Lynn Joseph Frazier


Lynn Joseph Frazier

Lynn Joseph Frazier (* 21. Dezember 1874 im Steele County, Minnesota; † 11. Januar 1947 in Riverdale, Maryland) war ein US-amerikanischer Politiker und von 1917 bis 1921 der 12. Gouverneur von North Dakota.

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Frühe Jahre

Bereits im Jahr 1881 zog Lynn Frazer mit seinen Eltern in das damalige Dakota-Territorium, wo sie sich im Pembina County niederließen. Dort besuchte Frazer auch die örtlichen Schulen. Bis 1895 studierte er an der Mayville State Normal School und dann bis 1901 an der University of North Dakota in Grand Forks.

Neue Parteien in North Dakota

In den Jahren nach 1915 waren die beiden traditionellen Parteien, die Republikaner und die Demokraten, in North Dakota etwas in den Hintergrund getreten. Dafür waren die Non-Partisan Leage Party (NPL) und die Independent Voters Association (IVA) vorübergehend an deren Stelle getreten. Beide Parteien standen in scharfer Opposition zu einander. Die NPL vertrat eher sozialistische Standpunkte und sie war auch von dem ehemaligen Sozialisten A. Townley gegründet worden. Die Partei war kurzzeitig bundesweit organisiert, erreichte aber in North Dakota ihre größten Erfolge. Mit Lynn Frazier und Walter Madock stellten sie in diesem Staat zwischen 1917 und 1929 zwei Gouverneure. Die IVA wurde als Opposition zu der NPL von konservativen und kapitalistischen Kräften gegründet, deren Interessen sie vertrat. Mit Ragnvald A. Nestos und George Shafer stellte die Partei in den 1920er Jahren ebenfalls zwei Gouverneure. Seit 1933 spielten beide Parteien in North Dakota keine größere Rolle mehr. Die Republikaner und die Demokraten stellten dann die alten Machtverhältnisse wieder her.

Gouverneur von North Dakota

Im Jahr 1916 wurde Frazer zum neuen Gouverneur gewählt. Er hatte für die NPL kandidiert und war mit 79% der Stimmen gewählt worden. In den Jahren 1918 und 1920 wurde er jeweils wiedergewählt. In den ersten beiden Amtszeiten war Frazer als Gouverneur sehr populär. Damals wurde das Frauenwahlrecht in North Dakota eingeführt. Neben der Unterstützung der Kriegsanstrengungen der Bundesregierung für den laufenden Ersten Weltkrieg, wurden in North Dakota große Veränderungen eingeführt. Man setzte auf staatseigene Betriebe in allen Wirtschaftsbereichen. So entstanden unter anderem die Staatsbank (Bank of North Dakota) und eine staatliche Mühle. Eine Industriekommission, der der Gouverneur, der Justizminister, der Landwirtschaftsminister und der Wirtschaftsminister angehörten wurde gegründet, um die Leistung dieser staatlichen Betrieb zu kontrollieren. Das Steuer und Versicherungswesen wurde ebenfalls reformiert. Eine Verfassungsänderung trat in Kraft, wonach Amtspersonen per Abstimmung ihres Amtes enthoben werden konnten. Ironischerweise sollte Frazier das erste Opfer dieser Klausel werden. Der Grund für diese Maßnahme lag neben der kritischen Haltung der Opposition an einer Wirtschaftskrise, die sich nach dem Ersten Weltkrieg entfaltet hatte. Unter der Krise litt die Landwirtschaft besonders schwer. Die oppositionelle IVA sah in der Industriekommission und der Gründung staatlicher Betriebe einen Grund für die Krise und betrieb erfolgreich die Absetzung des Gouverneurs. Er war damit der erste Gouverneur eines amerikanischen Bundesstaates, der auf diese Weise sein Amt verlor. Insgesamt wiederholte sich dieses Verfahren bis heute nur noch einmal in Kalifornien im Jahr 2003 als Gouverneur Gray Davis durch Arnold Schwarzenegger ersetzt wurde.

Weitere Laufbahn

Nach dem abrupten Ende seiner Amtszeit als Gouverneur wurde Frazier für die Republikanische Partei in den US-Senat gewählt. Dort verblieb er zwischen 1923 und 1941. Nach dem Ausscheiden aus dem US-Kongress widmete sich Frazier seinen privaten Geschäften. Er verstarb im Januar 1947. Lyn Frazier war zweimal verheiratet und hatte insgesamt fünf Kinder.

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