Mitte (Stadtteil in Hannover)

Mitte (Stadtteil in Hannover)
Karte
Hannover, Stadtbezirk Mitte  hervorgehoben
Basisdaten
Stadtbezirk Mitte (1)
Fläche 10,75 km²
Einwohner 33.252
Bevölkerungsdichte 3093 Einwohner/km²
Postleitzahlen 30159, 30161, 30167, 30169, 30175
Stadtteile
  • Calenberger Neustadt
  • Mitte
  • Oststadt
  • Zoo
Webpräsenz hannover.de
Politik
Bezirksbürgermeister Rainer Folta (SPD)
Stadtbezirksrat
(19 Sitze)
SPD: 7, CDU: 5, Grüne: 4, Die Linke: 1, FDP: 2

Mitte ist der 1. Stadtbezirk in Hannover. Er hat 33.252 Einwohner und besteht aus den Stadtteilen Mitte (8.997 Ew.), Calenberger Neustadt (6.409 Ew.), Oststadt (13.533 Ew.) und Zoo (4.313 Ew.) (Stand 2009).

Inhaltsverzeichnis

Mitte

Treffpunkt Kröpcke

Der Stadtteil Mitte besteht aus den Gebiet innerhalb des Cityrings (Brühlstraße, Leibnizufer, Marienstraße, Hamburger Allee, Berliner Allee, Arndtstraße, Schloßwenderstraße) erweitert um den Maschpark. Zu ihm gehören die historische Altstadt um die Marktkirche sowie die wichtigsten Einkaufsstraßen der Stadt. Große Kaufhäuser und anderer Einzelhandel befinden sich in den ausgedehnten Fußgängerzonen im Bereich Kröpcke, Georgstraße und Bahnhofstraße. Letztere mündet im Ernst-August-Platz, dem Vorplatz des Hauptbahnhofes. Im Oktober 2008 öffnete nordwestlich des Hauptbahnhofs die Ernst-August-Galerie, ein dreistöckiges Einkaufszentrum mit Fachgeschäften, Dienstleistungs- und Gastronomiebetrieben.

In unmittelbarer Nähe des Kröpckes befindet sich das Opernhaus, in kurzer Entfernung das Schauspielhaus und weitere kulturelle Veranstaltungsorte.

Die Altstadt wird geprägt durch gastronomische Angebote. Samstags findet am Hohen Ufer seit über 40 Jahren der Flohmarkt statt. In der Nähe der Marktkirche bietet die Markthalle als "Bauch von Hannover" auf 4.000 m² an 73 Ständen ein reichhaltiges Angebot an Lebensmitteln und Gastronomie.

Calenberger Neustadt

Hauptstaatsarchiv Hannover

Die Calenberger Neustadt, entstanden als westliche Stadterweiterung in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts, liegt zwischen der Altstadt und Linden-Limmer. Namensgeber ist das Calenberger Land. Trotz der zentralen Lage hat der Stadtteil eine sehr hohe Wohnqualität. Während des Zweiten Weltkriegs gab es durch Bombenangriffe großflächige Zerstörungen. Im Stadtteil liegen die Neustädter Kirche und der Neustädter Friedhof, die Basilika St. Clemens, die Reformierte Kirche und ein Mahnmal für die zerstörte Synagoge. Bis zur Machtergreifung durch die Nationalsozialisten 1933 galt der älteste Stadtteil Hannovers als Ort der Koexistenz aller Glaubensgemeinschaften.

Nach 1945 wurden trotz der Kriegszerstörungen im Zuge der Neuordnung der Verkehrsachsen unter Stadtbaudirektor Rudolf Hillebrecht auch einige erhaltene Gebäude des 18. und 19. Jahrhunderts abgebrochen, darunter das Friederikenschlösschen und die Wasserkunst. Auch das Fachwerkgebäude der Gastwirtschaft Weinloch wurde abgebrochen. Die Leine und Ihme umgeben und prägen die Calenberger Neustadt, sie ist damit nicht nur die älteste Stadterweiterung, sondern auch die größte hannoversche Leineinsel. Eine der schönsten Leinebrücken ist die Leinebrücke an der Königsworther Straße nahe dem Königsworther Platz. Dieser Stadtteilbereich ist aufgrund der Nähe zur Universität sehr studentisch geprägt.

Oststadt

Die Oststadt schließt sich nordöstlich an den Stadtteil Mitte an. Sie wird umgrenzt von der Hamburger Allee, Celler Straße und Wedekindstraße sowie im Osten der Eilenriede.

Sie ist der mit Abstand bevölkerungsreichste Stadtteil des Stadtbezirks Mitte und und ein über alle Generationen hinweg beliebtes Wohnquartier, weshalb Kindertagesstätten genauso zahlreich wie Senioreneinrichtungen sind.

Weißer Kreuzstein auf dem Weißekreuzplatz

Dominierend in der Oststadt ist die Lister Meile, eine teilweise als Fußgängerzone ausgestaltete Geschäftsstraße, die, vom Hauptbahnhof ausgehend, das Stadtzentrum mit der List verbindet. Im Süden, im Bereich des Hauptbahnhofs ragt das 91 m hohe Bredero-Hochhaus in den Himmel. Direkt gegenüber steht das Stadtteil-Kulturzentrum Pavillon. Nördlich schließt sich als Wiese, umsäumt von Geschäften und Restaurants, der Weißekreuzplatz an. Im Zweiten Weltkrieg durch Bombenangriffe stark zerstört, ist der westliche Teil der Oststadt durch Mietwohnungsbauten aus den 50er Jahren geprägt. Im Osten des Stadtteils füllen diese dagegen nur die Bombenlücken der ursprünglichen Bebauung des ausgehenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, dem Entstehungszeitraum der Oststadt als geschlossenem Siedlungsgebiet. Zur Eilenriede hin finden sich etliche prächtige Stadtvillen aus dieser Zeit. Die neugotischen Backsteinbauten Apostelkirche (Architekt Conrad Wilhelm Hase) und Dreifaltigkeitskirche (Architekt Christoph Hehl) sind weitere Zeugen dieses Zeitalters. Zwischen Resten der Vorkriegsbebauung und Nachkriegsmehrfamilienhäusern liegt die Klosterkammer in der Nähe des Emmichplatzes im Südosten des Viertels.

