernahm wieder Oscar Niemeyer, doch behielt sich auch Costa die Planung zahlreicher Details vor, bis hin zur Farbe der Uniformen der Busfahrer (dunkelgrau). Differenzen zwischen den beiden Chefplanern blieben nicht aus, doch gelang in erstaunlich kurzer Zeit die Realisierung dieser Planhauptstadt, die bereits 1960 „schlüsselfertig“ übergeben und von Staatspräsident Juscelino Kubitschek eingeweiht werden konnte. 1962 kamen Universität und Kathedrale hinzu, 1967 den Fernsehturm Brasília, 1978 der Stadtpark und 1981 die Zentralbank. Seit 1987 gehört die Stadt zum Weltkulturerbe der UNESCO und seit 2001 verfügt Brasilia, das heute im Großraum über 2 Millionen Einwohner hat, über eine U-Bahn.

Die Stadt gilt als Symbol für den Fortschritt und verfügt über ein beeindruckendes Ensemble öffentlicher Bauten, insbesondere im Regierungsviertel an der „Pilotenkanzel“, zugleich wird aber oft auch die Geschichtslosigkeit und Kälte dieser Reißbrett-Stadt kritisiert.


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