Merken

Merken
Merken
Stadt Düren
Koordinaten: 50° 51′ N, 6° 25′ O50.8458333333336.4230555555555Koordinaten: 50° 50′ 45″ N, 6° 25′ 23″ O
Fläche: 7,07 km²
Einwohner: 3.275 (31. Dez. 2009)
Eingemeindung: 1. Jan. 1972
Postleitzahl: 52353
Vorwahl: 02421
Karte

Lage von Merken in Düren

Merken ist ein Stadtteil der Kreisstadt Düren in Nordrhein-Westfalen. Merken hat 3.284 Einwohner (Stand 31. Dezember 2009) und ist damit der viertgrößte von den insgesamt 15 Stadtteilen Dürens.

Inhaltsverzeichnis

Lage

Der Ort Merken grenzt nördlich an die Gemeinde Inden mit dem sterbenden Ortsteil Pier und dem Dürener Stadtteil Echtz im Westen, dem Stadtteil Hoven im Süden und östlich an die Gemeinde Niederzier. Merken liegt auf ca. 108 m ü. NN. Der tiefste Punkt Merkens ist auch gleichzeitig der tiefstgelegene Punkt der Stadt Düren mit 105 m ü. NN an der Rur an der Grenze zur Gemeinde Niederzier. Unmittelbar neben Merken liegt auch der Braunkohletagebau Inden. Am 12. März 2010 kam es zu einem Erdrutsch an der Abbruchkante des Tagebaus. Im Gegensatz zum Erdrutsch von Nachterstedt, entstand der hiesige Böschungsrutsch an der Arbeitsböschung, die steiler ist als die endgültige Böschung nach Rekultivierung. [1]

Der Name Merken

Merken stammt aus dem lateinischen Margo (Rand, Einfassung, Grenze) und bedeutet soviel wie Ort oder Gebiet an der Grenze. Zur Zeit der Entstehung des Namens befand sich hier mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Grenze. Für die Zeit um 69 n.Chr. diente der Aufenthalt der Soldaten jedoch nicht der Grenzsicherung, sondern vermutlich der Vorbereitung zum Einmarsch „in das Stammesgebiet der Bataver.“ [2] „Die militärische Absicherung der Westgrenze der CCAA (Colonia Claudia Ara Agrippinensium) bzw. der vielleicht noch bestehenden civitas Ubiorum kann man ausschließen, lagerten die Ubier doch incuriosius, also recht gleichgültig oder sorglos. Dieses Verhalten passt nicht zu einer militärischen Grenzsicherung, die Ubier hätten sonst sicherlich einen Angriff erwartet.“ [3]

Im Mittelalter gehörte der Dingstuhl Merken zum Gebiet der Grafen und späteren Herzöge von Jülich. 1336 „entließ der Kaiser das »castrum Royde«, das heißt Burg und Herrschaft Merode, aus der Lehenshoheit des Reiches und unterstellte sie der Lehenshoheit des Grafen und späteren Herzogs von Jülich. 1348 bestätigte Karl IV. diese Verfügung.“[4] Bis zum Ende des Ancien–Régimes 1794 grenzte das Gebiet des Dingstuhles im Süden an die Herrschaft Merode.

Geschichte

Die erste sichere urkundliche Erwähnung des Ortes Merken stammt aus dem Liber valoris aus der Zeit um 1300 [5]. Dort ist im Kapitel über den Dekanat Jülich an fünfter Stelle „Marken capella“ mit einem geschätzten Steuereinkommen von 5 m[a]rc[e] und einer Zehntzahlung von 6 sol[idi] aufgeführt. Bekannt sind erstens ein Brandurnengräberfeld aus der Hallstattzeit (um 800 vor Christus), das im Spätsommer 1936 in der Merkener Flur „In der Woeste“ beim Bau der Autobahn Köln-Aachen entdeckt [6], und zweitens „viele römische Ziegel[7], die im unteren Turmbereich der Merkener Pfarrkirche verbaut sind. Nachgewiesen ist eine bis heute nicht erforschte römische Trümmerstelle im Bereich des Pflanzstreifens zwischen Schlichbach und Luisenstraße. [8] Der Dingstuhl Merken ist urkundlich erstmals 1439 [9] erwähnt. Merken gehört zu diesem Zeitpunkt zum Gebiet des Herzoges von Jülich-Berg. Um 1550 reformiert der Herzog von Jülich-Kleve-Berg das Herrschaftsgebiet. Der Dingstuhl Merken und der Dingstuhl Pier bilden von da ab den Dingstuhl Pier und Merken. Dieser gehört bis 1794 zum Oberamt Jülich [10] und wird im Jahre 1798 von den französischen Besatzern aufgelöst [11]. Die Franzosen ordnen ihre Eroberungen auf dem linken Rheinufer nach der in ihrem Land üblichen Verwaltungsordnung. Die Gemeinde Merken gehört zur Mairie Merken im Kanton Düren; der Kanton Düren im Arrondissement d’Aix-la-Chapelle im Département de la Roer. Zur Mairie Merken zählen die Gemeinden Merken, Mariaweiler-Hoven und Derichsweiler. Das Gebiet dieser Mairie bildet seit dem 5. April 1815 im Königreich Preußen die Bürgermeisterei Merken im Kreis Düren. Von 1879 bis zum 1. April 1921 werden die Bürgermeistereien Birkesdorf und Merken in Personalunion geführt [12]. Seit dem 15. August 1927 befindet sich die Verwaltung der Bürgermeisterei Merken in Mariaweiler [13]. Ab 1928 ersetzt der Begriff ‚Amt’ den Begriff ‚Bürgermeisterei’ [14] (das Verwaltungsgebiet ändert sich nicht). Zwischen Juli 1944 und Februar 1949 werden die Bürgermeistereien Echtz und Merken in Personalunion geführt [15]. Seit dem 1. Januar 1972 existiert die Gemeinde Merken nicht mehr.[16] Merken ist ein Stadtbezirk von 15 Stadtteilen der Stadt Düren.

