Margarete von der Saale


Margarete von der Saale
Margarethe von der Saale

Margarethe von der Saale (* 1522; † 6. Juli 1566 in Spangenberg) war die zweite Ehefrau von Landgraf Philipp von Hessen.

Margarethe wurde als Tochter von Anna von Miltitz und Hans von der Saale geboren. Der bereits verheiratete Landgraf Philipp lernte sie im Alter von 17 Jahren kennen. Seine Ehe mit Christine von Sachsen soll von Anfang an zerrüttet gewesen sein: Er habe „nihe liebe oder brunstlichkeit zu ir gehabt. [Auch] wie wol sie sust from, aber warlich sust unfreindtlich, heslich, auch übel geroch.“ Andererseits hatten sie immerhin neun zwischen 1527 und 1547 geborene Kinder, so dass der zitierte Ausspruch wohl eher als Rechtfertigungsversuch anlässlich seiner zweiten bigamistischen Ehe zu werten ist.

Seine Absicht, Margarethe morganatisch zu heiraten, rührte daher, dass er sich einerseits vom Abendmahl ausgeschlossen hielt, solange er „in Sünde“ mit einer anderen als seiner Ehefrau lebte. Eine Scheidung wollte er aber nicht, sei es aus religiösen, sei es aus politischen Bedenken. Er suchte den Reformator Martin Luther um Beurteilung nach, der am 10. Dezember 1539 schrieb, dass zwischen den beiden Übeln Scheidung und Bigamie letzteres wohl das geringere sei. Die Trauung fand am 4. März 1540 im Rotenburger Schloss im Beisein von Martin Bucer und Philipp Melanchthon durch Dionysius Melander statt. Nach der Trauung bewohnte Margarethe zunächst das Wasserschloss Wolkersdorf im heutigen Bottendorf (Burgwald) bei Frankenberg. Später wurde ein Fachwerkhaus am Marktplatz in Spangenberg ihr Wohnsitz. Bei Hof in Kassel war sie – selbst nach dem Tod der Landgräfin Christine – nie zugelassen.

Aus der Ehe gingen neun Kinder hervor, die späteren Grafen von Diez, „aus dem Hause Hessen“:

  • Philipp (1541-1569)
  • Hermann (1542-1568)
  • Christoffel Ernst (1543-1603)
  • Margarethe (1544-1608)
  • Albrecht (1546-1569)
  • Philipp Conrad (1547-1569)
  • Moritz (1553-1575)
  • Ernst (1554-1570)
  • Anna (1557-1558)

Die Ehe Philipps mit Margarethe von der Saale führte zu einer entscheidenden Schwächung der Reformation. Um einer Anklage wegen Bigamie zu entgehen, musste Philipp dem Kaiser im Regensburger Vertrag politische Zugeständnisse machen. Der 1546 wegen der Eroberung des Herzogtums Braunschweig mit Reichsacht belegte Landgraf wurde mit den anderen evangelischen Fürsten im Schmalkaldischen Krieg geschlagen und für fünf Jahre inhaftiert.

Literatur

  • Laucht, Lydia: Margarethe von der Saale (1522–1566). Zweite Ehefrau von Landgraf Philipp von Hessen. In: Evangelische Kirche von Kurhessen-Waldeck, Landeskirchenamt (Hrsg.): Dem Glauben ein Gedächtnis geben. Lebensbilder aus der Kirchengeschichte Kurhessen-Waldecks. Evangelischer Medienverband Kassel, Kassel 2007, ISBN 978-3-89477-871-2, S. 76-77. 
  • Köttelwesch, Sabine: Geliebte, Gemahlinnen und Mätressen. Zehn Frauenschicksale aus dem Umfeld des Kasseler Fürstenhofes. In: Die Geschichte unserer Heimat. 41, Verein für Hessische Geschichte und Landeskunde e.V. 1834 Kassel, Zweigverein Hofgeismar, Hofgeismar 2004. 
  • Müller, Gerhard: Philipp, Landgraf von Hessen. In: Betz, Hans D.; Browning, Don; Janowski, Bernd u. a. (Hrsg.): Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft. Bd. 6: N–Q. 4. Aufl. Auflage. Mohr Siebeck, Tübingen 2008, ISBN 978-3-16-149514-4, S. 1270 f.. 

Weblinks


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