Luftfrost

Luftfrost

Der Ausdruck Frost (german. Ableitung von frieren) bezeichnet das Auftreten von Temperaturen unterhalb 0°C (Gefrierpunkt von Wasser) insbesondere in der Umwelt, wovon vor allem Lebewesen, das Wasser und der Boden betroffen sind. Der Dauerfrost des Winters führt zur Winterruhe der Natur.

In den gemäßigten Breiten wird folgende subjektive Skala zur Beschreibung der Frosthärte benutzt.

  • geringer Frost: 0 bis -2 Grad Celsius
  • leichter Frost: -2 bis -5 Grad Celsius
  • mäßiger Frost: -5 bis -10 Grad Celsius
  • strenger Frost: -10 bis -15 Grad Celsius
  • sehr strenger Frost: unter -15 Grad Celsius

Sinken die Temperatur in 2 m Höhe unter 0 °C durch nächtliche Ausstrahlung bei wolkenlosem Himmel und in windgeschützten Lagen, spricht man von Nachtfrost. Dieser kann als Frühfrost im Herbst Erntefrüchte (Kartoffeln, Zuckerrüben) gefährden oder als Spätfrost im Frühjahr zu Schäden im Obst-, Wein- und Gartenbau führen.

Bodenfrost bedeutet, dass die Temperatur, die 5 cm über dem Boden gemessen wird, unter den Gefrierpunkt sinkt, während die Temperatur der offiziellen Messhöhe von 2 m über der Null-Grad-Grenze bleibt.[1] Boden, der das gesamte Jahr über gefroren bleibt, nennt man Dauer- oder Permafrostboden.

Man spricht von Luftfrost, wenn aus einer Inversionswetterlage heraus Regen fällt und unter den Einfluss bodennaher Kaltluft in 2 m Höhe die Feuchtigkeit in der Luft gefriert. Der sich niederschlagende Reif sorgt auf Brücken, freiem Gelände oder in Waldgebieten schnell für glatte Straßen.[2]

Der winterliche Frost kann je nach Region wenige Tage oder mehrere Monate dauern. In der Natur führt er zur Winterruhe bzw. Dormanz, hat direkten Einfluss auf die Keimruhe von Samen und löst die Schosshemmung von Nutzpflanzen durch Vernalisation.

Unter anderem für Straßendecken ist es besonders schädlich, wenn die Temperaturen über längere Zeit um den Gefrierpunkt pendeln und es zudem feucht ist. Der Wechsel zwischen Frost und Tauwetter führt dazu, dass Wasser in winzige Spalten eindringt und dort gefriert. Eis hat eine geringere Dichte als Wasser, braucht also mehr Platz. Es dehnt die kaum sichtbaren Spalten mit enormer Kraft ein wenig aus, sodass beim nächsten Mal etwas mehr Wasser hinein passt. Nach vielen Wiederholungen entstehen so sichtbare Schäden, es kommt zur Frostverwitterung. Frost führt so bei ungeschützten Wasserleitungen auch zu einem Wasserrohrbruch mit folgenden Wasserschäden.

In der Seefahrt bezeichnen die Begriffe Weißer Frost (engl.: White Frost) und Schwarzer Frost (engl.: Black Frost) eine Vereisung der Schiffsaufbauten. Weißer Frost entsteht aus der Gischt bei überkommender See (Salzwasser) in starkem Sturm, Schwarzer Frost bildet sich aus Nebel oder Nieselregen (Süßwasser) und kann zum Kentern des Schiffes führen.[3]

Inhaltsverzeichnis

Frostwarnung

Für verschiedene Bereiche, wie insbesondere die Landwirtschaft und Bauwirtschaft, ist es wichtig, schon im vornherein zu wissen, ob es zur Bildung von Frost kommen wird. Aus diesem Grunde wird eine Frostwarnung ausgesprochen, wenn Frost wahrscheinlich ist. Entscheidend hierfür ist die nächtliche Tiefsttemperatur, die zum Beispiel über die Taupunktregel vorausberechnet wird. Dabei existieren drei verschiedene Grade, die durch Sterne symbolisiert werden: kein Nachtfrost (*), Nachtfrost möglich (*) und Nachtfrost sehr wahrscheinlich (**). In der Landwirtschaft bietet eine Schneedecke den besten Frostschutz im Nutzpflanzenanbau, bei Spätfrösten im Frühjahr wird zum Schutz der empfindlichen Kulturen verbreitet die Frostschutzberegnung angewendet.


Weblinks

Ein Augenzeugenbericht

Einzelnachweise

  1. Bodenfrost gemäß wetter.net
  2. Quelle: Sendung:Alle Wetter im ZDF am 17.September 2008 um 19:25 Uhr
  3. Schwarzer Frost und Weißer Frost laut wetter.net

Siehe auch


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