Missa papale


Missa papale

Als Papstmesse (auch missa papalis) wird in der Römisch-katholischen Kirche jene feierliche Form des Pontifikalamts bezeichnet, welcher der Papst vorsteht. Bevor im Zuge der liturgischen Reformen nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil erhebliche Vereinfachungen an der Papstliturgie vorgenommen wurde, hatte diese im Prinzip seit Jahrhunderten die gleiche Form behalten.

Inhaltsverzeichnis

Frühere Form

Pius XII. nach seiner Krönung auf der Sedia gestatoria. Gut zu erkennen auch die Träger des Baldachins und die großen federgeschmückten Fächer, genannt Flabelli.

Bedingt durch die Rolle das Papstes als Fürst des Kirchenstaates und seines universalen Anspruches als Haupt der Fürsten war am päpstlichen Palast im Laufe der Jahrhunderte eine umfangreiche Hofhaltung entstanden. Das höfische Zeremoniell prägte auch die Liturgie der Papstmessen. Besonders kam dies in der Verwendung von Silbertrompeten, der Huldigung des Papstes durch anwesende Kleriker und Riten wie der Vorkostung (praegustatio) der Gaben zum Ausdruck.

An der Liturgie wirkten nach strengem Zeremoniell die Mitglieder der Päpstlichen Kapelle (cappella pontificia) und die Mitglieder des päpstlichen Hofstaates mit.

Ablauf der Papstmesse bis zur Reform in den 70ern

Der Einzug

Die Feier begann mit dem Empfang des Papstes in der Vorhalle der Basilika St. Peter. Im Dom kündete eine Fanfare, die von Offizieren der Nobelgarde auf silbernen Trompeten gespielt wurde, die Ankunft des Papstes an. Dann erfolgte der Einzug in die Basilika, in einer genau festgelegten Prozessionsordnung. Zuerst kam einer der päpstlichen Zeremonienmeister, flankiert von Prokuratoren der Kollegien und zwei Schweizergardisten. Dann folgten der Apostolische Prediger, der zuletzt immer ein Kapuziner war und die Beichtväter der päpstlichen Familie, die dem Servitenorden angehörten. Ihnen folgten die Generalprokuratoren der religiösen Orden in ihrer Ordenstracht, anschließend die Kapläne, die die Mitren des Papstes trugen. Hinter ihnen gingen die Sänger der päpstlichen Kapelle. Nach ihnen kamen die Auditoren der Römischen Rota. Der jüngste Auditor fungierte als Apostolischer Subdiakon und trug das Prozessionskreuz. Sieben Votanten der Apostolischen Signatur umgaben ihn als Leuchterträger. Dem Bischof sieben Kerzen voranzutragen geht auf einen Brauch zurück, der schon in der stadtrömischen Liturgie der frühen Kirche überliefert ist. Ein weiterer Auditor als Subdiakon folgte dieser Gruppe zusammen mit einem Subdiakon und einem Diakon des griechisch-römischen Ritus, jeweils in Gewänder ihres Ritus gekleidet. Die Kleriker des griechischen Ritus hatten die Aufgabe, die Lesungen in der Messe auf griechisch vorzutragen. Nach ihnen kamen die Beichtväter von St. Peter, gekleidet in Kaseln, an ihrer Spitze zwei Kleriker mit langen blumengeschmückten Stäben, einem Symbol für die richterliche Gewalt der Beichtväter. Dann kamen mit weißen Mitren und Chormäntel gekleidet die Äbte, Bischöfe und Erzbischöfe, die nicht den Titel eines Thronassistenten innehatten, gefolgt von den Bischöfen und Erzbischöfen der orientalischen Riten. Ihnen schlossen sich die Bischöfe und Erzbischöfe an, die Thronassistenten waren sowie die Patriarchen. Dann kamen die Kardinäle, alle mit weißen Mitren, zuerst die Kardinaldiakone (in Dalmatiken), dann die Kardinalpriester (in Kaseln), schließlich die Kardinalbischöfe (im Chormantel). Einer der Kardinalbischöfe, gewöhnlich der von Ostia, fungierte in der Messe als presbyter assistens. Dahinter kamen der Vize-Camerlengo der römischen Kirche sowie ein römischer Fürst (idR aus den Familien Calonna bzw. Orsini), der als Thronassistent fungierte. Hinter ihnen gingen die beiden assistierenden Kardinaldiakone und derjenige Kardinaldiakon, der in der Messe den liturgischen Dienst des Diakons ausübte. Ihnen endlich folgte der Papst auf der Sedia gestatoria, dem päpstlichen Tragsessel. Dieser wurde von zwölf Palafrenieri in roten Damastgewändern getragen. Acht Referendare der Apostolischen Signatur trugen den Baldachin über der Sedia. Der Papst war zu diesem Zeitpunkt mit der Falda, Amikt, Albe, Zingulum, Stola und Chormantel bekleidet und trug die Tiara auf dem Kopf. Dem Papst folgten noch Soldaten der Schweizergarde, Offiziere der Nobelgarde und weitere Personen des Päpstlichen Hofs. Dahinter kamen zwei Geheimkämmerer, welche die Flabelli trugen, dann der Dekan der Römischen Rota mit der juwelenbesetzen Mitra des Papstes, nach ihm der Generalauditor der Päpstlichen Kammer, diesem folgend der Maggiordomo, hinter diesem die Apostolischen Protonotare und schließlich die Ordensgeneräle.

