Monochloressigsäure

Monochloressigsäure
Strukturformel
Molekülstruktur von Chloressigsäure
Allgemeines
Name Chloressigsäure
Andere Namen

Monochloressigsäure

Summenformel C2H3O2Cl
CAS-Nummer 79-11-8
Kurzbeschreibung Farblose Kristalle
Eigenschaften
Molare Masse 94,50 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Dichte

1,58 g·cm−3 (20 °C)[1]

Schmelzpunkt

61 °C[1]

Siedepunkt

189 °C[1]

Dampfdruck

0,22 mbar (20 °C)[1]

Löslichkeit

löslich in organischen Lösemitteln, Wasser

Sicherheitshinweise
Gefahrstoffkennzeichnung aus RL 67/548/EWG, Anh. I [2]
Giftig Umweltgefährlich
Giftig Umwelt-
gefährlich
(T) (N)
R- und S-Sätze R: 23/24/25-34-50
S: (1/2)-26-36/37/39-45-61-63
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

In Chloressigsäure (auch: Monochloressigsäure) ist ein Wasserstoffatom der Methylgruppe der Essigsäure durch ein Chloratom ersetzt. Ihre Salze heißen (Mono-)Chloracetate.

Inhaltsverzeichnis

Darstellung

Die Darstellung erfolgt durch Chlorierung von Essigsäure bei 85 °C und bis zu 6 bar unter Zugabe katalytischer Mengen von Acetanhydrid oder Acetylchlorid.

Eigenschaften

Chloressigsäure bildet farblose Kristalle mit stechendem Geruch, die zwischen 53 und 63  °C schmelzen (je nach Modifikation) und sich leicht in Wasser, Ethanol, Diethylether und anderen organischen Lösungsmitteln lösen. Die wässrige Lösung reagiert stark sauer, wesentlich stärker sauer als Essigsäure.

Grund dafür ist die Stabilisierung des Anions durch das recht elektronegative Chloratom: Es wirkt elektronenziehend und verteilt (delokalisiert) die negative Ladung des Anions über das gesamte Molekül und stabilisiert das Anion.

Verwendung

Chloressigsäure ist Ausgangsstoff für Carboxymethylcellulose, Mercaptoessigsäure sowie für Pflanzenschutzmittel, Farbstoffe oder Arzneimittel. Direkt angewendet wird Monochloressigsäure beim Verätzen von Warzen (Handelsname: Acetocaustin).

Im 1. Weltkrieg wurde Monochloressigsäure als Gelbkreuz-Kampfstoff eingesetzt. Die eingesetzte Menge entsprach etwa 3% der im 1. Weltkrieg eingesetzten Gelbkreuz-Kampfstoffe.

Die Anwendung von Monochlor- und Monobromessigsäure als Desinfektions- und Konservierungsmittel in der Getränkeindustrie führte 1985 in Bayern zum Bierskandal.[3][4]

Chloressigsäure und Harnstoff werden bei der Traubeschen Synthese in Coffein umgewandelt

Gefahren

Die Flüssigkeit und ihre Dämpfe wirken stark ätzend an den Augen, den Atemwegen und der Haut. Bei berühren der Haut (5 bis 10% vom Körper) sofort mit Wasser abspülen. Es besteht die Gefahr einer Vergiftung die zum Tode führen kann.

Quellen

  1. a b c d Eintrag zu Chloressigsäure in der GESTIS-Stoffdatenbank des BGIA, abgerufen am 20.10.2007 (JavaScript erforderlich)
  2. Eintrag zu CAS-Nr. 79-11-8 im European chemical Substances Information System ESIS
  3. Kantonales Amt für Lebensmittelkontrolle St.Gallen
  4. Verlag W. Sachon FZ Archiv

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