Lübbecke (Kernstadt)


Lübbecke (Kernstadt)
Lübbecke Kernstadt
Stadt Lübbecke
Koordinaten: 52° 18′ N, 8° 37′ O52.302478.618088104Koordinaten: 52° 18′ 9″ N, 8° 37′ 5″ O
Höhe: 104 m ü. NN
Fläche: 17,18 km²
Einwohner: 15.934 (31. Dez. 2007)
Postleitzahl: 32312
Vorwahl: 05741
Karte

Lage von Lübbecke Kernstadt in Lübbecke

Die Kirche St. Andreas im historischen Zentrum der Kernstadt

Lübbecke Kernstadt ist ein Bereich von Lübbecke im Kreis Minden-Lübbecke in Ostwestfalen. Die Kernstadt von Lübbecke umfasst im Wesentlichen das Gebiet der alten Stadt Lübbecke vor der Gebietsreform 1973. Lediglich kleine vormals zu Lübbecke gehörige Teile, die nördlich des Mittellandkanals liegen wurden im Zuge der Gebietsreform aus Lübbecke ausgegliedert und in die Stadt Espelkamp eingegliedert.

Im §3 der Hauptsatzung der Stadt Lübbecke wird der Bereich der Kernstadt nicht definiert oder erwähnt. Er ist daher laut Hauptsatzung auch keine Ortschaft mit Ortsvorsteher. Gemeinhin wird Lübbecke Kernstadt aber umgangssprachlich als Ortschaft, Ortsteil oder Stadtteil aufgefasst und damit begrifflich den Ortschaften gleichgesetzt. Der Begriff Lübbecke Kernstadt wird auch beispielsweise von der Stadt Lübbecke in ihrer Einwohnerstatistik angegeben. Daraus geht hervor, dass Lübbecke Kernstadt den Teil der Stadt Lübbecke umfasst, der nicht zu den eigentlichen Ortschaften gezählt wird. Folglich entspricht Lübbecke Kernstadt der Stadt Lübbecke mit dem Gebietsstand vor dem 1. Januar 1973. Die Kernstadt von Lübbecke hat rund 16.000 Einwohner auf 17,22 km² (das sind rund ein Viertel der Stadtfläche Lübbeckes und knapp 62 % der Bewohner der Gesamtstadt), ist damit der weitaus größte Stadtteil Lübbeckes und stellt den städtischen Kern der Stadt Lübbecke dar. Die Kernstadt ist hinsichtlich der Fläche nahezu deckungsgleich mit der Kirchengemeinde Lübbecke. Der oft genannte Begriff der "City" von Lübbecke ist nicht ohne weiteres mit der Kernstadt gleichzusetzten, da die City im allgemeinen Verständnis, wie sich dies u.a. auch bei Richtungsschildern im Straßenverkehr zeigt, nur wirklich den zentralen Bereich Lübbeckes im Bereich der Altstadt meint.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Im Süden der Kernstadt, im Gebirge, liegen einige alte Steinbrüche
Der Marktplatz mit dem alten Rathaus (links) und dem Wahrzeichen Lübbeckes, dem Bierbrunnen (rechts)
Im Bereich der historischen Altstadt gibt es noch alte Fachwerkhäuser, wie z.B. hier in der Pfarrstarße
Der Norden der Kernstadt, wie hier Nähe des Kanals im Winter, ist dünn besiedelt und noch heute großteils agrarisch geprägt
Die Topographie der Kernstadt
Die Grafik verdeutlich die Verteilung der Flächennutzung und die Zuordnung zu den Teillandschaften

Der Ort Lübbecke liegt im Lübbecker Lößland am Nordrande des Wiehengebirges, wo dieses in seinem am weitesten nach Norden vorspringenden Teile durch eine Paßfurche durchschnitten wird. Das Stadtzentrum liegt in etwa 95 m Höhe und fällt nach Norden ab.

Der Bereich der Kernstadt umfasst jedoch nicht nur die eigentliche City, sondern erstreckt sich vom Kamm des Wiehengebirges im Süden bis zum Mittellandkanal im Norden. Zum Gebiet gehören die Teillandschaften

Somit hat die Kernstadt Anteil an allen Teillandschaften der „Gesamtstadt“ Lübbecke. Das südliche gebirgige Drittel der Kernstadt ist komplett von Wald bedeckt und unbewohnt, (wenn man von den südlichsten Baugrundstücken in Hanglage absieht, die bereits zu diesem Teilraum zu rechnen sind). Die höchsten Berge des Wiehengebirges (Heidbrink, Wurzelbrink, u. a.) liegen hier.

