Meissen


Meissen
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Meißen
Markierung
Deutschlandkarte, Position der Stadt Meißen hervorgehoben
51.16361111111113.4775106Koordinaten: 51° 10′ N, 13° 29′ O
Basisdaten
Bundesland: Sachsen
Direktionsbezirk: Dresden
Landkreis: Meißen
Höhe: 106 m ü. NN
Fläche: 30,9 km²
Einwohner: 27.856 (31. Dez. 2007)[1]
Bevölkerungsdichte: 901 Einwohner je km²
Postleitzahlen: 01654–01662
Vorwahl: 03521
Kfz-Kennzeichen: MEI
Gemeindeschlüssel: 14 6 27 140
Stadtgliederung: 12 Stadtteile/Stadtbezirke
Adresse der Stadtverwaltung: Markt 1
01662 Meißen
Webpräsenz:
Oberbürgermeister: Olaf Raschke

Meißen (obersorbisch Mišno, lateinisch: Misena, von germanisch-slawisch: Misenaha - nhd. Meisenbach - eine Verkürzung dieses Namens ist noch im Bächlein Meisa enthalten) ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Freistaat Sachsen, hat knapp 30.000 Einwohner und trägt den Status Große Kreisstadt.

Die Stadt Meißen ist international berühmt für die Herstellung des Meißener Porzellans, des ersten Porzellans Europas seit 1708. Der Name der Stadt mit Doppel-s („Meissen“) ist ein eingetragenes Markenzeichen der Staatlichen Porzellanmanufaktur Meissen.

Inhaltsverzeichnis

Geografie

Geografische Lage

Blick auf Meißen mit Burgberg, Dom und Albrechtsburg von rechten Elbufer aus
Blick vom Aussichtspunkt Juchhöh im Spaargebirge auf Meißen

Die Stadt Meißen – ca. 25 km nordwestlich von Dresden, ca. 100 km östlich von Leipzig und ca. 40 km nordöstlich von Freiberg – liegt am Ausgang des Elbtalkessels an der Elbe und ihrem Nebenfluss, der Triebisch. Östlich von Meißen liegen Coswig und Radebeul. Niedrigster Punkt der Stadt ist der mittlere Wasserspiegel der Elbe bei 95 m Höhe über NN. Südlich von Meißen liegt das Meißner Hochland, nördlich der Stadt die Lommatzscher Pflege.

Nachbargemeinden

Angrenzende Gemeinden sind die Stadt Coswig, Diera-Zehren, Käbschütztal, Klipphausen, Niederau, Triebischtal und Weinböhla im Landkreis Meißen.

Stadtgliederung

Altstadt – Plossen – Cölln – QuestenbergTriebischtal mit Buschbad – Bohnitzsch – Spaar – Zaschendorf – Lercha – Niederfähre – Zscheila – Klosterhäuser

Geschichte

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Meißen im Jahr 1650

Unterhalb der um das Jahr 929 von König Heinrich I. gegründeten Burg „Misnia“ entwickelte sich Meißen von der anfänglichen Marktsiedlung Ende des 12. Jahrhunderts zu einer Stadt (Stadtrechte 1332 urkundlich bezeugt). Im Zuge der 1539 hier eingeführten Reformation wurden die drei Klöster aufgelöst und im ehemaligen Franziskanerkloster eine Stadtschule eingerichtet. Seit 1543 befindet sich die Fürstenschule im ehemaligen Kloster St. Afra. Wirtschaftlich wurde Meißen lange Zeit durch die Tuchmacherei bestimmt, welche durch den Dreißigjährigen Krieg aber nahezu zum Erliegen kam. 1710 wurde unter August dem Starken die Porzellanmanufaktur eröffnet, welche neue Impulse setzte.

Bis 1423 existierte die Markgrafschaft Meißen. Bekannte Markgrafen von Meißen waren die Wettiner Konrad der Große, Otto der Reiche, Dietrich der Bedrängte, Heinrich der Erlauchte und Friedrich der Streitbare, der Kurfürst von Sachsen wurde.