Bevölkerungsentwicklung

  • 2001 - 3.367
  • 2002 - 3.365
  • 2003 - 3.332
  • 2004 - 3.351
  • 2005 - 3.323
  • 2008 - 3.269
  • 2009 - 3.284

. je zum 31. Dezember

Politik

Ratsmitglieder

Die Merkener wählten bei den letzten Kommunalwahlen am 30. August 2009 für den Rat der Stadt Düren:

  • W. Prescher (CDU), Postbeamter i. R. - 548 Stimmen
  • H. Sieger (SPD), kaufm. Angestellter, jetzt Rentner - 548 Stimmen
  • C. Kahnert-Ebbers (FDP) - 68 Stimmen
  • T. Fues (GRÜNE) - 78 Stimmen
  • E. Gürdap (LINKE) - 26 Stimmen
  • J. Goeke (BfD) - 9 Stimmen
  • C. Tsiakriris(EfD) - 11 Stimmen
  • P. Wenzel (NPD) - 52 Stimmen
  • O. Oepen (Freie Liste) - 10 Stimmen

Der Wahlausschuss der Stadt Düren führte Nachzählungen durch, die eine Stimmengleichheit der Kandidaten W. Prescher (CDU) und H. Sieger (SPD) ergaben. Durch Losentscheid am 10. Februar 2010 fiel das Direktmandat für den Stadtrat an H. Sieger.

Der Bezirksausschuss Merken wählte am 18. Februar 2010 Ralf Freiberger (CDU) zum neuen Bezirksausschuss-Vorsitzenden und hat somit zwei Vertreter im Stadtrat Düren.

Bezirksausschuss Merken

Seit 1999 existiert ein Bezirksausschuss Merken. Den Vorsitz führten

  • 1999 – 2000 Walter Vitzer, SPD (* 1936)
  • 2000 – 2004 Helmut Sieger, SPD (* 1941)
  • 2005 – 2009 Wilfried Prescher, CDU (* 1943)
  • 2010 Ralf Freiberger, CDU

Den Vorsitz im Bezirksausschuss Merken führt Ralf Freiberger, wohnhaft in Düren-Hoven, stellvertretender Vorsitzender ist Helmut Sieger, wohnhaft in Düren-Merken.

Bauwerke

Die Kirche St. Peter

In Merken stehen einige interessante Bauwerke. Die mit einem Stern * gekennzeichneten Gebäude stehen unter Denkmalschutz:

  • Pfarrkirche St. Peter, erbaut 1966 bis 1968
  • Annakapelle * erbaut 1850
  • Juswenge Hauf*, heute: Thelenhof, erbaut 1753, Roermonder Straße 74
  • Bauernhaus Wallraff, mit einem Torbogen* von 1598, Peterstraße 4
  • Fachwerkhaus Kügeler* , Gertrudisstraße 1
  • Transformatorenhaus*, Gertrudisstraße 9
  • Brauerei Keller, später Gerhards, jetzt Giehler, Klapperstraße 19
  • der ehemalige Wasserturm*, heute Wohnhaus, Roermonder Straße/Quirinusstraße
  • Bauernhaus Schröder/Berg, Andreasstraße 27
  • Fachwerkhaus Husch/Kutsch*, Peterstraße 77
  • Verwaltungsgebäude Gebr. Schmitz (heute: CWS Lackfabrik)
  • Fachwerkhaus des Gärtners der Firma Gebr. Schmitz, Sebastianusstraße 9
  • Fachwerkhaus des Kutschers der Firma Gebr. Schmitz, Sebastianusstraße 1
  • Villa Schmitz*, Paulstraße 50
  • Villa Emmel* (heute: Elisabeth-Heim), Paulstraße 71
  • das Silo der Buirer-Genossenschaft, Peterstraße

Verkehr

Am 1. Januar 1901 wurde Merken durch die Dürener Eisenbahn erschlossen. Der Bahnhof am Ortseingang in der Roermonder Straße aus Richtung Düren wird heute anders genutzt. Der Bahnverkehr von Inden bis Düren wurde am 30. Juni 1965 eingestellt.

