Luis Stitzinger


Luis Stitzinger

Luis Stitzinger (* 1968) aus Höhenkirchen ist ein deutscher Sportphilologe, Extrembergsteiger sowie staatlich geprüfter Berg- und Skiführer.

Stitzinger ist Sohn des Bergführers Volkmar „Burschi“ Stitzinger und wuchs im Ostallgäu auf. Beruflich ist Stitzinger seit 1990 in München beim DAV Summit Club und dort seit 2004 für Expeditionen und Extrembergsteigen im Programm zuständig.[1] Er studierte an der Fakultät für Sportwissenschaften der Technischen Universität München und wurde dort 1999 für seine Arbeit Prävalenz von Eßstörungen im Sportklettern - ein Vergleich von Leistungs- und Breitensportkletterern mit dem „Dr. Gertrude Krombholz“-Preis ausgezeichnet.[2]

Stitzinger leitete zahlreiche Expeditionen, unter anderem zu Sieben- und Achttausendern. Seine Lebensgefährtin ist die Bergsteigerin und Diplomgeographin Alix von Melle (*1. September 1971).[3]

Achttausenderbesteigungen

  • 2000: Cho Oyu 8201 m mit einer deutschen DAV Summit Club Expedition im Herbst.
  • 2006: Gasherbrum II 8035 m mit einer deutschen DAV Summit Club Expedition, bei der alle 9 Teilnehmer an den Gipfel gelangen. Nach einem Ruhetag im Basislager machen sich Benedikt Böhm, Sebastian Haag und Luis Stitzinger nochmals auf den Weg zum Gipfel und erreichen diesen trotz kräftezehrender Spurarbeit in 12 Stunden 30 Minuten vom ABC 5900 m aus. Nach gelungener erster vollständiger Skibefahrung, wobei Steilstücke von über 50 Grad Steilheit befahren werden mussten, gelangen die drei Bergsteiger nach 17 Stunden Roundtrip wieder ins ABC-Lager zurück.[4]
  • 2008: Nanga Parbat 8125 m mit einer deutschen DAV Summit Club Expedition, bei der 6 von 7 Teilnehmern am 21. Mai den Gipfel über die klassische Kinshofer-Route der Diamirflanke erreichen, darunter 2 Frauen. Nach geglückter Besteigung verbleiben Josef Lunger aus Landsberg am Lech und Luis Stitzinger noch etwas länger am Berg, um eine Überschreitung des 10 Km langen Mazeno Kamms bis zum Gipfel des Nanga Parbat zu versuchen. Dabei gelingt ihnen die Zweitbesteigung des Mazeno Peak 7145 m. Vor Erreichen des Mazeno Cols 6940 m müssen sie aber nach 7 Klettertagen aufgrund zur Neige gehender Gas- und Essensvorräte abbrechen und über die Solo-Route (1978) Reinhold Messners zurück zum Diamir-Basislager absteigen. Nach einigen Ruhetagen bricht Stitzinger nochmals im Alleingang Richtung Gipfel auf und realisiert die erste Skibefahrung der zentralen Diamirflanke von 300 Meter unterhalb des Gipfels aus. Nach nur 24,5 Stunden kehrt er wieder ins Basislager zurück. [5]
  • 2009: Dhaulagiri 8167 m mit einer deutschen DAV Summit Club Expedition, bei der 8 von 10 Teilnehmern - darunter 3 Frauen - den Gipfel erreichen. Die geplante Skiabfahrt mit Rupert Hauer, Bergführer aus Mauterndorf/Lungau, Österreich, vom Dhaulagiri scheitert aufgrund schlechten Wetters, dafür gelingt die Erstbefahrung des benachbarten Tukuche Peak, 6920 m. [6]
  • 2010: Makalu 8485 m mit einer über den DAV Summit Club organisierten Sondergruppe, bei der 8 Teilnehmer aus Deutschland und 2 aus Südtirol mit an Bord sind. Aufgrund anhaltenden Jetstreams im Vormonsun 2010 läuft den meisten Teilnehmern schließlich die Zeit davon. Nur Josef Lunger, Alix von Melle und Luis Stitzinger verbleiben noch im Basislager und starten um den 24./25.5. einen letzten Gipfelversuch, wobei von Melle und Stitzinger wegen der extremen Kälte auf 8050 m umkehren und Lunger allein - als einer der wenigen Bergsteiger ohne künstlichen Sauerstoff - den Gipfel erreicht.[7]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Luis Stitzinger Interview im Allmountain-Magazin.
  2. Dr. Gertrude Krombholz-Preis wird erstmals verliehen, Pressemitteilung der TU München, 27. Januar 1999.
  3. Stephanie Geiger: Speedklettern: Mit Volldampf auf den Gipfel, Welt Online, 29. März 2008.
  4. www.explorersweb.com - The first German ski descent of G2
  5. http://www.explorersweb.com/everest_k2/news.php?id=17446
  6. http://www.goclimbamountain.de/projekte.php?artid=3&search=&page=&catid=#01id3
  7. http://www.goclimbamountain.de/projekte.php?artid=9&search=&page=&catid=#01id9

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