Der Meißner Dom und die Albrechtsburg auf dem linkselbischen Burgberg prägen die Silhouette von Meißen. Um 1250 wurde mit dem Bau des Doms begonnen, die beiden markanten Domtürme wurden erst 1909 fertiggestellt. Ab 1470 wurde unter Arnold von Westfalen die Albrechtsburg errichtet.

Zur Zeit des Nationalsozialismus wurden auch in Meißen politische Gegner des NS-Regimes verfolgt. So wurde der sozialdemokratische Arbeiter Max Dietel als Widerstandskämpfer 1943 in Brandenburg-Görden ermordet. Die in der Stadt lebenden jüdischen Familien wurden aus dem Land getrieben oder in Vernichtungslager deportiert. Zu ihnen gehörte das Ehepaar Alex und Else Loewenthal, die in der Willy-Anker-Straße 8 ein Kaufhaus betrieben und 1942 ermordet wurden. Ihre überlebenden Kinder haben 1968 eine Gedenktafel für die Eltern anbringen lassen.[2]

Teile der historischen Innenstadt wurden durch das Elbehochwasser 2002 schwer beschädigt. In der Nacht zum 13. August setzte das Triebisch-Hochwasser das Triebischtal und die Altstadt unter Wasser und vier Tage später erreichte der Pegel des Elbehochwassers seinen höchsten Stand, sodass Altstadt und weitere Stadtteile teilweise bis zu 3 Meter in den Fluten versanken. In Dresden lag der Pegel mit 9,40 Meter fast 8 Meter über dem Normalpegel in dieser Jahreszeit. Unter anderem Kino, Theater, Heinrichsbrunnen und weitere Sehenswürdigkeiten Meißens standen zeitweilig unter Wasser. Der Marktplatz mit Frauenkirche und Rathaus blieben hingegen verschont.

Einwohnerentwicklung

Entwicklung der Einwohnerzahl (ab 31. Dezember 1960):

Bevölkerungsentwicklung bis 2002

1834 bis 1950

  • 1834 - 7738
  • 1875 - 13.002
  • 1880 - 14.166
  • 1885 - 15.474
  • 1933 - 46.992
  • 1939 - 48.342
  • 1946 - 48.348 1
  • 1950 - 49.455 2

1960 bis 1999

  • 1960 - 48.289
  • 1970 - 45.175
  • 1981 - 39.276
  • 1984 - 38.214
  • 1995 - 32.200
  • 1997 - 30.486
  • 1998 - 30.038
  • 1999 - 29.604

2000 bis 2007

  • 2000 - 29.398
  • 2001 - 28.982
  • 2002 - 28.780
  • 2003 - 28.640
  • 2004 - 28.543
  • 2005 - 28.435
  • 2006 - 28.081 3
  • 2007 − 27.856
Datenquelle ab 1994: Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsens

1 29. Oktober
2 31. August
3 30. November

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke

Meißen: Albrechtsburg und Dom

Profanbauten

Sakralbauten

Vorlage:Großes Bild/Wartung/Breite mit Einheit

Rundumblick über den Meißner Marktplatz mit Marktapotheke, Frauenkirche, Bennohaus und Rathaus
Rundumblick über den Meißner Marktplatz mit Marktapotheke, Frauenkirche, Bennohaus und Rathaus

