Mimoň

Mimoň
Mimoň
Wappen von Mimoň
Mimoň (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Liberecký kraj
Bezirk: Česká Lípa
Fläche: 1548 ha
Geographische Lage: 50° 39′ N, 14° 44′ O50.65527777777814.726944444444280Koordinaten: 50° 39′ 19″ N, 14° 43′ 37″ O
Höhe: 280 m n.m.
Einwohner: 6.774 (1. Jan. 2011) [1]
Postleitzahl: 471 24
Verkehr
Bahnanschluss: Řetenice–Lovosice–Česká Lípa–Liberec
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 8
Verwaltung
Bürgermeister: František Kaiser (Stand: 2007)
Adresse: Mírová 120
47124 Mimoň III
Gemeindenummer: 561835
Website: www.mestomimon.cz
Lageplan
Lage von Mimoň im Bezirk Česká Lípa
Karte

Mimoň (deutsch Niemes) ist eine Stadt des Okres Česká Lípa in der Region Liberec im Norden der Tschechischen Republik.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Mimoň liegt an der Mündung des Panenský potok (deutsch Jungfernbach) in die Ploučnice (deutsch Polzen) an der alten Handelsstraße von Zittau nach Prag. Sie wird überragt vom Berg Roll (Ralsko). Auf dessen Gipfel befindet sich die Ruine der gotischen Burg Ralsko (Rollburg).

Geschichte

Das Sudetendeutsche Freikorps mit Hakenkreuz-Armbinden am 10. Oktober 1938 auf dem Marktplatz zur Begrüßung deutscher Truppen

Der Ort wurde 1371 zum ersten Mal erwähnt (als Zollstation); in dieser Zeit war er im Besitz der Familie von Wartenberg. Danach wechselten die Besitzer mehrfach, insbesondere in der Zeit des Dreißigjährigen Kriegs.

Im 1945 gesprengten Schloss befand sich eine für Nordböhmen wichtige Bibliothek, die Bücher aus dem Zeitraum zwischen 16. und 19. Jahrhundert besaß. Sie wurde von Adam Franz von Hartig gegründet worden, einem Mitglied der aus Schlesien stammenden Familie Hartig, die 1719 in den böhmischen Grafenstand erhoben wurden. Weitere Bestandserweiterungen gehen auf Adam Ludwig von Hartig (1710-1738), seine Frau Gräfin Kager von Globen (1716-1759) sowie den Franz de Paula Anton Graf von Hartig (1758-1797) zurück, letzterer als Gesandter am sächsischen Hof tätig und der in seinem Umfeld für die Schlossbibliothek von Niemes/Mimoň zahlreiche Bücher erwerben konnte.
Die Bestände sind später dem Nationalmuseum in Prag übertragen worden. Deren thematische Vielfalt ist sehr groß, es finden sich darin belletristische, naturwissenschaftliche, ökonomische, politische und philosophische Monographien.[2]

Die Einwohnerzahl wurde um 1845 mit 3400 Personen angegeben.[3] 1930 waren 5331 von 6113 Einwohnern Deutsche. Während des Zweiten Weltkrieges war in Niemes ein „Wehrertüchtigungslager“ der HJ. Die Stadt hatte eine Möbelfabrik, die der deutschen Familie Fischel gehörte. Bis zur Vertreibung der Deutschböhmen 1945 wurde in der Stadt überwiegend deutsch gesprochen.

Sehenswürdigkeiten

Mimoň / Niemes: Mírová ulice
  • Kirche
  • Bürgerschule
  • Stadtpark (das zugehörige Schloß am Ringplatz wurde nach 1945 gesprengt)
  • Kapelle zum heiligen Grab mit Kriegerdenkmal
  • Postbrücke (nicht erhalten, da erneuert)
  • Sandbrücke mit Denkmal des Heiligen Nepomuk

In der Umgebung:

Ortsteile

  • Mimoň I
  • Mimoň II
  • Mimoň III
  • Mimoň IV
  • Mimoň V
  • Mimoň VI
  • Srní Potok (Rehwasser)
  • Vranov (Rabendorf)

Partnerstädte

Söhne und Töchter der Stadt

  • Rudolf Schicketanz (1900-1947), Politiker der NSDAP
  • Hans Watzek (* 1932), Minister für Land-, Forst- und Nahrungsgüterwirtschaft der DDR
  • Rudolf Watzke (*1892), Konzertsänger.

Einzelnachweise

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2011 (XLS, 1,3 MB)
  2. Bernhard Fabian / Petr Mašek / Karen Kloth: Handbuch deutscher historischer Buchbestände in Europa. Bd. 2 Tschechische Republik - Schlossbibliotheken. Hildesheim, Zürich, New York (Georg Olms Verlag) 1997, S. 140-141. ISBN 3-487-10355-9
  3. F.C. Watterich von Watterichsburg: Handwörterbuch der Landeskunde des Königreichs Böhmen. 2. Aufl., Prag (C.W. Medau und Comp.) 1845, S. 931

Weblinks


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