Der südlichste Teil der Oststadt zwischen der Achse Hamburger Allee-Raschplatzhochstraße-Berliner Allee und der Eisenbahn wurde nach dem Zweiten Weltkrieg im Zuge der Neuanlage der Verkehrsachse Berliner / Hamburger Allee von der Oststadt abgetrennt und dem Stadtteil Mitte zugeordnet. Mit seiner Ansammlung von Gerichten, Anwaltskanzleien, den Kinos, Restaurants, Kneipen und Bars um den Raschplatz herum, dem zentralen Omnibusbahnhof, dem Einkaufszentrum und Rotlichtviertel hat dieser Bereich eine zentrale Funktion für die ganze Stadt Hannover.

Das Gewerbe ist vor allem durch viele Einzelhandelsgeschäfte geprägt, die meisten davon im Verlauf der Lister Meile. Jeden Donnerstagnachmittag findet auf der Lister Meile zwischen Sedanstraße und Wedekindstraße ein Wochenmarkt statt. Im südlichen Bereich haben sich aufgrund der Nähe zum Gerichtsviertel viele Anwaltskanzleien niedergelassen.

Zwischen Hannover-Mitte und Oststadt: Raschplatz-Hochstraße mit Bredero-Hochhaus und VW-Tower

Kulturelles Zentrum ist das Stadtteil-Kulturzentrum Pavillon, das neben einem Veranstaltungsraum, der für Konzerte und Verkaufsausstellungen genutzt wird, die Stadtteilbibliothek, ein Theater, Räume für verschiedenste Workshops und Volkshochschulkurse sowie ein Restaurant beherbergt.

Apostel- und Dreifaltigkeitskirche sind Heimat einer Vielfalt verschiedener Chöre, Musik- und Theatergruppen. Der Sprechchor „Hannover WortOrt“ in der Holscherstraße vertont Dichtung auf rhythmische Weise. An Kinder wendet sich die Malwerkstatt Farbtraum in der Flüggestraße.

Die Musikschule der Stadt Hannover war bis Anfang 2008 in der ehemaligen Villa des Mitbegründers und Direktors der hannoverschen Conti-Werke, Siegmund Seligmann, im Osten des Stadtteils am Rande der Eilenriede untergebracht. Nach Renovierung des Gebäudes wird das Europäische Zentrum für jüdische Musik in das Gebäude einziehen. Die Hochschule für Musik und Theater liegt im Südosten des Stadtteils am Emmichplatz, dem Eingang zur Eilenriede und zum Zooviertel.

Die Rockmusikstiftung erwarb 1999 den ehemaligen Luftschutzbunker in der Friesenstraße und baute dort Übungsräume für Musikgruppen aus.

Allgemeiner Beliebtheit erfreuen sich die von Gewerbetreibenden organisierten Straßenfeste und der Weihnachtsmarkt auf der Lister Meile, das jedes Jahr Anfang Juni auf dem Andreas-Hermes-Platz hinter dem Pavillon und dem Weißekreuzplatz stattfindende Weltbeat-Festival Masala sowie das von Anwohnern organisierte Straßenfest in der Fundstraße (jedes Jahr letzter Sonntag im August).

Trotz der hohen Zahl von Kindertagesstätten sind Plätze für Kinder bis drei Jahre knapp, was auf die große Anzahl von Kleinkindern im Stadtteil hinweist. In der Friesenstraße befindet sich eine Grundschule mit Turnhalle. Benachbart ist das Kinderheim,Hort Bödekerkrippe und der Hort der Elterninitiative Listiges Gretchen.

Vom Hannover Hauptbahnhof sind es nur wenige Minuten zu Fuß in die Oststadt. Mit der Stadtbahn ist die Oststadt über die Linien 3 und 7, Haltestelle Sedanstraße/Lister Meile, zu erreichen. Der Ostteil ist über die Buslinien 121 und 100/200, Haltestellen Emmichplatz, Lärchenstraße, Dreifaltigkeitskirche und Wedekindstraße, der Nordteil über die Buslinien 128 und 134, Haltestellen Welfenplatz, Apostelkirche, Wedekindplatz zu erreichen.

Zoo

Im Stadtteil Zoo liegt der namensgebende Zoo Hannover. Dieser Stadtteil, auch Hindenburg-Viertel genannt, ist von gründerzeitlichen und wilhelminischen Bauten geprägt. In diesem Viertel befinden sich die Stadthalle und das Gelände der Bundesgartenschau von 1951, jetzt "Stadtpark". An der Gellertstraße liegt die neuromanische Kirche St. Elisabeth. Nördlich und östlich grenzt die Eilenriede an das Zooviertel. Im Stadtteil wohnt auch Altbundeskanzler Gerhard Schröder.

Literatur

  • Detlef H. O. Kopmann: Hannover-Oststadt, Sutton 2004, ISBN 3897026880
  • Karl Friedrich Leonhardt: Die Anfänge Hannovers und die Calenberger Neustadt in: Stadtarchiv Hannover (Hrsg.): Hannoversche Geschichtsblätter Jg. 30 (1927), S.146-240a

Weblinks

52.3697222222229.72694444444457Koordinaten: 52° 22′ N, 9° 44′ O


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