Gedenkstätten für die Zeit des Nationalsozialismus

Ehrenmal auf dem sowjetischen Soldatenfriedhof Meißen-Bohnitzsch.
  • Denkmal von 1958 von dem Bildhauer Werner Hempel an der Kerstingstraße/Käthe-Kollwitz-Park zur Erinnerung an 26 Meißener Bürger, die in der NS-Diktatur aus unterschiedlichen Gründen verfolgt und ermordet wurden, sowie an 224 Personen aus mehreren Ländern, die während des Zweiten Weltkrieges nach Deutschland verschleppt und Opfer von Zwangsarbeit wurden
  • Ehrenmal und Grabstätten auf dem Soldatenfriedhof Meißen-Bohnitzsch für sowjetische Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter sowie weitere Kriegsgräber von gefallenen deutschen Soldaten[3]
  • Ehrenmal auf der Südseite des Neuen Johannesfriedhofs in Meißen-Zaschendorf für 63 umgekommene Zwangsarbeiter aus der Sowjetunion, Polen und Italien
  • Gedenkstein an der Nikolaikirche Hirschbergstraße/Ecke Neumarkt für alle Opfer von Diktatur und Gewalt. Den Opfern des Zweiten Weltkrieges ist auch ein Altartuch dieser Kirche gewidmet, angefertigt von Klaus Urbach
  • Plastik im Verwaltungsgebäude der Meißen Keramik GmbH, das zu DDR-Zeiten seinen Namen trug, zur Erinnerung an den ermordeten Widerstandskämpfer Max Dietel

Naturdenkmäler

Regelmäßige Veranstaltungen

An einem Wochenende Ende September findet das Weinfest statt, welches einem Stadtfest gleicht. Zur Weihnachtszeit werden die 24 Fenster des Rathauses in Adventskalendertürchen verwandelt. Jeden Tag wird dann ein Fenster von einem Kind aufgemacht, welches einen Vers oder ein Gedicht aufsagt.

Tierpark

Am Fuße von Schloss Siebeneichen befindet sich der Heimattierpark Siebeneichen. Der Bergtierpark beherbergt über 400 Tiere in 85 verschiedenen Arten und ist ein beliebtes Ausflugsziel. Gehalten werden viele Haus- und Heimtierarten, aber auch ungewöhnlichere Tiere wie Polarfüchse und verschiedene Streifenhörnchen.

Kulinarische Spezialitäten

Blick von einem Weinberg bei Zadel auf die Silhouette von Meißen mit Dom und Albrechtsburg

Das Weinanbaugebiet um Meißen gilt als das nördlichste kommerzielle Weinbaugebiet der Welt. Es bringt besonders bei Kennern geschätzte, trockene Weine hervor.

Die Meißner Fummel ist ein aufgeblasenes und sehr zerbrechliches Gebäck. Dies wurde angeblich erfunden, um einen der Trunkenheit zugetanen Boten des sächsischen Königs zu erziehen: dieser musste die Fummel nach der Reise unversehrt vorweisen, was bei den damaligen Straßenverhältnissen im trunkenen Zustand unmöglich war.

Die Gegend um Meißen ist ein Obstanbaugebiet, in dem sich auch noch einige ältere Apfelsorten finden.

Wirtschaft und Infrastruktur

Das wohl bekannteste Unternehmen Meißens ist die Staatliche Porzellan Manufaktur Meissen, welche handgefertigtes Porzellan herstellt. Es erzielt hohe Marktpreise.

Verkehr

Meißener Porzellan auf einer DDR-Briefmarke

Meißen liegt an der Hauptbahnstrecke Borsdorf–Coswig, an der die Bahnhöfe Meißen und Meißen-Triebischtal liegen. Meißen-Triebischtal ist der Endpunkt der Dresdener S-Bahn-Linie S1, welche die Relation Meißen-Triebischtal–DresdenSchöna bedient. In Gegenrichtung bestehen Direktverbindungen nach Leipzig über Döbeln. Bis 1966 bestanden Schmalspurbahnen nach Wilsdruff und Lommatzsch.

Meißen ist über die Elbe durch die Sächsische Dampfschifffahrtsgesellschaft unter anderem mit Dresden verbunden. Weiterhin führen die B 6 und B 101 durch Meißen.

1899 wurde in der Stadt die elektrische Straßenbahn Meißen eröffnet, die bis 1936 Personen und bis 1967 auch Güter beförderte. Heute wird der regionale Busverkehr durch die Verkehrsgesellschaft Meißen organisiert, sie ist Teil des Verkehrsverbunds Oberelbe.

