Mordloch


Mordloch
Zugangsbereich Mordloch
Rund 40 Meter hinter dem Zugang
Wasserstand bei 50 cm rund 50 m hinter dem Zugang

Das Mordloch ist eine wasserführende Höhle (fachsprachlich: eine aktive vadose Höhle) und liegt im Roggental bei Eybach, einem Stadtteil von Geislingen an der Steige in Baden-Württemberg. Mit einer Gesamtlänge von derzeit 4382 Metern[1] steht die Höhle nach Länge auf Platz 16 der Höhlen Deutschlands und auf Platz 4 der baden-württembergischen. Das zu Tage tretende Wasser mündet über den zur Eyb in deren Aue parallel fließenden Mühlbach nach etwa einem weiteren Kilometer an der Oberen Roggenmühle in diesen Fluss.[2]

Die Höhle kann eingangs mit einfacher Ausrüstung befahren werden, ab dem ersten Siphon nach 80 Metern ist jedoch eine Tauchausrüstung erforderlich. Wie bei allen aktiven Wasserhöhlen ist das Befahren sehr gefährlich und sollte nur von erfahrenen Höhlengängern unternommen werden.

Geschichte

Um das Mordloch rankt sich die Sage vom Eybacher Schlossförster. Er soll von Wilderern ermordet und seine Leiche in der Höhle versteckt worden sein, wo sie nach langer Suche der treue Hund des Försters gefunden habe. Der Mörder sei später am Ravensteiner Felsen tödlich verunglückt und habe vor seinem eigenen Tod noch den Mord gestanden.

  • 1800: Veröffentlichung des ersten Befahrungsberichtes
  • 1883: Die beiden Müller im Roggental lassen das Mundloch der Quelle erweitern, um das abfließende Wasser besser nutzen zu können.
  • 11. Juli 1959: Der erste Siphon wird erstmals von Manfred Keller mit einem Druckluftgerät durchtaucht.
  • 1959–1965: Erforschung durch die Höhlenforschergruppe Eschenbach/Göppingen
  • 1964/1965: Jochen Hasenmayer und Alexander Wunsch durchtauchen die Endsyphone
  • 4. bis 7. Februar 1977: Vier Sporttaucher werden in der Höhle durch plötzliches Hochwasser eingeschlossen. Die Höhle erlangt durch die dramatische Rettungsaktion überregionale Bekanntheit.
  • 1986: Die Höhlenforschungsgruppen Stuttgart, Kirchheim und Ostalb erforschen mehrere Seitengänge und vermessen die Höhle auf 4320 Meter.

Weblinks

Einzelnachweise

  1. T. Müller & A. Wolf: Die längsten und tiefsten Höhlen Deutschlands. Website der Arge Höhle & Karst Grabenstetten. Stand Januar 2010, abgerufen am 6. Februar 2010.
  2. Bachverlauf in der Aue nach der Fließgewässerkarte 1:10.000 des LUBW auf dem Geodatenserver GIS-BW sowie der Topographischen Karte 1:25.000 Baden-Württemberg Nord, im Einzelblatt Nr. 7325.
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