Mons Quirinalis


Mons Quirinalis
Die sieben Hügel Roms
Zeichnung des Hügels Quirinal von Luigi Rossini, 1827
Palazzo del Quirinale (Quirinalspalast), Amtssitz des italienischen Staatspräsidenten

Der Quirinal (lateinisch: Collis Quirinalis, italienisch: Colle Quirinale) ist einer der sieben Hügel des klassischen Roms. Seine maximale Höhe beträgt etwa 57 m. Der Sage nach befand sich auf dem Quirinal eine Siedlung der Sabiner, in der König Titus Tatius nach dem Frieden zwischen Römern und Sabinern lebte. Die Sabiner hatten hier Altäre zu Ehren ihres Gottes Quirinus errichtet, die dem Hügel den Namen gaben. Zusammen mit dem benachbarten Viminal (der wie der Quirinal nicht als mons „Berg“, sondern als collis „Hügel“ bezeichnet wurde) bildete der Quirinal die Tribus Collina; in augusteischer Zeit wurden die beiden Hügel Teil der 6. Region (Alta Semita).

Auf dem Quirinal befindet sich ein altes Villenviertel der römischen Oberschicht. Die Prachtvillen entstanden hier, weil die Luft auf der Anhöhe gesünder war als im damals sehr sumpfigen Tibertal. Aus römischer Zeit stammen noch die monumentalen Plastiken der Dioskuren, Castor und Pollux. Hier findet man zum Beispiel den Palazzo del Quirinale (Quirinalspalast) aus dem 16. Jahrhundert, die ehemalige Sommerresidenz der Päpste, die später (bis 1946) Residenz der italienischen Könige war und heute als Amtssitz des Staatspräsidenten dient.

Die Kirche Sant’Andrea al Quirinale wurde hier in den Jahren 1658 bis 1670 von Gian Lorenzo Bernini erbaut. Der Barockstil ist etwas eigentümlich, da die Kirche ein quergestellter Ovalbau ist, was bedeutet, dass die Achse vom Altar zum Eingang die kürzere ist. Auch die Kuppel ist oval. Die Innenausstattung wirkt sehr elegant durch die Farbgebung in hellem Altrosa, Hellgrau, Weiß und Gold.

Auf diesem Hügel finden sich auch wieder vier Brunnen, die die Flussgötter Tiber und Arno sowie die Göttinnen Juno und Diana darstellen.

Eine sehr kleine Kirche ist San Carlo alle Quattro Fontane, die 1634 bis 1641 von Francesco Borromini ohne Honorar erbaut wurde. Diese Kirche hat von der Größe ihres Grundrisses her Platz auf der Fläche eines Vierungspfeilers des Petersdoms. Sie gehört zum Orden der Trinitarier, deren Gründer der hl. Märtyrer Karl Borromäus ist. Von den Römern wird sie wegen ihrer geringen Größe auch liebevoll S. Carlino genannt. Auch die Nationalkirche der Katholiken der Vereinigten Staaten von Amerika befindet sich auf dem Quirinal. Sie ist der hl. Susanna geweiht, welche auch ihre Namensgeberin ist, und steht am Orte ihres Martyriums. Die Kirche gehört zum Kloster der Zisterzienserinnen. In der Kirche Santa Maria della Vittoria findet man einen weiteren bekannten Kunstgegenstand, die von Gian Lorenzo Bernini im Jahre 1646 erstellte Szene der Verzückung der hl. Theresa von Ávila. Die Kirche selbst wurde nach 1605 von Carlo Maderno erbaut. Besonders die vorderste linke Seitenkapelle gibt uns einen guten Einblick in die Zeit des Hochbarock. Die Kirche Santa Maria degli Angeli e dei Martiri ist aus dem Mittelteil der Thermen des Diokletian entstanden. Michelangelo begann mit ihrem Bau im Jahre 1563, doch schon ein Jahr später starb er.

Literatur

  • Filippo Coarelli: Rom. Ein archäologischer Führer. Verlag von Zabern, Mainz 2000, ISBN 3-8053-2685-8, S. 240–254.

41.90111111111112.48833333333357Koordinaten: 41° 54′ N, 12° 29′ O


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