In der Mitte der Basilika angekommen verließ der Papst die Sedia. Einer der assistierenden Kardinaldiakone nahm ihm die Tiara ab. Mit der Mitra auf dem Kopf begab sich der Papst dann zum so genannten „Thron der Terz“. Der Thron der Terz war ein zweiter, kleinerer Thron, der sich in der Nähe des Altars auf der Epistelseite befand. Auf ihm saß der Papst, während die Hore der Terz gesungen wurde. Auch die übrigen Prozessionsteilnehmer nahmen ihre genau bestimmten Plätze ein. Auf Zeichen eines Zeremoniars erheben sich die Kardinäle, Bischöfe und Äbte jedoch wieder, um dem Papst ihre Huldigung zu erweisen. Auch dieses Zeremoniell war exakt geregelt. Zunächst kamen die Kardinäle, die den Ring des Papstes küssten. Anschließend folgten die Bischöfe, welche das Kreuz auf der Stola des Papstes in gleicher Weise verehrten. Die Äbte schließlich küssten dem Papst die Füße.

Terz

Nach der Huldigung eröffnete der Papst die Terz mit dem dafür vorgesehen liturgischen Ruf. Während der Terz zog der Papst die Pontifikalschuhe an und betete die vorgeschriebenen Vorbereitungsgebete für den Zelebranten der Messe. Anschließend sang er die Oration der Terz. Danach legte er die liturgischen Gewänder für die Messfeier an wobei ihm Kardinaldiakon und der assistierende Kardinalbischof halfen. Für die Prozession vom Thron der Terz zum Altar legte der Papst anschließend Weihrauch ein.

Messfeier

Auch die Prozession zum Altar war genau geregelt. Voran ging ein Auditor der Rota mit dem päpstlichen Kreuz. Wie bei der Einzugsprozession wurde er von sieben Leuchterträgern flankiert. Ihnen folgte der Apostolische Subdiakon mit dem Evangeliar, mit dem griechischen Subdiakon zur linken und dem griechischen Diakon zur rechten. Dahinter kamen der assistierende Kardinalbischof und der Kardinaldiakon, der die liturgischen Dienste des Diakons ausführte. Dann kam der Papst, flankiert von den assistierenden Kardinaldiakonen und weiteren Helfern, die die langen Gewänder das Papstes hielten. Den Schluss bildeten der Dekan der Römischen Rota und die Erzbischöfe, die Thronassistenten waren. Auf dem Weg zum Altar kamen dem Papst die drei jüngsten Kardinaldiakone entgegen, welche ihm den Friedenskuss gaben.

