Maschhad


Maschhad
Maschad
Maschad (Iran)
Maschad
Maschad
Basisdaten
Staat: IranIran Iran
Provinz: Razavi-Chorasan
Koordinaten: 36° 18′ N, 59° 36′ O36.297559.606388888889995Koordinaten: 36° 18′ N, 59° 36′ O
Höhe: 995 m
Einwohner: 2.463.393 (2006)
Zeitzone: UTC+3:30
Webseite: www.Mashhad.ir
Politik
Bürgermeister: Sayyid Haschem Haschemi
Der Imam-Reza-Schrein in Maschhad

Maschhad (Mashad oder Masched, an englischer Aussprache angelehnt auch Meschhed persisch ‏مشهد‎ /mæʃˈhæd/) ist die Hauptstadt des iranischen Bundesstaates Razavi-Chorasan und die zweitgrößte Stadt Irans. Sie liegt 850 km östlich von Teheran auf einer Höhe von rund 985 m am Fluss Kashaf.

Maschhad gilt als eine der sieben heiligen Stätten des schiitischen Islams, weil dort die heilige Goharshaad-Moschee liegt. Die Stadt ist ein wichtiges politisches und religiöses Zentrum, jährlich besuchen sie mehr als 100.000 schiitische Pilger. Die besondere religiöse Bedeutung Maschhads für den Iran ergibt sich aus der Tatsache, dass der hier beerdigte (achte) Imam Reza der einzige der zwölf schiitischen Imame ist, dessen Grabmal sich auf iranischem Boden befindet.

Die Stadt wird durch die Eisenbahn mit Teheran verbunden und besitzt einen Flughafen. Sie liegt in einer landwirtschaftlich geprägten Region. Hauptprodukte sind Wolle und die daraus hergestellten Teppiche. In der Stadt gibt es auch eine Universität.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Zentralasien mit Seidenstraße

Die Stadt wurde um das Jahr 823 gegründet. Der Name (arabisch „Ort des Märtyrers“) entstand, weil dort das Grabmal des achten schiitischen Imams Ali ibn Musa el Reza liegt, der dort der schiitischen Überlieferung zufolge auf Geheiß des Kalifen Al-Ma'mun vergiftet wurde. Davor war die Stadt ein eher unbedeutendes Dorf mit dem Namen Sanabad, das sich nach dem Tod des Imams zu einer wichtigen Wallfahrtsstätte entwickelte. Ein Heiligtum zu Ehren des Imams wurde errichtet, das heute eine der reichhaltigsten Sammlungen von Kunst- und Kulturgütern des Iran beherbergt. Verschiedene theologische Schulen des schiitischen Islam nahmen von hier ihren Ausgang.

Relief in Tūs (nahe von Maschhad), dem Geburtsort Firdausis, mit Darstellungen von Motiven aus der iranischen Mythologie im Schahnameh

Neben ihrer religiösen Bedeutung als Heiligtum des schiitischen Islam kam der Stadt in der Vergangenheit auch große politische Bedeutung zu, als der persische Herrscher Nadir Schah, der von 1736 bis 1747 regierte, die Stadt zu seiner Hauptstadt machte.

Obwohl hauptsächlich von Moslems bewohnt, gab es in der Vergangenheit einige religiöse Minderheiten in Maschhad, hauptsächlich Juden, die im Jahr 1839 gewaltsam zum Islam bekehrt wurden. Sie wurden bekannt als Jadid al-Islam („Neulinge im Islam“). Äußerlich passten sie sich der islamischen Lebensweise an, bewahrten jedoch häufig heimlich ihren Glauben und ihre Traditionen.

Die Stadt profitierte durch ihre Lage an der Seidenstraße. So war sie ein Handelspunkt auf dem Weg zwischen West und Ost. Die Verkehrsanbindung durch die Seidenstraße half der Stadtentwicklung, wie auch für Pilger attraktiv zu werden.

Für die politische Atmosphäre Maschhads war in der jüngeren Vergangenheit insbesondere die Massendemonstrationen im Mai 1992 kennzeichnend. Sie erfolgten aus dem Widerstand gegen den Abriss von informell errichteten Baracken. Ein Bombenattentat auf den Imam-Reza-Schrein erfolgte am 20. Juni 1994, bei dem 26 Personen getötet wurden. Dafür verantwortlich zeichnete die Volksmudschahedin Iran (MKO) unter der Führung von Mehdi Nahvi, die damit an den Jahrestag ihrer Gründung am 20. Juni 1981 erinnern wollte.

1998 und 2003 kam es zu Studentenunruhen nach gleichen Vorgängen in Teheran.

Bevölkerung

Maschhad hat über 2,5 Millionen Einwohner hauptsächlich iranischer, arabischer und afghanischer Herkunft, sowie eine große kurdische Minderheit.

Verkehr

Seit 2009 ist bereits der Gleiskörper der ersten Linie eines Metrosystems namens The Mashhad Urban Railway Corporation (MURCO) fertiggestellt. Zur Inbetriebnahme fehlen noch Triebwagen, deren Lieferzeitpunkt seitens der Betreiber für 2010 angegeben wird.

Zwei Bahnlinien verbinden Maschhad mit Teheran und Sarakhs an der turkmenischen Grenze. Eine Transrapid-Strecke soll nach 5 bis 6 Jahren Bauzeit eine schnelle Verbindung zum 900km entfernten Teheran herstellen.[1]

Maschhad besitzt einen eigenen Verkehrsflughafen (Maschad International Airport) mit nationalen und internationalen Flugverbindungen, diese jedoch vornehmlich in Nachbarländer und auf Grund der Rolle als Pilgerziel in islamische Länder.

Hochschulen

  • Ferdousī-Universität Maschhad
  • Mashad University of Medical Sciences
  • Islamic Azad University of Mashad
  • Comprehensive University of Applied and Practical Sciences, Khorasan
  • Imam Reza University
  • Sadjad Institute of Higher Education

Söhne und Töchter der Stadt

Sport

Abu Moslem Mashhad ist der einzige Fußballverein in Maschhad, der in der höchsten iranischen Liga (IPL) spielt.

Städtepartnerschaften

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Maschhad – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

  1. Schneller pilgern mit dem Transrapid?, Tagesschau. 27. Mai 2009. Abgerufen am 8. Juni 2009. 

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