Matzendorf (Gemeinde Matzendorf-Hölles)


Matzendorf (Gemeinde Matzendorf-Hölles)
Wappen Karte
Wappen von Matzendorf-Hölles
Matzendorf-Hölles (Österreich)

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Basisdaten
(Quelle: Gemeindedaten bei )
(WB)
Fläche 14,1 km²
47° 53′ N, 16° 13′ O47.88333333333316.216666666667287Koordinaten: 47° 53′ 0″ N, 16° 13′ 0″ O
287
1.843 (31. Dez. 2008)
131 Einwohner je km²
2751, 2603
02628
3 23 20
AT122
Adresse der
Gemeindeverwaltung
Kirchengasse 1
2751 Matzendorf
Offizielle Website
Politik
Johann Grund ()
(2005)
(19 Mitglieder)
13 , 6
Lage der Gemeinde Matzendorf-Hölles
Karte

Matzendorf-Hölles ist eine mit 1.802 Einwohnern im in .

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Matzendorf-Hölles liegt im am Westrand des zwischen und in Niederösterreich. Die Fläche der Gemeinde umfasst 14,1 Quadratkilometer. 48,95 Prozent der Fläche sind bewaldet.

sind Hölles und Matzendorf.

Geschichte

Im Altertum war das Gebiet Teil der Provinz , erste Siedlungsreste lassen sich bis in die Römerzeit zurückverfolgen. Im österreichischen Kernland Niederösterreich liegend teilte der Ort die wechselvolle .

Matzendorf wurde erstmals im Jahre 1327 urkundlich erwähnt (Urkunde im ). Name und Entstehung des Ortes dürften auf die alte Ritterfamilie Matzo, die im 12. u. 13. Jh die jetzt nicht mehr existente Feste Rohr bei Baden bewohnte, zurückzuführen sein.

Der Ort Hölles wurde wahrscheinlich im 12. Jahrhundert von einem Mann namens Heldolph gegründet. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Hölles in der Nennung eines Zeugen namens “Heinricus de Heldolphs" in einer zu Salchenowe (= ) gegebenen Urkunde vom 18. März 1187, die im aufbewahrt ist. Später wandelte sich der Name der Ansiedlung nach "Heldus", "Halles", "Hollas" und schließlich "Hölles".

1971 wurden die damals noch autonomen Orte Matzendorf und Hölles zur Ortsgemeinde "Matzendorf-Hölles" zusammengelegt.


Einwohnerentwicklung

lebten in Hölles 35 Familien mit 92 Männern und 95 Frauen.

Bevölkerungsentwicklung

Einwohner
2006 1.828
2001 1.731
1991 1.356
1981 1.012
1971 720

Quelle: Bevölkerungsentwicklung 1869 - 2007 der Statistik Austria

Politik

Bürgermeister der Gemeinde ist Johann Grund (seit 4. Dezember 2007), Amtsleiterin Sylvana Enzinger.

Im gibt es seit der Gemeinderatswahl bei insgesamt 19 Sitzen folgende Mandatsverteilung: 13, 6, andere keine Sitze.

Wappen und Gemeindefarben

Das Wappen wurde der Gemeinde 1977 anlässlich des 650 jährigen Bestandes des Ortes verliehen.

Die Seite zeigt einen silbernen Schimmel auf grünem Grund. Die Farbe Grün Symbolisiert die Bedeutung der Land- und Forstwirtschaft, die Darstellung mit dem Schimmel gedenkt jenes Tiers, das der Sage nach in der Matzendorfer Friedhofskapelle verhungern musste.

Das obere Viertel zeigt oben die übereinander getürmten Buchstaben M und H, welche für Matzendorf und Hölles stehen. Das über die Buchstaben gelegte doppelte Schlüsselpaar steht für die Zugehörigkeit der Pfarre Matzendorf zum . Das linke untere Viertel zeigt ein Zahnrad, das einen umschließt, und so den Arbeitnehmeranteil der Bevölkerung symbolisiert. Der Dexel (=Pecherwerkzeug) steht für die ehemalige Bedeutung der in den Föhrenwäldern der Gemeinde. Die Farbgebung der linken Seite in blau und gold symbolisiert zum einen die Zugehörigkeit zum Bundesland , zum anderen soll damit auf die Landwirtschaft in Matzendorf-Hölles hingewiesen werden (blauer Himmel über goldgelben Getreidefeldern).

Die Gemeindefaben sind Grün und Weiß, wobei Grün für den Waldreichtum steht und die Farbe Weiß ein Symbol für die Zugehörigkeit der Gemeinde zum Steinfeld ist.

Sehenswürdigkeiten

Pecherpfad

Der Pecherpfad in Hölles wurde von einer privaten Initiatorengruppe zur Erinnerung an das frühere Handwerk der am Waldrand von Hölles errichtet und am 30. August 1998 beim "Pecherfest" feierlich eröffnet, wobei der damalige Wirtschaftsminister Dr. Hannes Farnleitner, der selbst das Pecherhandwerk erlernt hatte, die Eröffnung vornahm. Die Harzgewinnung in den Föhrenwäldern der Region hat eine lange Tradition, die mindestens bis ins 17. Jahrhundert zurückgeht.