Am Altar angekommen sang der Chor den Introitus, während der Papst leise Stufengebet und Confiteor betete. Dabei stand der assistierende Kardinalbischof zu seiner rechten und der als Diakon fungierende Kardinaldiakon zu seiner linken. Anschließend legte der Apostolische Subdiakon dem Papst den Manipel an. Bei der Krönungsmesse des Papste folgten an dieser Stelle die Krönungsgebete der drei ältesten Kardinalbischöfe. Der assistierende Kardinalbischof reichte dem Papst nun das geöffnete Evangeliar, das dieser durch einen Kuss verehrte. Anschließend inzensierte der Papst den Altar wie in jeder Messe. Danach wurde er selbst auch inzensiert und tauschte mit der Assistenz den Friedenskuss aus. In der Krönungsmesse erfolgte nun eine weitere Huldigung.

Der Papst begab sich nun zum Thron in der Apsis von St. Peter. Der Apostolische Subdiakon und der als Diakon fungierende Kardinaldiakon blieben am Altar zurück. Am Thron las der Papst den Introitus und sprach mit der Assistenz abwechselnd das Kyrie. Die Messe folgt nun den üblichen Abläufen der lateinischen Messfeier vor der Liturgiereform des Zweiten Vatikanums. Dem Kyrie folgte das Gloria, das vom Papst angestimmt und vom Chor gesungen wurde. Ihm folgte die Oration, die ebenfalls vom Papst gesungen wurde. Bei der Krönungsmesse ging der Kardinalprotodiakon mit Auditoren der Rota zum Petrusgrab und sang dort eine kurze Litanei.

Dann folgten die Lesungen, zunächst die Epistel. Diese wurde, wie im feierlichen Amt im Römischen Ritus üblich, vom Subdiakon gesungen. In der Papstmesse stand er dabei im Presbyterium am Ende der Bank, in der die Kardinalpriester saßen. Hatte er geendet, kam der griechische Subdiakon an seine Seite und wiederholte die Lesung in griechischer Sprache. Der Epistel folgten die Zwischengesänge, während derer der Papst am Thron für sich Epistel, Zwischengesänge und Evangelium las. Anschließend wurde das Evangelium feierlich verkündet. Dazu kam der als Diakon fungierende Kardinaldiakon zum Papst und küsste ihm die Hand. Anschließend begab er sich zum Altar, auf dem das Evangeliar lag. Er kniete auf der oberste Stufe nieder und betete die entsprechenden Gebete zur Vorbereitung auf das Evangelium. Vor dem Altar stellten sich nun die sieben Leuchterträger auf, während ein Rauchfassträger zum Thron ging. Dort legte der Papst Weihrauch ein. Der Rauchfassträger begab sich nun zu den Leuchterträgern am Altar. Gemeinsam mit dem Apostolischen Subdiakon und dem Kardinaldiakon mit dem Evangeliar ziehen alle zum Thron. Dort bittet der Kardinaldiakon um den Segen. Anschließend ziehen alle zur Bank der Kardinaldiakone, wo der Kardinaldiakon mit dem Evangeliar dieses auf ein Pult legt und das Evangelium singt. Hat er den Vortrag beendet, entfernt er sich mit fünf der sieben Leuchterträgern. Die übrigen bleiben für den Verkündigung des Evangeliums in griechischer Sprache, die nach derselben Prozedur abläuft.

Hat der griechische Diakon den Vortrag beendet, nehmen der griechische und der lateinische Subdiakon die Evangeliare und gehen mit ihnen zum Papst, der sie durch einen Kuss verehrt. An dieser Stelle folgte nun die Predigt, falls sie vorgesehen war. Andernfalls stimmte der Papst sofort das Credo an, dass vom Chor zuendegesungen wurde. Nach der Stelle „et incarnatus est“ („und hat Fleisch angenommen“) breiteten Apostolischer Subdiakon und Diakon über dem Altar ein großes, goldumrandetes Tuch, das Incarnatus, aus. Der Subdiakon geht nun zur Kredenz des Sacrista, des päpstlichen Sakristans, und nimmt dort das Korporale, zwei Purifikatorien sowie eine Dose mit Hostien und übergibt alles dem Diakon. Dieser stellt alles auf den Altar und breitet das Korporale in seiner Mitte aus. Der Sacrista kommt nun, geht ebenfalls zu seiner Kredenz und trägt Kelch, Patene, zwei Purifikatorien und einen kleinen silbernen Löffel durch ein Schultervelum verhüllt zur Kredenz des Papstes. Dabei wird er von einem Akolythen begleitet, der leere Messkännchen und einen kleinen Kelch trägt. An der Kredenz des Papstes erschien nun der päpstliche Mundschenk, der mit dem Sacrista die liturgieschen Geräte reinigte. Der Mundschenk kostete anschließend von Wein und Wasser und goß beides in die Messkännchen. Der Akolyth brachte diese dann zum Altar, der Sacrista folgte mit Kelch, Patene und dem Löffelchen. Der Diakon entnahm der Dose nun drei Hostien und legte sie auf die Patene. Inzwischen beendete der Chor den Gesang des Credo.

