Mercedes-Benz A-Klasse


Mercedes-Benz A-Klasse

Die Mercedes-Benz A-Klasse ist die kompakteste Modellreihe der Automobilmarke Mercedes-Benz. Sie wurde 1997 als erste Modellreihe dieser Marke in der Kompaktklasse eingeführt. Mercedes war mit der A-Klasse Vorreiter bei den kompakten Vans.

Die Innovation der A-Klasse war bei der Einführung

  • die Position des Motors und
  • die Sandwichbauweise der Bodengruppe, um damit das erste Auto zu bauen, das bei hohen Sicherheitsanforderungen für alternative Antriebe geeignet ist.

Inhaltsverzeichnis

Motoranordnung

Der Vorbau (Motorhaube) baut bei der kompakten A-Klasse sehr kurz. Daraus resultiert die Notwendigkeit, bei einer hohen Crashsicherheit mit den Aspekten

  • dem Abbau der Bewegungsenergie auf einem verträglichen Verzögerungsniveau ohne auf verformbare Konsolen (sogenannten Crashboxen) zurückgreifen zu können, da diese zu lang bauen und
  • trotzdem bei einem Crash zu verhindern, dass der Überlebensraum in der Fahrgastzelle durch die Verformung verkleinert wird,

auf ein anderes Konzept zurückgreifen zu müssen.

Der Motor ist nicht, wie bei Frontantrieb üblich vor den beiden Antriebswellen angeordnet, sondern ist nach vorn über sie geneigt. Dabei bildet der Motor eine von der Seite betrachtet dreieckförmige Anordnung der Antriebseinheit vor der Fahrgastzelle, welche bei einem Crash unter das Auto gleitet[1].

Damit kann trotz des kurzen Vorbaus (Motorhaube) eine lange Knautschzone zum Energieabbau bei einem Frontalaufprall zur Verfügung gestellt werden, woraus eine hohe Crashsicherheit resultiert.

Sandwichförmige Bodengruppe

Eine weitere Innovation ist der Sandwichboden.

Bodengruppe zur Aufnahme alternativer Antriebseinheiten

Die hohle Bodengruppe in sogenannter Sandwichbauweise [2] schafft den Raum für alternative Antriebselemente wie

  • Batterien [3] oder
  • Brennstoffzellen und großvolumige Tankeinheiten [4] für die Versorgung der Brennstoffzelle aufzunehmen. Diese können bei Bedarf in das Sandwich eingeschoben werden.

Die A-Klasse wurde ursprünglich als Brennstoffzellen-Fahrzeug entwickelt und erhielt deshalb einen doppelten Boden (Sandwich) zur Aufnahme der Zellen.[5]

Sicherheitskonzept für alternative Antriebe

Der Schutz der Insassen bei einem Überschlag vor den schweren Batterien oder Drucktanks ist das entscheidende zu lösende Sicherheitsproblem bei allen Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. Mercedes löste das Problem in der A-Klasse, brachte es dann aber nicht zur Anwendung.

Durch die Abkapselung der alternativen Antriebselemente in einem eigenen Raum unter der Fahrgastzelle werden die alternativen Antriebselemente bei einem Unfall, einschließlich eines Überschlags, sicher von den Insassen ferngehalten.

Nachteil eines höheren Schwerpunktes

Die A-Klasse hätte bei solchen alternativen Antrieben wahrscheinlich den Elchtest bestanden, da dann der Schwerpunkt durch das Gewicht der alternativen Antriebselemente wesentlich tiefer gelegen hätte.

Mit einem normalen Brennstoffmotor als Antrieb resultiert durch die höhere Position aller über dem Sandwich gelegenen Elemente (Sitze, Personen, Dachgruppe) eine höhere Anfälligkeit für Rollbewegungen durch Querbeschleunigungen, woraus das Versagen der A-Klasse beim Elchtest[6] resultierte. So konnten die ersten Exemplare der A-Klasse zum Umkippen gebracht werden und dies führte dazu, dass die Auslieferung der A-Klasse für drei Monate unterbrochen wurde.[7]

Fortgesetzt wurde sie mit

Geschichte der A-Klasse

2004

2004 kam die zweite Modellgeneration mit größerer Spurweite auf den Markt. Sie ist nicht mehr nur als Fünftürer, sondern auch als Dreitürer erhältlich. Die Version mit kurzem Radstand entfiel.

2005

2005 wurde zusätzlich die eng verwandte B-Klasse eingeführt. Sie hat dieselbe Spurweite wie die A-Klasse, aber 21 cm mehr Radstand und eine 43 cm längere Karosserie.[8]

Generationen und Derivate

Quellen

  1. Mercedes A-Klasse: …und es hat Boom gemacht. Spiegel online (5. Juli 2004). Abgerufen am 16. September 2009.
  2. Illustration zur Sandwich-Bauweise auf www.daimler.com
  3. Mercedes Elektroauto auf A-Klasse-Basis. auto.de (3. Juli 2008). Abgerufen am 30. Januar 2010.
  4. Daimler erhöht den Druck (7. Juli 2008). Abgerufen am 30. Januar 2010.
  5. Mercedes A-Klasse mit Elektro Motor (28. Juli 2008). Abgerufen am 30. Januar 2010.
  6. Christian Wüst: Tanz um die Gummihütchen. In: Der Spiegel. Nr. 45, 1997 (online).
  7. A-Klasse-Nachfolger in Rastatt. Manager Magazin Online (4. Dezember 2000). Abgerufen am 16. September 2009.
  8. Paarlaufen: Mercedes B 200 gegen A 200. Motor Presse Stuttgart (23. August 2005). Abgerufen am 17. September 2009.

Weblinks

 Commons: Mercedes-Benz A-Klasse – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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