Schwab und Feuerlöschteich

Neben dem Feuerlöschteich blieb eine offene Holzhütte mit einem Trog in der Mitte erhalten. Durch diesen Trog fließt das Wasser vom D-Brunnen kommend in den Feuerlöschteich. Noch bis in die Nachkriegszeit (als es noch lange keine Waschmaschinen gab) brachten die Frauen des Ortes die frisch gewaschene Wäsche hierher um sie mit frischem Wasser zu schwemmen. Zwischen der "Schwab" und der Badenerstraße befindet sich der Feuerlöschteich. In früheren Zeiten wurde er von den Weinbauern auch verwendet um ihre Fässer und Bottiche einzuweichen, damit sie wieder dicht werden. So konnten sie nach der Lese wieder frischen Wein einfüllen.

1. Wiener Hochquell-Wasserleitung

Durch Matzendorf führt die im Jahre 1873 fertiggestellte . Nach dem Jahre der großen Wassernot in Wien (1908) wurden 3 Brunnen (B-, C- und D-Brunnen) auf dem Gemeindegebiet von Matzendorf errichtet. Der Piestingbach sowie der Hochwassergraben werden mittels Aquädukten überquert, welche als völkerrechtlich geschützt wurden. Interessant sind auch die Abläufe an den Seiten, die wie steinerne Kanonen wirken.


Sport

In Matzendorf und Hölles gibt es zahlreiche Vereine (Tennis, Fußball), sowie mehrere Reitställe.

Biedermeierradweg und "Fit & Fun-Föhrenroute"

Matzendorf-Hölles liegt an der Fit & Fun-Föhrenroute, welche von hier bis Markt Piesting führt und dort in den Biedermeierradweg mündet. Dieser gilt als einer der schönsten Radwege in Ostösterreich und führt durch das idyllische Piestingtal bis Gutenstein bzw. Muggendorf/Myra-Fälle.

Wirtschaft und Infrastruktur

Marterl am nördlichen Ortseingang von Hölles.

Bis zur Mitte des beschränkte sich das Erwerbsleben hauptsächlich auf die und damit zusammenhängendes (so wurden 1831 in Hölles 44 Zugochsen und 28 Kühe registriert). Zu dieser Zeit wurde auch noch die betrieben.

Nichtlandwirtschaftliche Arbeitsstätten gab es im Jahr 62, land- und forstwirtschaftliche Betriebe nach der Erhebung 1999 48. Die Zahl der Erwerbstätigen am Wohnort betrug nach der Volkszählung 2001 798. Die lag 2001 bei 47,42 Prozent.

In der Landwirtschaft dominiert aufgrund der Lage des Ortes in der vor allem der und der Betrieb von . Daneben gibt es auch Schweinezucht und Forstwirtschaft. Der Großteil der bäuerlichen Betriebe wird als Nebenerwerbslandwirtschaft geführt.

In der Katastralgemeinde Matzendorf gibt es einen Landeskindergarten und eine Volksschule, die nächste Hauptschule befindet sich im Nachbarort .

Jede der Katastralgemeinden verfügt auch über einen eigenen Friedhof.

Persönlichkeiten aus Matzendorf-Hölles

Julius Leopold Kinner war Gemeinderat in . Er kaufte im Jahre 1885 ein Grundstück um es für den Bau der Aspangbahn zur Verfügung zu stellen. Da die Trassenführung in der Folge jedoch geändert wurde behielt er das Grundstück und errichtete darauf ein Gasthaus (heute: "Gasthof Waldhauser") und wurde Matzendorfer. Großes Ansehen erreichte er durch die Gründung der sogenannten "Matzendorfer Krankenkasse" für die Felixdorfer Textilarbeiter. Heute erinnert eine Gedenktafel an der Nordseite des Gasthofes Waldhauser an ihn, sein Grab liegt auf dem Matzendorfer Friedhof.

Sonstiges

Matzendorf wird auch "Schimmelhausen" genannt. Dieser Name geht auf eine Sage zurück: Angeblich soll in den Anfangsjahren des Dorfes ein weißes Pferd in eine auf dem Gebiet des heutigen Matzendorfer Friedhofs stehende Kirche gelaufen sein, die Tür fiel zu und das arme Tier war eingesperrt. Aus Hungersnot begann der Schimmel am Seil der Kirchenglocke zu nagen. Die Dorfbewohner erschraken fürchterlich, als die Glocken zu läuten begannen, und sie befürchteten, dass der Teufel in die Kirche gefahren war. Als nach einigen Tagen das Läuten verstummte, wagten sich mutige Bürger in die Kirche und fanden das verendete Pferd. In den umliegenden Gemeinden wurden die Bewohner daher wegen ihrer Feigheit verspottet.

Literatur

Egon Amon, Festschrift 650 Jahre Matzendorf. 1327-1977. Herausgeber und Verleger: Gemeinde Matzendorf-Hölles.

Weblinks


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