Mesenchym

Mesenchym

Mesenchym (griechisch, ‚das Mittenhineingegossene‘) bildet zusammen mit dem gallertigen Bindegewebe das embryonale Bindegewebe. Aus dem Mesenchym entwickelt sich:

Inhaltsverzeichnis

Aufbau

Mesenchym besteht aus sternförmig verzweigten Zellen, die als Mesenchymale Stammzellen oder Mesenchymzellen bezeichnet werden. Sie stehen über Zytoplasmafortsätze miteinander in mechanischer und kommunikativer Verbindung. Mesenchymale Stammzellen besitzen eine hohe Teilungsrate (Mitoserate) und werden als multipotent bezeichnet, da sie sich in viele verschiedene Gewebe differenzieren können.

Die Zwischenzellsubstanz besteht im Wesentlichen aus einer viskösen, hyaluronsäurehaltigen Flüssigkeit. Sie enthält erst ab der 8. Entwicklungswoche Kollagenfibrillen, aber keine Fasern. Damit unterscheidet sich Mesenchym deutlich von ausdifferenziertem Bindegewebe, das eine meist faserhaltige Zwischenzellsubstanz bildet, die die Eigenschaften des Gewebes ausmacht. Deswegen bezeichnet man Mesenchym auch als unreifes Bindegewebe.

Histogenese

Mesenchym kommt im menschlichen Embryo ab der 3. Entwicklungswoche vor. Es entsteht durch Loslösung von Zellen aus den Keimblättern des Embryos, vor allem aus dem Mesoderm, aber auch aus bestimmten Anteilen des Ektoderms (Neuralleiste) und Entoderms (Prächordalplatte).

Erkrankungen

Tumore, die aus dem Mesenchym entstehen, nennt man Mesenchymome. Bösartige Tumoren von Geweben mesenchymalen Ursprungs werden als Sarkome bezeichnet.

Therapieforschung

Im Rahmen der Stammzellforschung wird geprüft, in welchem Maße Mesenchymzellen genutzt werden können, um degenerativ erkrankte Organe mesenchymaler Herkunft zu therapieren.[1]
Siehe auch: Adulte Stammzellen und Therapiemöglichkeiten

Literatur

  • Benninghoff, Drenckhahn: Anatomie Bd.1. 17 Auflage. Elsevier, Urban&FischerVerlag, München 2008, ISBN 9783437423420, S. 120.
  • Keith L. Moore, T.Vidhya N. Persaud: Embryologie. 5 Auflage. Elsevier, Urban&FischerVerlag, München 2007, ISBN 9783437411120, S. 69-70.
  • Ulrich Welsch: Lehrbuch Histologie. 2 Auflage. Elsevier, Urban&FischerVerlag, München 2006, ISBN 9783437444302, S. 108-109.

Einzelnachweise

  1. Ho AD, Beyreuther K: Faszinierende Multitalente – "Rohstoff" Stammzellen?, Ruperto Carola (2001), Ausg. 3, Universitätsklinikum Heidelberg

Weblinks

Wiktionary Wiktionary: Mesenchym – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

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См. также в других словарях:

  • Mesenchym — (griech.), eine besondere, aus verstreuten Zellen und Zwischensubstanz bestehende Form des Mesoderms, d. h. des mittlern Keimblattes …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Mesenchym — Mesenchym, embryonales Bindegewebe vieler Tiere, das als Füllgewebe zwischen den Organen liegt und meist dem ⇒ Mesoderm entstammt …   Deutsch wörterbuch der biologie

  • Mesenchym — Mes|en|chym auch: Me|sen|chym 〈[ çy:m] n. 11; unz.; Biol.〉 embryonales Bindegewebe [<grch. mesos „mittel“ + en „hinein“ + chyma „Guss“] * * * Me|s|en|chym, das; s, e [zu griech. égchyma = Aufguss] (Biol., Med.): aus dem Mesoderm hervorgehendes …   Universal-Lexikon

  • Mesenchym — Mes|en|chym auch: Me|sen|chym 〈[ çy:m] n.; Gen.: s, Pl.: e〉 embryonales Bindegewebe [Etym.: <Meso… + en… + grch. chyma »Guss«] …   Lexikalische Deutsches Wörterbuch

  • Mesenchym — Mes|en|chy̲m [↑meso... u. gr. ἐγχυμα = das Eingegossene] s; s, e: rein zelliges Gewebe, aus dem sich die Formen des Stützgewebes entwickeln (auch embryonales Bindegewebe genannt) …   Das Wörterbuch medizinischer Fachausdrücke

  • Mesenchym — Me|sen|chym das; s, e <zu gr. égchyma »das Eingegossene, Aufguss«, dies zu egcheĩn »eingießen; einfüllen«> einzelliges Gewebe, aus dem sich die Formen des Stützgewebes entwickeln; embryonales Bindegewebe (Med., Biol.) …   Das große Fremdwörterbuch

  • mesenchym — mesen·chym …   English syllables

  • Mesenchym — Me|s|en|chym, das; s, e <griechisch> (Biologie, Medizin embryonales Bindegewebe) …   Die deutsche Rechtschreibung

  • mesenchym — noun see mesenchyme …   Useful english dictionary

  • Elastisches Bindegewebe — Unter dem Sammelbegriff Bindegewebe versteht man verschiedene Gewebetypen, denen vor allem ein Reichtum an Interzellularsubstanz[1] bei im Vergleich zu Epithelien relativ geringer Zellzahl[2] gemeinsam ist. In der Fachliteratur herrscht keine… …   Deutsch Wikipedia


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