Durch die Stadt verläuft an beiden Elbufern der Elberadweg.

Brücken und Tunnel

In Meißen gibt es drei Elbquerungen. Das sind eine kombinierte Eisenbahn- und Fußgängerbrücke, die Altstadtbrücke und die Elbtalbrücke (B 101). Seit 2007 führt die B 101 nach Nossen durch den 720 Meter langen Schottenbergtunnel, der sich direkt an die Elbtalbrücke anschließt.

Ansässige Unternehmen

Medien

Bildung

Feuerwehr

Fahrzeuge der Feuerwehr Meißen

Die Feuerwehr Meißen ist eine Freiwillige Feuerwehr und wurde 1841[4] auf eine entsprechende Anwerbung von Personal durch den Stadtrat Meißens gegründet. Als im Juli 1941 die erste Mannschaft verpflichtet wurde, war diese bereits 132 Mann stark. Zuvor bestand in Meißen bereits seit dem Mittelalter ein organisiertes Löschwesen. So wurden bereits im Hochmittelalter Mannschaften zur Hilfeleistung bei Bränden verpflichtet, die von der Stadt mit Feuerlöschgeräten ausgestattet wurden. 1475 wurde das Mitwirken bei der Brandbekämpfung sogar mit finanziellen Anreizen verbunden. Per Gesetz war jedoch jeder Bürger zur Hilfeleistung bei Bränden verpflichtet - ein Widersetzen wurde mit Haftstrafen und mit Stadtbann geahndet. 1570 wurde die erste offizielle Feuerordnung der Stadt Meißen erlassen. 1794 wurde in Anbetracht der sich abzeichnenden Industrialisierung die Löschordnung Meißens erneut überarbeitet, so dass sie sich nun auch mit Fragen des Brandschutzes, zusätzlich zu den Rechten und Pflichten der Bürger bei und nach einem Brand beschäftigte.

Die Freiwillige Feuerwehr Meißen zählt heute 58 aktive Einsatzkräfte. Die Fahrzeuge sind auf die zwei Feuerwachen im Stadtgebiet Wache Teichmühle und Wache Rote Schule verteilt.

Persönlichkeiten

Empfangsgebäude des Bahnhofs Meißen

Söhne und Töchter der Stadt

Persönlichkeiten, die vor Ort gewirkt haben

siehe auch: Liste der Ehrenbürger von Meißen

Sonstiges

In Meißen wird eine spezielle Form des Sächsischen Dialektes gesprochen: das Südostmeißnische, welches einen der fünf Meißnischen Dialekte darstellt.

Siehe auch: Missingsch

Einzelnachweise

  1. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen: Bevölkerungsentwicklung
  2. Gedenkstätten für die Opfer des NS II. Hrsg. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn, S. 711ff.
  3. Informationen auf krematorium-meissen.de, eingesehen am 30.Oktober 2008
  4. [1]

Literatur

  • Akademie der Wissenschaften der DDR (Hrsg.): Elbtal und Lösshügelland bei Meissen. Ergebnisse der heimatkundlichen Bestandsaufnahme in den Gebieten von Hirschstein und Meißen. In: Werte unserer Heimat. Bd. 32, Berlin 1979.
  • Helmuth Gröger: Tausend Jahre Meißen. Verlag von C.E. Klinkicht & Sohn, Meißen 1929, XVIII, 735 S.
  • Hans-Joachim Mrusek: Meißen. E.A. Seemann Verlag, Leipzig 1989, 3., verbesserte Auflage. 235(1) S.
  • Fritz Rauda: Meissen - die tausendjährige sächsische Elbstadt. Benno Filser, Augsburg 1929
  • Helmut Reibig: Meißen. Brockhaus, Leipzig 1964.
  • Gerhard Steinecke: Unser Meißen - 1929-2004. Meißner Tageblatt Verlags GmbH 2004

Weblinks


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