Die eigentliche Wohnbausiedlung liegt im mittleren Teil (überwiegend im naturräumlichen Bereich des Lübbecker Lößlandes aber teilweise auch schon in der Rahden-Diepenauer Geest) und umfasst mit rund 4,5 km² rund ein Drittel der Kernstadt, wobei die City, also die Altstadt, die lediglich 0,22 km² umfasst, im südlichen Teil dieses Drittels liegt, was damit begründet ist, dass neue Baugrundstücke im 20. Jahrhundert aufgrund der Reliefs kaum Richtung Süden, sondern nur in die ebenen Flächen nach Norden hinaus erschlossen werden konnten. Der Bereich des Lübbecker Lößlandes weist in der Kernstadt heute kaum noch unbebaute landwirtschaftliche Flächen auf. Die einzig verbliebene nennenswerte Ackerfläche liegt zwischen dem Krankenhaus und der Bundesstraße 65 (beiderseits der Virchofstraße) und ist rund 40 Hektar groß.

In den begrenzt verfügbaren Berglagen in Waldnähe im ganz im Süden (Schützenstraße, Obere Tilkenbreite, Osterstraße, u. a.) befinden sich heute die eher exklusiven Wohngebiete. Die nördlichen Siedlungsgebiete, insbesondere nördlich der Bundesstraße 65, bzw. der Bahnlinie wurden erst nach dem Zweiten Weltkrieg erschlossen. Hier sind eher Reihenhaussiedlungen und Einzelhäuser mit vergleichsweise kleinen Grundstücken, sowie vereinzelt auch Hochhauskomplexe das bestimmende Element. „Jenseits des Bahndammes“ avancierte in diesem Zusammenhang zu einem geflügelten Wort, wenn die Lage vermeintlich weniger attraktiven Wohngegenden beschrieben werden soll.

Der nördlichte Drittel der Kernstadt umfasst, naturräumlich bereits Teil der Rahden-Diepenauer Geest, neben größeren landwirtschaftlichen Flächen vor allem auch das Lübbecker Industriegebiet. Auch ein Teil des Naturschutzgebiets Rauhe Horst – Schäferwiesen liegt hier im Norden der Kernstadt. Wohnbevölkerung ist im Lübbecker Norden kaum vorhanden und beschränkt sich auf ehemalige Bauernhöfe oder Gutshäuser. Hier befindet sich der Großteil der Fabriken und Großunternehmen, sowie Autohäuser, Großhändler, usw., sowie nicht zuletzt der Lübbecker Industriehafen.

Mit rund 925 Einwohnern pro km² weist die Kernstadt eine signifikant höhere Einwohnerdichte als der Rest der Stadt Lübbecke auf. (In der Gesamtstadt Lübbecke leben im Schnitt 400 Menschen auf einem km², in allen anderen Stadtteilen, also ausschließlich der Kernstadt, sind es sogar nur 211 Einw. pro km²). Hier ist zu berücksichtigen, dass das Wiehengebirge unbewohnt und der Nordteil der Kernstadt nur marginal besiedelt ist. Dies berücksichtigend kann man für den zentralen Citybereich (rund 5 km²) eine Einwohnerdichte von 2.000 bis 2.500 Einw. pro km² postulieren.

Untergliederung

Die drei Bezirke der evangelischen Gemeinde Lübbecke.

