Martyrs


Martyrs
Filmdaten
Deutscher Titel Martyrs
Produktionsland Frankreich
Originalsprache Französisch
Erscheinungsjahr 2008
Länge 95 Minuten
Stab
Regie Pascal Laugier
Drehbuch Pascal Laugier
Produktion Richard Grandpierre,
Simon Trottier
Musik Alex Cortés,
Willie Cortés
Kamera Stéphane Martin,
Nathalie Moliavko-Visotzky
Schnitt Sébastien Prangère
Besetzung
  • Morjana Alaoui: Anna
  • Mylène Jampanoï: Lucie (erwachsen)
  • Jessie Pham: Lucie (als Kind)
  • Catherine Bégin: Ältere Frau

Martyrs ist ein französischer Horrorfilm aus dem Jahr 2008. Im Kino lief er in Deutschland bisher nur auf dem Fantasy Filmfest am 19. August 2008. Eine Veröffentlichung in Deutschland auf DVD fand am 1. April 2009 für den Videotheken-Verleih statt, eine Kauf-DVD erschien 2009 in Österreich im Exklusivvertrieb eines Onlinehändlers, mittlerweile dort ebenfalls als Blu-ray. Die deutschen Rechte liegen bei Autobahn, einem Sublabel von Senator Entertainment. Die ungeschnittene Veröffentlichung erhielt in Deutschland die SPIO/JK-Freigabe mit dem Zusatz strafrechtlich unbedenklich.

Inhaltsverzeichnis

Inhalt

Im Jahr 1971 wird ein Mädchen namens Lucie in der Nähe eines Industriegebietes von der Polizei aufgelesen. Sie wurde auf einem Schlachthof mehrere Jahre lang festgehalten, konnte jedoch fliehen. Allerdings ist sie verstört und stark in sich gekehrt, sodass sie keine genaueren Angaben zu ihren Erlebnissen machen kann. Sie findet aber nach einiger Zeit eine Freundin in Anna, mit der sie zusammen in einem Waisenhaus aufwächst.

Fünfzehn Jahre später kommt Lucie in das Haus einer scheinbar normalen, vierköpfigen Familie und erschießt nacheinander alle Familienmitglieder mit einer Schrotflinte. Durch einen Rückblick wird klar, dass die Mutter der Familie ihre Entführerin war. Verzweifelt über ihre eigene Tat bittet Lucie ihre Freundin Anna, zu ihr zu kommen und ihr zu helfen. Diese trifft kurz darauf im Haus ein und will Lucie trotz des anfänglichen Schocks unterstützen, doch Lucie hat Halluzinationen und sieht eine groteske, abgemagerte und stark entstellte weibliche Gestalt, die sie angreift, doch in Wirklichkeit verletzt sie sich selber und bringt sich schließlich um.

Anna findet kurz darauf zufällig einen geheimen Gang im Haus, der in ein unterirdisches Kellergefängnis führt. Dort trifft sie eine stark unterernährte und schwer verletzte Frau, die genau wie einst Lucie von den ehemaligen Bewohnern des Hauses gefangen gehalten wurde. Sie bringt sie an die Oberfläche und will sie medizinisch versorgen, in diesem Moment tauchen aber mehrere bewaffnete schwarzgekleidete Personen auf, die die Gefangene erschießen, Anna mit Handschellen an dem Griff eines Lüftungsschachtes im Keller festketten und alle Leichen begraben.

Daraufhin taucht eine ältere Frau auf, die Anna befragt und ihr erklärt, dass sie für eine sektenartige Organisation arbeitet, die bereits seit Jahrzehnten ausgewählten Menschen systematisch Leid zufügt, um sie zur Selbstaufgabe zu bewegen und so zu Märtyrern zu machen, damit sie beim Sterben eine göttliche Vision erhalten und das Leben nach dem Tod sehen. Sie erklärt Anna, dass sie das nächste Opfer der Organisation sein werde.

Anschließend wird in schnellen Zeitsprüngen Annas „Vorbereitung“ auf ihre Begegnung mit dem Tod gezeigt, bei der sie angekettet in einem leeren, abgeschotteten, dunklen Raum von den neuen Bewohnern des Hauses kahlgeschoren, zwangsernährt und immer wieder bis zur Bewusstlosigkeit geschlagen wird. Während der Übergriffe sprechen die Peiniger kein Wort mit Anna. Nachdem sie schließlich mental wie körperlich gebrochen ist, wird sie bei lebendigem Leib gehäutet. Sie hat daraufhin tatsächlich eine Vision und verkündet mit letzter Kraft der herbeigerufenen älteren Frau ihre Eindrücke.

Diese ruft alle Mitglieder der Organisation zusammen, weigert sich aber, ihr Wissen mit den anderen Personen zu teilen und erschießt sich selbst. In der letzten Szene ist noch einmal die gestorbene Anna zu sehen, sowie die lexikalische Definition von Märtyrer: nom, adjectif; du grec „marturos“: témoin (Nomen, Adjektiv; von griech. „marturos“: Zeuge)

Kritiken

  • Wolf Speer von Filmstarts.de nennt den Film einen „der wichtigsten und besten des Jahres“. Er würde „erbitterte Diskussionen auslösen“ und zeige „etwas, das wir garantiert noch nie gesehen haben“.[1]
  • Janosch Leuffen von Blairwitch.de meint: Martyrs lasse „die Nerven auch nach dem Abspann nicht los“. […] „Die Schlusspointe [werde] selbst [denjenigen], die wie Lucie und Anna bis zum bitteren Ende schmerzhaft durchgehalten haben, den Mund offen stehen lassen.“.[2]

Diskussion in Frankreich

Französische Horrorfilme (bspw. Inside, Frontière(s) oder High Tension) sind in letzter Zeit dafür berühmt geworden, exzessive Gewaltdarstellungen zu bieten. Martyrs ist jedoch dafür bekannt, diese Gewaltdarstellungen weit zu übertreffen. In Frankreich war er daher ab 18 freigegeben, was bei den meisten Horrorfilmen nicht der Fall ist, da Kinos und das Free-TV die Filme dann nicht zeigen dürfen. Die französische Kulturministerin Christine Albanel ließ daraufhin eine erneute Prüfung der Freigabe durchführen, wonach eine Freigabe ab 16 erzielt wurde.

Wissenswertes

Der Film ist dem italienischen Filmautor und Regisseur Dario Argento gewidmet.

Remake

Der deutsche Filmemacher Daniel Stamm wird das US-Remake drehen, unter der Leitung von Temple Hill und Morgan White.[3] Mark L. Smith schrieb das Originalscript von Pascal Laugier um.[4]

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Kritik bei Filmstarts.de
  2. Inhalt und Kritik bei Blairwitch.de
  3. Martyrs remake gets director Daniel Stamm | TotalFilm.com
  4. Blood List 2011 - The Best Unproduced Horror Scripts

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