Mirena


Mirena
Hormonspirale mit korrekter Lage

Die Hormonspirale ist ein Medizinprodukt, das zur Empfängnisverhütung in die Gebärmutter der Frau eingesetzt wird und dort das Hormon Gestagen abgibt. Konkret handelt es sich um ein Gestagen abgebendes Intrauterinpessar (IUP), welches teilweise auch als Intrauterines System (IUS) bezeichnet und unter den Handelsnamen Mirena und Femilis LNG-IUS vertrieben wird. Eine Variante ohne Plastikrahmen in T-Form (Frameless IUS) ist unter dem Namen FibroPlant-LNG und bekannt und ähnelt im Aussehen und der Handhabung der Kupferkette GyneFix. Sie ist in Deutschland jedoch bislang noch nicht im Verkehr.[1]

Inhaltsverzeichnis

Einsatzgebiete

Die Hormonspirale ist in Deutschland seit 1996 zur Empfängnisverhütung und der Behandlung übermäßiger Menstruationsblutungen zugelassen.[2] Es kann auch dem Schutz vor einem übermäßigen Aufbau der Gebärmutterschleimhaut während einer Östrogen-Ersatztherapie in den Wechseljahren dienen.[3] Bekannt sind auch eine Reduktion von Menstruationsbeschwerden und ein möglicher Nutzen in der Behandlung der Endometriose.[4][5]

Funktionsweise

Die Hormonspirale besteht aus einem etwa 3 cm langen T-förmigen Kunststoffkörper, der nach der Einlage in die Gebärmutter das Gestagen Levonorgestrel abgibt.

Die T-Form des Kunststoffkörpers ermöglicht eine Anpassung an die Form der Gebärmutter. Der Wirkstoff befindet sich in einem zylinderförmigen Reservoir am senkrechten Teil des Kunststoffkörpers und wird in konstanter, sehr kleiner Menge (20 µg in 24 h) an den Körper abgegeben. Am unteren Ende des IUP befindet sich eine Öse, an der die Kontrollfäden befestigt sind, die die Patientin selber ertasten kann. Sowohl der Kunststoffkörper mit seiner speziellen T-Form als auch das Hormon Levonorgestrel verhindern eine Schwangerschaft, und zwar auf folgende Weise:

  • Der Schleim im Gebärmutterhals wird durch Levonorgestrel dickflüssig und damit undurchlässiger für die Spermien.
  • Die Beweglichkeit der Spermien, die den Gebärmutterhals dennoch passieren, wird gehemmt.
  • Durch lokale Einwirkung des IUP auf die Gebärmutterschleimhaut werden die Bedingungen für die Einnistung der befruchteten Eizelle erschwert.
  • Eireifung und Eisprung werden beeinflusst und bei einem Teil der Frauen unterdrückt.
  • Der Aufbau der Gebärmutterschleimhaut wird verringert (infolge auch der menstruelle Blutfluss).[6]

Die Hormonspirale wird von einem Arzt eingelegt, die Kosten betragen etwa 280 bis 350 Euro.[7][8]Die Kosten werden für gesetzlich krankenversicherte Frauen in Deutschland nach § 24 SGB V bis zum vollendeten 20. Lebensjahr von der Krankenkasse und für sozialhilfeberechtigte Frauen nach § 49 SGB XII vom zuständigen Sozialhilfeträger übernommen. Wird die Hormonspirale ausschließlich zur Behandlung von starken Regelblutungen verordnet, sind in Deutschland die Kosten ebenfalls von der Krankenkasse zu übernehmen.

Unerwünschte Wirkungen

Mögliche Komplikationen der Hormonspirale sind Ausstoßungen in den ersten beiden Anwendungsmonaten (6-7%), Verrutschen der Spirale (wodurch der Empfängnisschutz vermindert werden kann) und eine Verletzung der Gebärmutter, insbesondere beim Einsetzen der Hormonspirale. Das Verletzungsrisiko kann bei Einlage der Spirale nach der Geburt, bei stillenden Frauen und bei Lageanomalien der Gebärmutter erhöht sein. Weiterhin kann es zu Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen, verstärktem Menstruationsschmerz, verringerter Libido, Spannungsgefühl in den Brüsten, Akne, Blutungsunregelmäßigkeiten, Gewichtszunahme, Wasseransammlungen im Gewebe, Verstimmungen und Depressionen kommen.[9][2][10]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Wildemeersch D. New frameless and framed intrauterine devices and systems - an overview. Contraception. 2007 Jun;75(6 Suppl): S82-92. PMID 17531623
  2. a b Geänderte Risikoinformationen zu der Hormonspirale Mirena® der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) von Juni 2007
  3. Fachinformationen in der Schweizerischen Open Drug Database
  4. ESHRE Capri Workshop Group. Intrauterine devices and intrauterine systems. Hum Reprod Update. 2008 May-Jun;14(3):197-208 PMID 18400840
  5. Anpalagan A, Condous G. Is there a role for use of levonorgestrel intrauterine system in women with chronic pelvic pain? J Minim Invasive Gynecol. 2008 Nov-Dec;15(6):663-6 PMID 18774757
  6. Fachinformationen in der Schweizerischen Open Drug Database
  7. Schwanger-info.de - Verhütungsmethoden, Hormonspirale: Das unabhängige Informationsangebot der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA)
  8. frauenaerzte-im-netz.de: Hormonspirale
  9. Fachinformationen in der Schweizerischen Open Drug Database
  10. Risiken der Uterusperforation und Expulsion von Mirena®, einem Levonorgestrel-haltigen Intrauterinpessar: Bekanntgabe der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) (2002)

Weblinks

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