Es folgte nun das Offertorium, wie auch in jeder anderen Messe. Der Papst legte dazu die Handschuhe ab und wusch sich die Hände mit Wasser. Bei einer Heiligsprechung folgte nun der große Opfergang, bei dem Gaben von Brot und Wein, nach biblischem Vorbild aber auch Turteltauben zum Altar gebracht wurden. Wurden mehrere Personen in einer Messe heiliggesprochen, so folgte für jede ein eigener Opfergang.

Nun folgte nach höfischem Zeremoniell die Vorkostung der Gaben, die so genannte praegustatio. Dazu gab der Diakon dem Sacrista zwei der drei bereitgelegten Hostien, die dieser zum Papst gewendet konsumieren musste. Anschließend kostete der Sacrista auch den Wein vor.

Der Papst begab sich nun zum Altar und verehrte diesen mit einem Kuss und mit Weihrauch. Anschließend wurde er selbst inzensiert, nach ihm auch alle übrigen Kleriker und das anwesende Volk. Der Verlauf folgte nun dem üblichen Ablauf der Messfeier im Römischen Ritus. Die Elevation, das Emporheben der konsekrierten Gaben wurde dreifach (nach vorne, nach rechts, nach links) vollzogen. Währenddessen spielten Offiziere der Nobelgarde, die im Kuppelumgang aufgestellt waren, eine Sinfonie auf den silbernen Trompeten.

Nach dem Friedensgebet und dem Friedenskuss ging der Papst zum Thron zurück. Erst dort empfing er die Kommunion. Der Diakon am Altar nahm die Patene, auf der die mittlerweile gebrochene Hostie liegt und hob sie leicht an, um sie dem Volk zu zeigen. Anschließend übergab er sie dem Subdiakon, der sie mit dem Schultervelum umhüllte. Damit das Velum nicht die gewandelte Hostie berührte, wurde auf die Patene ein zwölfstrahliger so genannter Asteriskus als Deckel gestülpt. Der Subdiakon ging nun zum Thron, wo der Papst kniete, der Diakon folgte ihm mit dem Kelch. Der Papst konsumierte einen Teil der Hostie und anschließend den Wein, wobei er sich einer Fistula (einem goldenen Trinkröhrchen) bediente. Den zweiten Teil der Hostie brach der Papst und reichte dem Diakon und dem Subdiakon jeweils die Hälfte des Teils. Das Volk und die übrigen Kleriker kommunizierten in der Papstmesse üblicherweise nicht, Ausnahmen waren Ostern und Weihnachten.

Subdiakon und Diakon gingen nun zurück zum Altar, kommunizierten dort den Rest des Weines und reinigten die Geräte und anschließend die Hände (Ablution). Ebenso reinigte der Papst die Hände. Dabei half ihm der weltliche Thronassistent, der ihm auch die Mitra aufsetzte.

Zur Postcommunio kehrte der Papst zum Altar zurück. Er sang dort das Schlussgebet, anschließend entließ der Diakon die Gläubigen mit dem Ruf Ite, missa est. Wenn nicht, wie an Weihnachten und Ostern der Segen Urbi et orbi erteilt wurde, sprach der Papst nun den Segen. Der assistierende Kardinalbischof bat den Papst dabei um die Gewährung eines vollkommenen Ablaß für alle Anwesenden.

