Maurerin


Maurerin
Firmenschild des Maurers Diogenes Structor, 79 n.Chr., Firmensitz: Pompeji Insula VIII 15, Erkennbar die Symbole seines Handwerks u. a. Senkblei, Kelle, Winkel, Picke, aufgenommen während der Pompeji-Ausstellung des Europäischer Kulturpark Bliesbruck-Reinheim
Der Maurer (aus Was willst du werden, um 1880)
Zunftlade, Märkisches Museum Berlin

Ein Maurer ist ein Bauhandwerker, dessen namensgebende Kerntätigkeit die Erstellung von Mauerwerk ist. Der Maurer ist der Hauptbauhandwerker des Rohbaus. Daher führt er bei kleineren Bauprojekten (Einfamilienhäuser) meist auch Beton-, Stahlbeton, Estrich- und Putz- sowie Abdichtungs- und Entwässerungsarbeiten aus. Im Zuge der fortschreitenden Arbeitsteilung im Bauwesen, haben sich für viele Bereiche des breiten Berufsbilds des Maurers zusätzlich Spezialisten mit engerem Berufsbild entwickelt, die vorwiegend auf größeren Baustellen tätig sind.

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung

In der dreijährigen Berufsausbildung werden neben den für die Ausführung von gemauerten und aus Stahlbeton hergestellten Bauteilen benötigten handwerklichen Kenntnissen auch Fähigkeiten in Putz- und Estrich- und Gerüstarbeiten vermittelt. Im Rahmen der Stufenausbildung Bau - 1. Stufe zum Hochbaufacharbeiter nach zwei Jahren, 2. Stufe zum Maurer nach dem dritten Jahr - erhält der angehende Maurer auch Grundkenntnisse im Bereich Fliesenlegen und der Zimmererarbeiten.

Der schulische Teil der Ausbildung vermittelt zudem das benötigte Wissen über die richtige Ausführung von Baukonstruktionen, bzgl. des Feuchteschutzes und der Wärmedämmung von Gebäuden, Grundkenntnisse in der Baustoffkunde und nicht zuletzt der Sicherheit am Arbeitsplatz.

Ziel der Lehre ist dabei die Fähigkeit einen Rohbau, nach Plan, von der Kellersohle bis unter den Dachstuhl korrekt ausführen zu können und dabei die Schnittpunkte mit anderen Gewerken (Zimmerer, Stuckateur, Heizungsbauer usw.) zu beachten.

Arbeitsmittel

Wesentliche handwerkliche Hilfsmittel sind Maurerkelle, Wasserwaage, Senklot, Maurerschnur, und Maurerhammer.

Die wichtigsten Arbeitsmaterialien sind künstliche Mauersteine verschiedenster Art (z. B. Ziegel, Kalksandstein, Porenbeton), sowie Mörtel.

Tradition

Die Maurer sind im heutigen Bauhandwerk eine der Berufsgruppen, die wieder sehr viel Wert auf ihre Traditionen legen. Einige von ihnen gehen nach dem Lehrabschluss auf die traditionelle Wanderschaft (Walz).

Maurer aus soziologischer Sicht

Aus soziologischer Sicht gehören Maurer besonders oft zu den Working Poor, das heißt zu den Personen, die trotz Arbeit in Armut leben[1].

Siehe auch

Literatur

  • Balder Batran, Herbert Bläsi et al.: Fachwissen Bau. Verlag Handwerk und Technik, Hamburg 2004. ISBN 978-3582035035
  • Ders. (2003): Grundwissen Bau. Hamburg: Verl. Handwerk u. Technik
  • Dammann, A. W. [Bearb.] ; Berlepsch, Hermann Alexander von [Hrsg.] (1996, Erstausgabe 1853): Chronik der Maurer und Steinmetzen : nebst einer Übersicht der Geschichte der Baukunst aller Zeiten und Völker. Osnabrück: Zeller
  • Kurt Kettler et al.: Ausbildungsberuf Maurer. Stam-Verlag, 1999. ISBN 978-3-823-70688-5
  • Klaus Köhler [Hrsg.]: Fachstufen Bau. Technische Mathematik. Maurer. Verlag Handwerk und Technik, Hamburg 1981
  • Carl August Menzel: Der praktische Maurer. Handbuch für Maurermeister. Zugleich ein Leitfaden für die Maurergesellen, welche die Prüfung als Maurermeister zu bestehen haben. Knapp, Halle 1870 (Digitalisat)
  • Karl Meyer, Baumeister, Gewerbeoberlehrer Forst Lausitz, Selbstverlag d. Verfassers, um 1925

Weblinks

Einzelnachweise

  1. laut dem Mikrozensus: Armut trotz Erwerbstätigkeit Download am 24.1.2008

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