Die Kernstadt selbst stellt in ihrer Gesamtheit zwar nicht de iure, aber faktisch einen eigenen Stadtteil dar. Administrativ wird die Kernstadt daher nicht mehr in Stadtteile oder -bezirke unterteilt. Aus sachlichen Gründen ist es aber so, dass die Kernstadt für verschiedene Aufgabenfelder in Bezirke unterteilt ist, allerdings in jeweils verschiedener Anzahl und Zuschnitt. Für die Koordinierung der Abfallbeseitigung z.B. bildet die Kernstadt südlich der B65, dann mit den Stadtteilen Blasheim, Obermehnen, Stockhausen, Alswede, Nettelstedt den Bezirk 1, alles nördlich der B 65 der Kenstadt Lübbecke, zusammen mit Eilhausen und Gehlenbeck den Bezirk 2.[1] Die Kirchengemeinde Lübbecke unterteilt sich in drei Bezirke, den Thomas-, Andreas- und Matthäusbezirk.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einw. Einw./km²
1818 (1. Dez.) ¹ 1.906 113³
1843 (unbek.) 2.750 163³
1858 (1. Dez.) ¹ 2.700 160³
1871 (1. Dez.) ¹ 2.705 149³
Jahr Einw. Einw./km²
1885 (1. Dez.) ¹ 2.871 167
1890 (unbek.) 2.994 174
1900 (1. Dez.) ¹ 3.636 211
1905 (unbek.) ¹ 4.002 222
1910 (1. Dez.) ¹ 4.296 250
Jahr Einw. Einw./km²
1925 (16. Juni) ¹ 4.434 258
1933 (unbek.) 5.275 307
1939 (17. Mai) ¹ 6.073 353
1946 (unbek.) ¹ 7.670 446
1950 (13. Sept.) ¹ 8.549 497
Jahr Einw. Einw./km²
1953 (unbek.) ¹ 9.500 553
1961 (6. Juni) ¹ 10.498 611
1970 (27. Mai) ¹ 11.290 657
1980 (unbek.)² 12.000 697
2007 (31. Dez.) 15.934 925

¹ Volkszählungsergebnis (Angabe für jeweils aktuellen Gebietsstand, bis 1970 Stadt Lübbecke/ ab 1980 Kernstadt)

² Wert nicht belegbar, nur aus der Erinnerung des Verfassers

³ Bezogen auf die damalige Fläche von 16,84 km² (6675 Preußische Morgen), ab 1871 18,08 km², ab 1910 17,19 km², ab 1973 17,22 km²

Bedeutung der Kernstadt Lübbecke

Die Karte zeigt die Situation im Jahre 1896: Der Bereich der heutigen Kernstadt war noch überwiegend landwirtschaftlich geprägt. Z.B. lag der Hauptbahnhof noch weit außerhalb der eigentlichen Stadt. Zur Erleichterung der Orientierung sind die Grenzen der derzeitigen zentralstädtischen Bebauung Lübbeckes (und Espelkamps) sowie der heutige Mittellandkanl farblich ergänzt.

Die Kernstadt Lübbecke ist im Kreis Minden-Lübbecke neben Minden, die einzige historische „echte“ Stadt, die bereits im Mittelalter über das Stadtrecht verfügte und damals die Kennzeichen einer Stadt aufwies (Stadtmauer, Marktplatz, usw.). Alle anderen Städte im Kreisgebiet entstanden entweder im 18. und 19. Jahrhundert, wobei die jeweiligen Stadtkerne noch heute kaum mehr als Haufendörfer sind (Rahden, Preußisch Oldendorf, usw.), oder erst im 20. Jahrhundert, entweder durch faktische Neugründung (Espelkamp, Bad Oeynhausen) oder erhielten aufgrund größzügiger Eingemeindungen verschiedener Dörfer im Rahmen der Gebietsreform des Jahres 1974 die notwendige Einwohnerzahl für das Stadtrecht (Petershagen[2] eingeschränkte, Porta Westfalica), ohne dadurch den Dorfcharakter wirklich eingebüßt zu haben. Die Kernstadt Lübbecke ist daher heute unangefochten das kulturelle Zentrum des ehemaligen Kreises Lübbecke. Im Kreisgebiet verfügt neben Minden nur die Kernstadt Lübbecke über eine historische Altstadt mit der typischen Ballung von Kneipen, Restaurants und Diskotheken und einem vergleichsweise touristisch-attraktiven Flair. (Kirche, alte Stadthäuser).

Evangelische Kirchengemeinde

Zur Kirchengemeinde Lübbecke gehören 8.409 Seelen, die vom Pfarrer Eberhard Helling geleitet werden. Das Gemeindegebiet unterteilt sich in drei Unterbezirke um das Thomas Gemeindehaus, das Andreas Gemeindehaus und um die Andreaskirche. Die Kirchengemeinde Lübbecke gehört zur Region Lübbecke, die die Evangelisch- Lutherischen Kirchengemeinden Blasheim, Gehlenbeck, Lübbecke und Nettelstedt, nicht aber die von Alsede, umfasst.[3]

Fußnoten

  1. Abfallkalender Lübbeckes
  2. Petershagen wurde 1320 eine so genannte Minderstadt, also eine Ortschaft mit eingeschränkten Rechten einer Stadt
  3. Aussage auf der Webseite des Kirchenkreises Lübbecke

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