Heute wird der Personennahverkehr durch die Dürener Kreisbahn mit Omnibussen sichergestellt. Die Linie 216 verkehrt im Stundentakt zwischen Düren und Inden. In Merken befinden sich die Haltepunkte Neffgenshäuser, Markusstraße, Kirche und Wasserturm.

Öffentliche Einrichtungen

In Merken gibt es zwei Kindergärten, eine Grundschule, ein Jugendheim sowie ein Altenheim, welches nun aber als Wohnhaus genutzt wird.

Feuerwehr

In Merken gibt es eine Löschgruppe der Freiwilligen Feuerwehr Düren mit einem Löschgruppenfahrzeug 10/6 und einem Mannschaftstransportfahrzeug.

Vereine

Merken hat trotz seiner Größe eine recht hohe Anzahl an Vereinen. Einige davon sind:

  • Arbeitsgemeinschaft (ARGE) Merkener Geschichte e.V.
  • Blau-Weiß Merken 1977 e.V. (Schalke Fan-Club)
  • Förderverein für Pfarre, Jugendheim und Kindergarten St. Peter, Merken e.V.
  • Interessengemeinschaft "Für ein lebenswertes Merken" e.V.
  • Kirchenchor St. Cäcilia Merken
  • Löstige Kings 1978 e.V. (Karneval, Brauchtumspflege)
  • Maigesellschaft Merken (Brauchtumspflege)
  • Mandolinenclub T.C. "Wandervogel"
  • Männergesangverein 1899 Merken
  • Merkener Schützenfreunde
  • Rad-Renn-Club Düren-Merken e.V. (Radsport)
  • Spielverein 1923 Merken e.V. (Sportverein)
  • St. Quirinus Schützenbruderschaft Merken e.V. (Schützenverein, Brauchtumspflege)
  • Stieve Hot 1985 e.V. (Karneval, Brauchtumspflege)
  • Tennisclub Merken
  • Turnverein 1886 Merken
  • Fußballvereine gegen Rechts - Kein Platz für Rassismus und Gewalt

Persönlichkeiten

Quellen

  1. Die Angst an der Abbruchkante - Anwohner bangen um ihre Häuser und kritisieren RWE, Westdeutsche Zeitung, 19. März 2010, S.3, (Abgerufen am 24. März 2010)
  2. SCHULZ, Thorsten, Der Status der Ubier und civitas Urbiorum nach Gründung der Colonia Claudia Ara Agrippinensium (CCAA) im Spiegel der Quellen, in: Jahrbuch 76 des Kölnischen Geschichtsvereins, Köln 2005, S. 23
  3. Ebd., S. 22
  4. DOMSTA, Hans J., Geschichte der Fürsten von Merode im Mittelalter, I. Band, Genealogie der Familie, Seite 32, in: Beiträge zur Geschichte des Dürener Landes, Band 15, Düren 1981
  5. OEDIGER, Friedr. Wilh., Die Erzdiöszese Köln um 1300, Erstes Heft, Der Liber Valoris, Seite 52, in: Publikationen der Gesellschaft für heimische Landeskunde XII, Bonn 1967.
  6. WITROCK, Clemens, Chronik der Pfarrgemeinde St. Peter Merken in Merken, Seite 1 (Unveröffentlichtes Manuskript)
  7. Bonner Jahrbücher, Ausgrabungen, Funde und Befunde 1995, Bonn 1997, Seite 294
  8. Freundliche Mitteilung des Rheinischen Amtes für Bodendenkmalpflege vom 2. Dezember 2002
  9. KAEMMERER, Walter, Urkundenbuch der Stadt Düren 748-1500, I. Band, 2. Teil, Urkundentexte von 1400-1500, Seite 378, in: Beiträge zur Geschichte des Dürener Landes, Band 13, Düren 1974
  10. GEUENICH, J., Die früheren Territorien des heutigen Kreises Düren, Seite 750, in: Dürener Geschichtsblätter 34, Düren 1963
  11. DOMSTA, Hans, J., Inventar des Archivs des Dingstuhls Pier und Merken, Düren 1980, Seite 4
  12. DOMSTA, Hans J., Inventar des Archivs des Amtes Merken, Seite 1, Düren 1978
  13. Chronik der Volksschule in Mariaweiler, Seite 41
  14. DOMSTA, Hans J., Inventar des Archivs des Amtes Merken, Seite 1, Düren 1978
  15. Ebd., Seiten 1 und 2
  16. Martin Bünermann, Heinz Köstering: Die Gemeinden und Kreise nach der kommunalen Gebietsreform in Nordrhein-Westfalen. Deutscher Gemeindeverlag, Köln 1975, ISBN 3-555-30092-X.

Weblinks


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