Maputo-Bucht


Maputo-Bucht
Satellitenfioto der Maputo-Bucht

Die Maputo-Bucht (portugiesisch: Baía de Maputo), ehemals Delagoa-Bucht (portugiesisch: Baía da Lagoa, deutsch: „Lagunenbucht“) ist ein Meeresarm des Indischen Ozeans an der Küste von Mosambik. Die Bucht erstreckt sich über rund 113 Kilometer von Norden nach Süden und hat eine Breite von ungefähr 32 Kilometer.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Die Bucht bildet den nördlichen Abschluss der Lagunen, welche die Küste der Saint Lucia Bay säumen. Sie öffnet sich dem Meer nach Nordosten. Der südliche Teil der Bucht wird von einer Halbinsel gebildet, die Machangulo-Halbinsel genannt wird und auf ihrer inneren oder westlichen Seite einen sicheren Ankerplatz bietet. Am nordwestlichen Ende liegt der Hafen Melville. Nördlich von der Halbinsel liegt die Insel Inhaca, und darüber hinaus gibt es eine kleinere Insel, die als Elefanteninsel bekannt ist.

Trotz eines Hindernisses bei der Einfahrt und einer Anzahl von seichten Stellen innerhalb der Bucht ist die Maputo Bay ein wichtiger Hafen, der großen Schiffen in allen Jahreszeiten zugänglich ist. Das umliegende Land ist niedrig und nicht fruchtbar, die Insel von Inyak aber hat eine Höhe von 73 Meter und beherbergt ein Sanatorium. Ein 4 bis 6 Meter tiefer Fluss, der Komati, mündet in die Bucht an ihrem nördlichen Ende. Mehrere kleinere Ströme, der Matola, der Umbeluzi, und der Tembe, die in den Lebombo-Bergen entspringen, treffen gegen Mitte der Bucht in die Mündung, die von dem Portugiesen Espirito Santo genannt wurde, aber im allgemeinen als Englischer Fluss bezeichnet wird. Der Maputo, der seine Quellen in den Drakensbergen hat, mündet im Süden in die Bucht, ebenso der Umfusi. Diese Flüsse werden häufig von Flusspferden und Krokodilen aufgesucht.

Geschichte

Die Bucht wurde 1502 vom portugiesischen Seefahrer Antonio de Campo, einem Begleiter Vasco da Gamas, entdeckt. Daraufhin wurde die portugiesische Handelsniederlassung von Lourenço Marques (heute Maputo) gegründet, nicht weit vom Nordufer des Englischen Flusses entfernt.

1720 baute die Niederländische Ostindien-Kompanie bei Lourenco Marques ein Fort und eine Faktorei, die Lijdzaamheid (Lydsaamheid) (deutsch: Geduld(samkeit)) genannt wurden. Seit dem April 1721 wurden sie von einem Opperhoofd (deutsch: Oberhaupt/Hauptfaktor) unter der Befehlsgewalt der holländischen Kapkolonie verwaltet, unterbrochen vom April 1722 bis zum 28. August 1722 durch die Inbesitznahme durch den Piraten John Taylor; im Dezember 1730 wurde die Siedlung verlassen. Zwischen 1777 und 1781 war in der Region ein österreichisches Kolonialfort besetzt.

Danach hatten die Portugiesen – periodisch – Tauschstationen in der Espirito-Santo-Mündung. Diese Stationen wurden durch kleine Forts geschützt, normalerweise unfähig Angriffen von Einheimischen standzuhalten.

1823 entdeckte Kapitän (später Vize-Admiral) W. F. W. Owen von der britischen Royal Navy, dass die Portugiesen keinen Einflussbereich südlich der Siedlung Lourenço Marques ausüben. Daraufhin schloss er Abtretungsverträge mit den einheimischen Oberhäuptern ab, hisste die britische Fahne und eignete sich das Land südwärts vom Englischen Fluss an. Als er die Bucht 1824 wieder besuchte, stellte er fest, dass die Portugiesen die britischen Verträge ignoriert und andere Verträge mit den Einheimischen abgeschlossen hatte. Er bemühte sich militärisch erfolglos, das Land wieder in Besitz zu nehmen.

Kapitän Owen überließ das Land den Portugiesen, aber die Herrschaft beider Mächte blieb unentschieden, bis die Ansprüche der Südafrikanischen Republik eine Lösung der Frage erforderten. Inzwischen hatte Großbritannien keine Schritte unternommen, Einfluss auszuüben, während die Zerstörungen durch die Zulu den portugiesischen Einfluss zu den Grenzen ihrer Forts beschränkten. 1835 versuchten Buren unter einem Anführer, Orich genannt, eine Siedlung in der Bucht zu gründen. 1868 beanspruchte der Präsident der Südafrikanischen Republik, Marthinus Wessel Pretorius, das Land auf jeder Seite des Maputa bis zum Meer. Aber schon im folgenden Jahr anerkannte die Südafrikanische Republik Portugals Anspruch auf die Bucht. 1861 erklärte Kapitän Bickford, dass Inhaca und die Elefant-Inseln britisches Territorium seien; eine Gesetz protestierte gegen die portugiesische Regierung.

1872 wurde der Streit zwischen Großbritannien und Portugal bei Adolphe Thiers, dem französischen Präsidenten, zum Urteil eingereicht. Am 19. April 1875 entschied sein Nachfolger Patrice de Mac-Mahon zu Gunsten der Portugiesen. Zuvor hatten Großbritannien und Portugal vereinbar dass das Verkaufsrecht im Falle eines Verkaufs oder einer Abtretung dem erfolglosen Antragsteller der Bucht gegeben werden sollte. Die portugiesische Herrschaft über das Hinterland wurde bis einige Zeit nach Mac-Mahons Schiedsspruch nicht hergestellt; nominell hatte der Matshangana-Führer Umzila das Land südlich vom Manhissa schon 1861 abgetreten.

1889 entstand noch ein weiterer Streit zwischen Portugal und Großbritannien als Folge der Inbesitznahme der Portugiesen durch den Eisenbahnverlauf von der Bucht zum Transvaal. Dieser Streit wurde ebenfalls zu Schlichtung weitergeleitet, und 1900 wurde Portugal dazu verurteilt, beinahe eine Million Pfund Entschädigung an die Aktionäre der Eisenbahngesellschaft zu zahlen.

Quellen und Literatur

  • Sir Edward Hertslet: The Map of Africa by Treaty. III. 991-998, Cass, London 1909; Nachdruck 1967; ISBN 0714611425
  • The British Blue-Book 1875: Delagoa Bay, Correspondence respecting the Claims of Her Majesty's Government. London 1875
  • Marinus Lodewijk van Deventer: La Hollande et la Baie Delagoa. Den Haag 1883
  • George McCall Theal: The Portuguese in South Africa. London 1896
  • George McCall Theal: History of South Africa since September 1795, Band V, London 1908.
  • William Fitzwilliam Owen: Narrative of Voyages to Explore the Shores of Africa, Arabia, and Madagascar: Performed in H. H. ships Leven and Barracouta / Under the Direction of Captain W. F. W. Owen. J. & J. Harper, New York 1833.

Weblinks

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