Monohierarchie


Monohierarchie

Als Hierarchie ([hirarˈçiː] oder [hi̯erarˈçiː]) (griechisch ιεραρχία, ein Kompositum aus ιερή, hieré - "heilige" und αρχή, "arché" - Herrschaft, Ordnung, Prinzip, der Anfang, der Erste) bezeichnet man ein System von Elementen, die einander über- bzw. untergeordnet sind. Im engeren Sinne (Monohierarchie) ist dabei jedem Element höchstens ein anderes Element unmittelbar übergeordnet, während bei einer Polyhierarchie auch mehrere übergeordnete Elemente möglich sind. Mathematisch betrachtet bedarf eine Hierarchie einer Ordnungsrelation, die einen Baum (Monohierarchie) oder gerichteten azyklischen Graphen (Polyhierarchie) definiert. Das Komplement ist die Heterarchie.

Die Einteilung (Klassifizierung) oder Einordnung (Klassierung) von Objekten in eine Hierarchie impliziert häufig eine Wertigkeit, die bereits in der Rangordnung, nach der die Objekte geordnet werden, enthalten ist. Grundsätzlich sind sie allerdings einfacher zu erfassen als komplexe Netzwerkstrukturen.

Inhaltsverzeichnis

Beispiele

Der Stammbaum des menschlichen Wissens zu Beginn von Band 1 der Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers (28 Bände, vollendet im Jahr 1772

Spezielle Arten von hierarchischen Strukturen, die auch häufig synonym verwendet werden, sind Klassifikationen oder Taxonomien. In der Biologie werden Lebewesen nach verschiedenen Kriterien in einer hierarchischen Systematik geordnet, während der Stammbaum einer Person theoretisch eindeutig bestimmbar ist.

Hierarchien in sozialen Systemen

Bezogen auf Soziale Systeme sind Hierarchien oft mit Verhältnissen von Herrschaft und Autorität verbunden - beispielsweise in der Linienorganisation eines Unternehmens, bei Behörden, im Militärwesen oder in der Kirche. Vor allem die katholische Kirche ist sehr stark hierarchisch strukturiert. Hierarchien werden auch allgemein zur Ordnung von Objekten zum Beispiel in einer Klassifikation verwendet. Bildlich werden Hierarchien häufig mit einer Pyramide verglichen. Die Elemente lassen sich meist in Ebenen anordnen, wobei jedes Element (bis auf das oberste) nur mit einem (Monohierarchie) oder mehreren (Polyhierarchie) Elementen der jeweils nächsthöheren Ebene verbunden ist.

Ein klassisches Beispiel für eine Hierarchie sind militärische Dienstgrade. Allerdings spiegeln in der Praxis die Dienstgrade nicht unbedingt die tatsächliche Befehlskette wider. Auch in Unternehmen gibt es eine Hierarchie von Vorgesetzten und Abteilungsleitern, in der festgelegt ist, wer wem Weisungen erteilen kann. Auch dabei handelt es sich jedoch, meist aufgrund zahlreicher Gremien und Mitspracherechte, selten um eine rein hierarchische Entscheidungsstruktur.

Strenger geordnet ist die Gerichtsbarkeit mit ihren Instanzen, die jeweils Urteile der untergeordneten Instanz aufheben können. Zur Ordnung von Informationen sind Klassifikationen ein gängiges Mittel. Auch die hierarchische Ordnung von Dateien in einer Verzeichnisstruktur ist üblich.

Geplante „Netzwerke“ in der Betriebswirtschaftslehre mit wenig Herrschaftselementen nehmen nicht selten „Herrschaftsfreiheit“ in Anspruch, sind aber informell regelmäßig nicht hierarchiefrei.

Hierarchische Strukturen kommen auch in der Tierwelt vor, die Rangordnung (aggressiver „Hackordnung“) beschreibt die Stellung des Individuums vom Alphatier bis zu den Paria genannten Außenseitern.

Literatur

  • Gerhard Schwarz, Die 'Heilige Ordnung der Männer. Hierarchie, Gruppendynamik und die neue Rolle der Frauen, 5., überarbeitete (2007), VS Verlag, ISBN 3-531-15498-2

Siehe auch


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