Missile Defense Agency


Missile Defense Agency
Missile Defense Agency
— MDA —
US-MissileDefenseAgency-Seal.svg

Emblem der Missile Defense Agency
Aufstellung 2002
Land Vereinigte Staaten von Amerika
Streitkräfte Streitkräfte der Vereinigten Staaten
Teilstreitkraft (übergreifend)
Truppengattung Raketenforschung und -entwicklung
Typ Agency
Unterstellung DoD
Stationierungsort Washington, D.C.
Director of the Missile Defense Agency
Jetziger
Kommandeur
LTG Patrick J. O'Reilly, USA[1]

Die Missile Defense Agency (etwa: Amt für Raketenabwehr) ist eine Abteilung des US-amerikanischen Verteidigungsministeriums. Die MDA ist federführend verantwortlich für die Entwicklung eines Verteidigungssystems gegen ballistische Raketen auf mehreren Ebenen, die so genannte National Missile Defense.

Inhaltsverzeichnis

Ziel der Mission

Auf der offiziellen Website des US-Verteidigungsministeriums heißt es über das Projekt:

„The Missile Defense Agency's mission is to develop, test and prepare for deployment of a missile defense system. Using complementary interceptors, land-, sea-, air- and space-based sensors, and battle management command and control systems, the planned missile defense system will be able to engage all classes and ranges of ballistic missile threats. Our programmatic strategy is to develop, rigorously test, and continuously evaluate production, deployment and operational alternatives for the ballistic missile defense system. Missile defense systems being developed and tested by MDA are primarily based on hit-to-kill technology. It has been described as hitting a bullet with a bullet - a capability that has been successfully demonstrated in test after test.“

Übersetzt:

„Die Aufgabe der Missile Defense Agency ist die Entwicklung, der Test und die Vorbereitung der Stationierung eines Raketenabwehrsystems. Durch die Verwendung komplementärer Abfangsysteme, Land-, See-, Luft- sowie Weltall-gestützter Sensoren und Befehls- sowie Kontrollsysteme für das Management des Kampfgeschehens wird das geplante Raketenabwehrsystem in der Lage sein, gegen die Bedrohungen durch alle Klassen und Reichweiten von ballistischen Raketen vorzugehen. Die Strategie unseres Programms ist die Entwicklung, der eingehende Test und die kontinuierliche Überprüfung der Produktion, die Stationierung und von operativen Alternativen für das Abwehrsystem gegen ballistische Raketen. Die Raketenabwehrsysteme, die von der MDA entwickelt und getestet werden, basieren zuvörderst auf der hit-to-kill-Technologie. Diese kann als das Treffen einer Kugel mit einer Kugel beschrieben werden - eine Fähigkeit, die von Test zu Test immer wieder erfolgreich demonstriert wurde.“

Die MDA unterteilt ihr System in die drei Kategorien: boost phase (Startphase), mid-course phase (Flugphase) und terminal phase (Anflugphase), von denen jede mit einem unterschiedlichen Grad der Bedrohung während des Flugs einer ballistische Rakete korrespondiert. Jede Phase besitzt Vor- und Nachteile für ein Raketenabwehrsystems, so dass man durch ein mehrschichtiges Verteidigungskonzept die Effektivität erhöhen will.

Abwehr in der Startphase

  • Kinetic Energy Interceptor (KEI; Abfangsystem auf Basis kinetischer Energie): Im Dezember 2003 beauftragte die MDA das Unternehmen Northrop Grumman mit der Entwicklung und dem Test derartiger Systeme, die gfs. auch in der Flugphase zum Einsatz kommen könnten. Der KEI wird von einer Position aus gestartet, die sich nicht weit von der Startposition der Zielrakete befindet; er ist somit weniger geeignet beim Einsatz gegen größere Länder. Es muss sehr kurz nach dem Start des Ziels abgefeuert werden und eine hohe Geschwindigkeit besitzen (ca. 6 km/s).
  • Airborne Laser: Dabei handelt es sich um ein Lasersystem, das entweder den Sprengkopf selbst oder den Antrieb der Rakete deaktivieren kann. Bei letzterer Version besteht das Risiko eines „shortfall“, d.h. die Rakete könnte zwischen Start- und Zielpunkt auf die Erde zurückfallen und dort u.U. beträchtliche Schäden anrichten.

Mid-course-Abwehr

  • Ground Based Midcourse Defense System (GMD; am Boden stationiertes Flugabwehrsystem für die mittlere Flugphase): Ein bodengestütztes Flugabwehrsystem besteht sowohl aus einer Booster-Rakete und einem sogenannten kinetischen, exoatmosphärischen Kill Vehicle (EKV)
  • Aegis Ballistic Missile Defense System (Aegis BMD; ein ballistisches Raketen-Abwehrsystem): Bestehend aus einer SM-3-Rakete mit einem leichtgewichtigen exoatmosphärischen Projektil (LEAP) mit kinetischem Gefechtskopf; soll von Schiffen aus gestartet werden.

Ein wichtiger Aspekt in dieser Phase ist die Unterscheidung zwischen tatsächlichen Sprengköpfen und Attrappen.

Abwehr in der Wiedereintrittsphase

  • Terminal High Altitude Area Defense (THAAD): ein Abwehrsystem, das während der letzten Phase des Anflugs zum Einsatz kommen soll und mittels einer eigenen Rakete das feindliche Projektil durch Kollision (also durch die Aufprallwucht) abwehren soll.
  • PATRIOT Advanced Capability-3 (PAC-3): ein ähnliches Abwehrsystem wie THAAD, mit dem Unterschied, dass hierbei die feindliche Rakete durch eine Explosion zerstört werden soll.

Nicht alle Alliierten der Vereinigten Staaten heißen diese Pläne gut. So kündigte Kanada im Februar 2005 an, nicht am Verteidigungssystem der Vereinigten Staaten gegen ballistische Raketen mitwirken zu wollen. Das ist aufgrund der Größe und der Lage des Landes von erheblicher strategischer Bedeutung, können nun doch dort nicht - wie ursprünglich beabsichtigt - entsprechende Abwehreinrichtungen der NMD installiert werden.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. www.mda.mil Leadership. Aufgerufen am 15. Dezember 2010.

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