Margaret Beaufort, Mutter von Henry VII.


Margaret Beaufort, Mutter von Henry VII.
Lady Margaret Beaufort, Gemälde von Rowland Lockey, ca. 1500

Margaret Beaufort (* 31. Mai 1443 in Bletsoe, Bedfordshire; † 29. Juni 1509) war eine englische Renaissancefürstin und Mutter des späteren Königs Heinrich VII. Tudor von England.

Inhaltsverzeichnis

Frühes Leben

Margaret war die Tochter und Erbin von John Beaufort, 1. Herzog von Somerset und Margarete Beauchamp von Bletsoe († 1482), Enkelin von John Beaufort, 1. Earl of Somerset.

1450 wurde sie als Siebenjährige mit John de la Pole, 2. Herzog von Suffolk verlobt, diese Verbindung wurde aber bereits nach kurzer Zeit wieder gelöst, als ihr Cousin Henry VI. die Vormundschaft über sie an seine Halbbrüder Edmund Tudor, 1. Earl of Richmond, und Jasper Tudor, Earl of Pembroke, gab und Edmund sie 1455 als Zwölfjährige heiratete. Ob es eine persönlich glückliche Ehe war, ist nicht bekannt, sicher ist jedoch, dass sie kurz war, da Edmund im November 1456 verstarb. Zu diesem Zeitpunkt war Margaret bereits im siebten Monat schwanger und gebar am 28. Januar 1457 den gemeinsamen Sohn Henry Tudor in Pembroke Castle, dem Schloss ihres Schwagers, mit 13 Jahren. 1459 heiratete sie Henry Stafford († 1471), den Sohn von Humphrey Stafford, 1. Herzog von Buckingham. Als während der Rosenkriege Pembroke Castle in die Hände der Anhänger Yorks fiel, wurde die Vormundschaft ihres fünfjährigen Sohnes Heinrich an Lord Herbert of Raglan verkauft.

Schaffen

Im Anschluss an die Schlacht von Tewkesbury im Mai 1471, in der ihre gesamte Familie ausgelöscht wurde und Henry über Nacht zum einzigen lebenden Repräsentanten des Hauses Lancaster wurde, segelte Jasper Tudor mit dem Fünfzehnjährigen am 2. Juni von Tenby in die Bretagne. Nachdem König Edward IV. um Ostern 1483 starb, sein Bruder Richard, Earl of Gloucester den Thron bestieg und seine beiden Neffen in den Tower sperren ließ, trat Margaret mit der Witwe des früheren Königs in Kontakt und arrangierte die Verlobung ihres Sohnes Henry mit der ältesten Königstochter Elizabeth von York gegen die garantierte Unterstützung Henrys durch die Familie der Königin. Im Sommer 1483 schlug sich auch der Herzog von Buckingham auf ihr Seite. Doch noch vor Ende September erfuhr König Richard von den Plänen, der Coup flog auf und Buckingham wurde hingerichtet. Margaret entkam diesem Schicksal nur dank der einflussreichen Familie ihres dritten Mannes, Thomas Stanley, 1. Earl of Derby. Stattdessen wurden ihr ihre Bediensteten entzogen und jeglicher Kontakt mit ihrem Sohn unterbunden. Doch sie bearbeitete ihren Gatten gut und als Henry im August 1485 in Südwales landete, konnte er sich der Unterstützung der Stanleys sicher sein. Nach der siegreichen Schlacht von Bosworth wurde Thomas Stanley mit der Grafschaft Derby belohnt, Margaret wurde Countess of Richmond and Derby und erhielt außerdem die Vormundschaft über Edward Stafford, 3. Herzog von Buckingham, den Sohn ihres ehemaligen Verbündeten. Das Parlament von 1485 erklärte sie außerdem zu "einer eigenständigen Person" und gab ihr damit Verfügungsgewalt über ihre enormes Vermögen, zudem wurde ihr das Recht gewährt mit 'Margaret R' zu unterschreiben und sich Königinwitwe zu nennen. 1486 erfüllte sich ein weiterer ihrer Pläne, als am 18. Januar ihr Sohn Heinrich VII. Elizabeth von York, die Tochter Edwards IV. heiratete, eine Verbindung die das Ende der Rosenkriege bedeuten sollte. Im Anschluss daran zog Lady Magaret sich aus dem politischen Leben zurück und wandte sich dem häuslicheren Leben zu. Besonderes Interesse widmete sie den genau festgelegten Abläufen von Geburt, Taufe und Kinderstube ihrer Enkelin. Sie schrieb genaue Anweisungen nieder, wie alle Räume eingerichtet zu sein hätten und wer bei den diversen Ereignissen anwesend sein müsse, und wie die Kinderstube organisiert werden sollte. Margaret war verantwortlich für die Verwaltung des ihrigen und des Vermögens ihres Mündels, des Herzogs von Buckingham, und es steht fest, dass sie diese Aufgabe sehr gewissenhaft erfüllt hat, denn als der Herzog die Volljährigkeit erreichte galt er als einer der reichsten Männer Englands. Sie machte außerdem großzügige Spenden an das Christ's College der Universität Cambridge und gründete das dortige St. John's.

Bildung und Religion

Margaret ist als eine große und würdevolle Person beschrieben, war sehr intelligent und belesen, sie sprach fließend Französisch und bereute ihr Leben lang, nicht mehr Latein gelernt zu haben. Sie war dafür bekannt jeden Tag mehrere Stunden in Gebet und Meditation zu verbringen, vier oder mehr kniende Messen täglich zu hören und vor dem Schlafengehen eine Viertelstunde in der Kapelle zu verbringen. Sie hielt die Fastenregeln streng ein und beschränkte sich vor Ostern auf eine Fischmahlzeit pro Tag. Neben ihrem Sohn war Religion ihr wichtigster Lebensinhalt.

Tod

Nachdem im Februar 1503 Königin Elizabeth bei der Geburt ihres achten Kindes starb, alterte Heinrich beträchtlich und seine Gesundheit verschlechterte sich rapide, er lebte noch sechs weitere Jahre, verschied jedoch im April 1509 im Alter von 52 Jahren. Seine Mutter Lady Margaret überlebte ihn nicht lange. Sie kam im Juni desselben Jahres nach London, um bei der Krönung ihres Enkels Heinrichs VIII. anwesend zu sein und wohnte im Haus des Abtes von Westminster. Dort, inmitten der Nachkrönungsfestivitäten, verstarb sie am 29. Juni 1509 im Alter von 66 Jahren und wurde neben ihrem Sohn und ihrer Schwiegertochter in der Kapelle Heinrichs VII. in der Westminster Abbey beigesetzt.

1488 wurde Margaret der Hosenbandorden verliehen. Ihr Sohn soll ihr zeitlebens sehr ergeben gewesen sein.

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