M.A.M.E.


M.A.M.E.
M.A.M.E.
MAME-logo.jpg
Aktuelle Version 0.144
(13. November 2011)
Betriebssystem plattformunabhängig
Kategorie Arcade-Emulator
Lizenz eigene
MAMEDev.org

M.A.M.E. (Multiple Arcade Machine Emulator) ist ein Open-Source-Projekt mit dem Ziel, die elektronische Hardware von Videospielautomaten auf einem Computer mit Software nachzubilden und so die dazugehörenden Spiele wieder lauffähig zu machen.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Nicola Salmoria fing gegen Ende 1996 damit an, verschiedene Hardware-Emulatoren zu schreiben, welche Anfang 1997 zu einem Programm zusammengefasst wurden. Die erste Version MAME 0.1 wurde am 5. Februar 1997 veröffentlicht. Mittlerweile ist das Team rund um den M.A.M.E. auf über 100 Personen weltweit angewachsen.

In der Version 0.140 vom 21. Oktober 2010 unterstützt M.A.M.E. insgesamt 8959 ROMs, wovon 4510 eigenständige Spiele sind (die anderen Spiele sind Ableger oder Versionen in anderen Sprachen) von über 477 Herstellern und über 849 Automaten-Typen. Dabei werden nur Automaten, die auf einem programmierten Mikroprozessor beruhen, unterstützt; die in TTL-Technik konstruierten Automaten der frühen 1970er Jahre (wie etwa Pong und Breakout) werden nicht emuliert. Aufgrund der Hartnäckigkeit einiger Arcade-Fans wurden schon lange verloren geglaubte Spielautomaten wie z. B. Polyplay, Asteroids und Galaga wieder zum Leben erweckt. Aber auch die Möglichkeit, diese einmalige Periode der Automatenspiele nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, begeistert viele Fans dieses Emulators.

Ca. 80 % aller Automaten wurden bis jetzt emuliert, die anderen 20 % sind noch in Arbeit oder auch zu neu, um überhaupt emuliert werden zu können, bzw. fallen auch unter die 3-Jahres-Klausel von Mame, die Arcade-Neuentwicklungen schonen soll. Das Problem sind bei den noch nicht emulierten Spielen meist die verschlüsselten ROMs, sowie komplizierte Steuerungen bzw. Automaten mit speziellen Funktionen wie z. B. Zwei Bildschirmen, bei denen oftmals der obere nur für die Anleitung reserviert wurde, z. B. dem NES Playchoice-10 oder Sega Mega Drive Arcade-Automaten (in neueren Versionen gelöst durch eine einfache Umschaltmöglichkeit im Tab-Menü).

Funktionen

M.A.M.E. arbeitet wie fast alle Emulatoren, indem es die gesamte Hardware eines Automaten per Software nachahmt (emuliert) und dem Spiel so seine gewohnte Umgebung „vorgaukelt“. Schon auf einem PC mit 500 MHz Taktfrequenz laufen die meisten älteren Spiele bis 1988 flüssig. Neuere Spiele wie z. B. Tekken oder Ridge Racer laufen jedoch auch mit den neuesten CPUs nicht. Das Problem liegt an den vielen Prozessoren auf jeder Arcadeplatine, jeder einzelne Chip muss von der Computer-CPU emuliert werden; dabei wird die Arbeit bewusst nicht vom 3D-Chip der Grafikkarte übernommen, da die meisten Original-Automaten ebenfalls keinen 3D-Chip besaßen.
Um die richtige Atmosphäre zu schaffen, ist es möglich, Joypads oder andere Spieleperipherie mit dem Programm zu verwenden.

Genauigkeit

Manche Chips (z. B. Atari POKEY) werden normalerweise „zu exakt“ emuliert, daher gibt es verschiedene Einstellmöglichkeiten. Auch lässt sich die Grafik mittels Bildschirmmasken (Software) absichtlich verschlechtern, um eine Original-Retrooptik zu erhalten.