Abschließend folgte noch das Schlussevangelium, wie es im Römischen Messbuch vorgesehen war. An Ostern fand dabei auf der Loggia eines der Pfeiler der Kuppel eine Reliquienschau statt. Der Papst legte nach dem Schlussevangelium Pallium und Manipel ab und verrichtete am Altar das Dankgebet. Der Diakon setzte ihm anschließend die Mitra auf und gab ihm Handschuhe und Ring. Der Papst ging nun zur Sedia gestatoria zurück, wo er noch ein symbolisches Almosen für die zelebrierte Messe empfing. Danach folgte der Auszug in der gleichen Weise, wie der Einzug erfolgt war.

Heutige Form

Nach den Liturgiereformen und durch beschließendes Handeln der nachfolgenden Päpste wurde die Liturgie der Papstmessen wie auch die der Bischofsmessen allgemein erheblich vereinfacht. Das Hofzeremoniell wurde gestrichen, die Päpstliche Kapelle und die Hofhaltung (Päpstliche Familie) neu geordnet, wobei viele Posten, etwa die der geistlichen Thronassistenten, wegfielen. Die Tiara wurde von Paul VI. abgeschafft, die Sedia gestatoria immer seltener und schließlich überhaupt nicht mehr verwendet. Auch die Nobelgarde wurde aufgelöst. Dafür führte Paul VI. wieder ein, dass der Papst bei den von ihm zelebrierten Ämtern die Ferula in der linken Hand trägt, wie dies alle Bischöfe mit ihrem Krummstab tun.

Der Segen von der Benediktionsloggia des Petersdoms war aufgrund der Gebrechlichkeit Papst Johannes Pauls II. auf den Petersplatz verlegt worden, wo ihn der Papst von seinem Thron aus erteilte.

Die feierliche Papstmesse ist daher heute der feierlichen Bischofsmesse im wesentlichen gleich. Die Tradition des griechischen Diakons (der Subdiakon ist durch die Liturgiereform abgeschafft) wurde von Papst Benedikt XVI. anlässlich seiner Einführungsmesse in das Papstamt wiederbelebt. Benedikt XVI. führte auch die Tradition der assistierenden Kardinaldiakone wieder ein, die rechts und links den päpstlichen Thron flankieren. Während solche Assistenzdienste nach dem Caeremoniale Episcoporum (Zeremoniale für die Bischöfe) von Diakonen oder ersatzweise von Priestern, die dabei aber die Kasel tragen, ausgeführt werden sollen, haben die Kardinaldiakone in aller Regel die Bischofsweihe empfangen und tragen die Mitra, jedoch keine Kasel, sondern nach alter Tradition die Dalmatik der Diakone. Diese Änderungen sind jedoch nirgendwo schriftlich verfügt.

„Päpstliche Massenmessen“

Prägend für das öffentliche Bild von den Papstmesse sind heute die so genannten Massenmessen, die vor allem seit dem Pontifikat Johannes Pauls II. auftreten. Noch zu Zeiten Pauls VI. wurde von konservativen Kreisen der katholischen Kirche mit Befremden aufgenommen, dass dieser seine Krönungszeremonie im Freien vor der Petersbasilika stattfinden ließ (das Innere war damals zur Konzilsaula umgebaut). Die päpstlichen Messen im Freien vor mehreren hunderttausend Gläubigen entwickelten sich gleichwohl zur typischen Form der Papstmesse (wenngleich sie von dem liturgischen Begriff klar zu trennen sind). Obgleich Papst Johannes Paul II. selbst Schriften gegen liturgische Missbräuche (Abweichungen vom Messbuch, Interzelebration, Interkommunion) verfasste, kritisieren einige Strömungen innerhalb der Kirche ebenfalls liturgische Missbräuche bei den so genannten Massenmessen, insbesondere was den dortigen Umgang mit der Eucharistie angeht.

Literatur

  • Johannes Brinktrine: Die feierliche Papstmesse und die Zeremonien bei Selig- und Heiligsprechungen, Orbis Catholicus, Imprimatur 14. Oktober 1949, Paderborn 3. verbesserte Auflage, Roma 1950, 367 S.

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