Monte Pasubio

Monte Pasubio

Der Pasubio (2.232 m s.l.m., Cima Palon) ist ein Berg an den Südausläufern der Dolomiten. Er bildet ein Kalkmassiv an der Grenze der italienischen Provinzen Vicenza und Trient, unweit des Gardasees. In der Umgebung des Pasubio befinden sich die Täler Val Leogra, Vallarsa, Val Terragnolo und Val Posina, die Gebirgspässe Pian delle Fugazze, Borcola und Xomo, sowie die Hochebene von Folgaria.

Geschichte

Denkmal und Soldatenfriedhof auf dem Pasubio

Im Ersten Weltkrieg war der Pasubio dreieinhalb Jahre lang Schauplatz blutiger Schlachten zwischen italienischen und österreich-ungarischen Truppen. Von diesen Kämpfen, insbesondere vom Minenkrieg, zeugen noch heute zahlreiche Wegtrassen und Tunnels, die die Soldaten beider Seiten in den Berg sprengten. Das von Norden nach Süden laufende Gipfelmassiv ist immer noch von den Sprengungen entstellt. Dort befinden sich die beiden plateauartigen Gipfel, von denen der nördliche von den Österreichern gehalten wurde ("österreichische Platte", dente austriaco), der südliche von den Italienern ("italienische Platte", dente italiano). Dazwischen lag der so genannte "Eselsrücken", Niemandsland, in dem tausende Soldaten starben, weswegen der Berg bis heute "Schlachtbank", "Menschenmühle" oder "Berg der 10.000 Toten" genannt wird. Ab 1916 begannen beide Seiten auf systematische Weise, Stollen unter den Eselsrücken zu treiben. Dieser Minenkrieg gipfelte am 13. März 1918, als beide Seiten die gegnerischen Gipfel in die Luft sprengten, jedoch ohne diese einnehmen zu können. Allein die österreichische Sprengladung unter dem italienischen Plateau bestand aus fast 55 Tonnen Dynamit. Die mehrjährigen Massaker auf dem Pasubio brachten bis zum Ende des Krieges keiner Seite einen Erfolg ein.

Sehenswürdigkeiten

„Wendeltreppe“ im Fels: Tunnel Nr. 20 der Strada delle Gallerie

Der Pasubio ist von zahlreichen Touristenzielen umgeben, weswegen ein Abstecher vom Gardasee, von Verona oder Venedig ohne größeren Aufwand möglich ist. Neben Kriegsgeschichtlichem bietet der Berg auch für Outdoorsportler und botanisch oder geologisch Interessierte einiges.

Einer der Wege auf den Pasubio führt vom Passo Xomo (Bocchetta di Campiglia, Strada delle Gallerie) nach Porte del Pasubio (1.928 m). Dort befindet sich eine Hütte des italienischen Alpenvereins CAI (Juni-September täglich; Mai, Oktober, November nur am Wochenende). Diesen 6,2 km langen Weg mit seinen insgesamt 52 Tunneln (Taschenlampe empfehlenswert) mussten die Italiener 1917 bauen, weil ihnen die österreichische Artillerie ihre anderen Nachschubwege (z.B. Strada degli Scarubbi) zerschossen hatte. Wegen etlicher tödlicher Unfälle ist es auf der Strada delle Gallerie seit einigen Jahren streng verboten, mit Mountain Bikes zu fahren. Besonders interessant sind die österreichischen Stollen ("Ellison") unter dem italienischen Plateau. Auf dem Gipfelmassiv selbst sind noch alte Schützengrabensysteme und Granattrichter zu besichtigen. In der Nähe des Gipfels befindet sich die Kirche Santa Maria, unweit des Pian delle Fugazze liegt das Pasubio-Ossarium.

Über den Pasubio führt der europäische Weitwanderweg E5 (Konstanz-Venedig), der in diesem Abschnitt mit dem Friedensweg (sentiero della pace) zusammenfällt. Der Friedensweg, auf dem die Gebirgsfront zwischen Stilfser Joch und den Karnischen Alpen besichtigt werden kann, entstand in den 1990er Jahren durch eine Initiative der Provinzen Trient, Vicenza und Belluno.

Weblinks

45.79277777777811.1755555555562232Koordinaten: 45° 48′ N, 11° 11′ O


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