Industrie

Rund um M.A.M.E. hat sich in den letzten Jahren eine kleine Industrie gebildet, die spezielle Automatengehäuse, originale Arcade-Joysticks und angepasste Schnittstellenhardware zur Kopplung von PC und Automat anbietet.

Verfügbarkeit

M.A.M.E. ist nicht auf Windows-Systeme beschränkt. Durch seine Quelloffenheit gibt es Portierungen auf fast jedes erdenkliche Betriebssystem. Außerdem gibt es Versionen für Konsolen wie zum Beispiel die Dreamcast oder XBox. Da der eigentliche Emulator keine eigene grafische Benutzeroberfläche besitzt, existieren zahlreiche so genannte Frontends oder Versionen (MameUI), die die Bedienung vereinfachen und die Übersicht über die Spielesammlung erleichtern. Es gibt sogar Portierungen auf Linux (Knoppix), die direkt von einer CD starten und dadurch jeden PC in eine temporäre Arcademaschine verwandeln können.

Für die Emulation von alten Spielekonsolen und Computersystemen siehe auch M.E.S.S., der auf M.A.M.E. basiert.

Lizenz

Die Emulation der alten Hardware wird von vielen als legal betrachtet. Dies gilt jedoch nicht für die Spiele, für welche der Hersteller das Urheberrecht hat und die nicht enthalten sind. (Siehe auch Abandonware).

Der Emulator selbst liegt offen als Quellcode vor, ist jedoch nicht als freie Software im Sinne der GPL zu betrachten, da die Mame-Lizenz es untersagt, aus den Mame-Sourcen ein neues kommerzielles Programm zu erstellen. Diese Klausel ist mit der klassischen GPL nicht vereinbar. Die Mame-Lizenz dient heute vor allem auch als Vorlage für Freeware-Autoren, die ihre Programme nicht anderswo versilbert sehen wollen.

An den Original-Automaten ist es teilweise möglich, dass zwei bis vier Spieler parallel spielen; um dieses auch über den Emulator zu ermöglichen, griffen einige MAME-Versionen auf ein proprietäres Multiplayer-Protokoll zurück, das auch Onlinepartys erlaubt. Diese MAME-Versionen sind jedoch nicht legal und dürfen sich nicht MAME nennen.

ROMs

Die ROMs kann man teils käuflich erwerben (als Image vom Hersteller oder durch Kauf gebrauchter Platinen und deren Auslesung). Viele ROM-Sammlungen auf DVD oder aus dem Internet wie auch manche MAME-Versionen sind allerdings nicht legal. Alternativ sind viele Retro-Spiele aber auf Kompilationen im normalen Handel erhältlich. Manchmal liegen die ROM-Inhalte dort in verwendbarer Form vor. Der Quellcode des Emulators ist für Fans auf jeden Fall interessant, weil er viele Details und Kommentare über die Automaten enthält und selbst kompiliert werden kann.

Bislang gab es nur drei – eher unbedeutende – Spiele, die von den jeweiligen Entwicklern für den privaten Gebrauch freigegeben und auf der MAME-Homepage zum Download angeboten wurden. Anfang 2008 kamen elf weitere, teils bekannte Spiele vom Publisher Exidy hinzu. Die ROMs für den ehemaligen DDR-Automaten Polyplay sind dort nicht mehr erhältlich.

Auswahl unterstützter Spiele

Siehe auch

  • Visual PinMAME - abgeleitetes Programm zur Emulation von Flipper-ROMs

Literatur

  • Hansjürg Wüthrich: Emulatoren – Wie Computersysteme und Spielkonsolen unsterblich werden, Skriptorium-Verlag 2007. ISBN 978-3-938199-08-4

Weblinks

  • MAMEDev – offizielle Seite des MAME-Projektes
  • Mame OS X – offizielle Seite für die Mac OS X Version des MAME-Projektes
  • SDLMame – offizielle Seite für Linux und andere Betriebssysteme

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