Museum St. Veit


Museum St. Veit
Logo des Museums St. Veit

Das Museum für Verkehrs- und Stadtgeschichte in Sankt Veit an der Glan ist ein 2004 am Hauptplatz der Stadtgemeinde eröffnetes Museum, das unter einem Dach die Verkehrsgeschichte der Region sowie die Stadtgeschichte von St. Veit präsentiert. Es ging aus mehreren Vorgängerinstitutionen hervor und wird gemeinsam vom Verein Verkehrsmuseum St. Veit und der Stadtgemeinde betrieben.

Inhaltsverzeichnis

Entstehungsgeschichte des Museums

Die Museumslandschaft der Stadt St. Veit war jahrzehntelang dadurch gekennzeichnet, dass es einzelne, verstreute kulturelle Einrichtungen in der Stadt wie z. B. das 1886 gegründete Stadtmuseum in der Burg, das Trabantenmuseum im ehemaligen Bürgerspital und das 1982 gegründete Verkehrsmuseum im Rathaus und danach in der ehem. Haushaltungsschule (ab 1987) gab.

Im Jahr 2003 reifte der Beschluss der Verantwortlichen ein Zentrum für alle Museen der Stadt St. Veit zu schaffen. Man beschloss, dass bestehende Haus am Hauptplatz Nr. 29, welches das Verkehrsmuseum beherbergt, großzügig und behindertengerecht auszubauen. Am 17. November 2003 wurde nach Saisonende die Baustelle eingerichtet und mit dem Umbau begonnen. Es wurde das bestehende Stiegenhaus abgetragen und neben einem Panoramalift ein Glaszubau neu errichtet. Das Dachgeschoss wurde großzügig ausgebaut und präsentiert nun die Bereiche der Stadtgeschichte, eine 900-jährige Stadtvergangenheit. Das Museum St. Veit bietet nun seinen Besuchern die Möglichkeit, auf einer Fläche von 1000 m² alle bisher in der Stadt verstreuten musealen Einrichtungen in einem Zentrum zu besuchen und den Verantwortlichen eine geeignete Umgebung, um über 3000 Exponate zu bewahren, zu erforschen und zu vermitteln.

Das Museum St. Veit wird vom Verein Verkehrsmuseum St.Veit und der Stadtgemeinde St. Veit gemeinsam geführt.

Museumsgebäude

Museum für Verkehrs- und Stadtgeschichte am Hauptplatz

Das Museumsgebäude befindet sich an der Nord-West-Ecke des Hauptplatzes von St. Veit. Dieses Haus war vom September 1919 bis März 1920 der Sitz der Landesagitationsleitung. Unter schwierigen politischen Umständen wurden hier unter Leitung von Arthur Lemisch die grundlegenden Voraussetzungen für die Kärntner Volksabstimmung von 1920 geschaffen.

Abteilung Verkehrsgeschichte

In den ersten beiden Stockwerken präsentieren sich die Verkehrsgeschichte, das Post- und Fernmeldewesen und der Modellbau. Da diese Räumlichkeiten schon vor dem Aus- bzw. Umbau das Verkehrsmuseum beheimateten, führte man in den einzelnen Räumen Adaptierungsmaßnahmen durch und wählte neue Formen der Gestaltung und legte sehr viel Augenmerk auf interaktive Präsentationsformen.

Die Entwicklung des Verkehrs beginnt mit der Pferdeeisenbahn und endet mit der E-Lok, umfasst Gleisbau und Signaldienst. Auch der Bereich des Bahnhofsdienstes bzw. der „Eisenbahner“ als neuer Berufstyp wird präsentiert. Der Maschinendienst behandelt das Dampfzeitalter bis zur Elektrifizierung und zeigt den Teil eines Führerstandes einer Dampflokomotive und einer funktionsfähigen Rh 1042. Das Thema Elektrifizierung wird anschaulich durch einen bedienbaren Stromabnehmer gezeigt. Die Geschichte der Motorisierung reicht von der Säumerei über die Erfindung des Marcuswagens bis zum Verbrennungs- und Ottomotor. Auch wird dem Ende der Gendarmerie in Österreich mit einer Dauerausstellung gedacht. In einem speziellen Ausstellungsbereich „lebt“ der altehrwürdige Wachkörper weiter. Post- und Fernmeldewesen zeigen die historische Entwicklung des Nachrichtentransportes. Ein funktionsfähiges Hebdrehwählamt und ein originales Postamt, das bis 1980 in Verwendung war, veranschaulichen diesen Bereich.

Ein besonderes Highlight ist eine Modelleisenbahnanlage in Nenngröße H0, welche auf 35 m² ausgebaut wird. Die Modellbahn hat im Endausbau ca. 400 m Gleislänge mit über 70 Weichen und wird Computergesteuert Selectrix (Rautenhaus – Digital) System und der Software Train Controller 5.8 von Jürgen Freiwald betrieben. Die Anlage wurde von Helmut Pressen mit seinem Team im Jahre 1986/87 geplant und gebaut. Seit 1. April 2007 werden die Ausbauarbeiten unter der Leitung von Mag. Josef Wastian mit drei Mitarbeitern durchgeführt. Auf dem Dach der Glasaula wurde eine Garteneisenbahn errichtet: In einer Landschaft mit Bahnhöfen (originalgetreuer Nachbau des Personenbahnhofes St. Veit an der Glan), einem Tunnel, einer Burg, Brücken und einem Teich fahren vier Züge gleichzeitig. Die Anlage wird ergänzt durch einen fliegenden ÖAMTC-Helikopter über einer Autobahn mit einer Unfallstelle. Die Anlage wurde von Helmut Sablattnig geplant und gefertigt.

Eine weitere Attraktion des Museums St. Veit ist der „Fahrsimulator 4030“, denn mit dieser Anlage ist eine nahezu perfekte Simulation der Führung eines Triebwagens 4030 möglich. Alle Schalt- und Bedienelemente sind aktiviert und alle Abläufe und Funktionen entsprechen dem Original.

Abteilung Stadtgeschichte

Im neu ausgebauten Dachgeschoss wird die 900-jährige Stadtgeschichte von St. Veit durch zahlreiche kulturhistorisch wertvolle Exponate dokumentiert. Bei der Adaptierung des Dachgeschosses wurde eine zusätzliche Ebene in Form einer Galerie eingezogen. Bei der Gestaltung dieses Bereiches konnte man auf einen reichen kunsthistorischen Fundus an Exponaten aus dem ehemaligen Stadtmuseum zurückgreifen, wobei aufgrund der Ausstellungsfläche nicht alle Objekte gezeigt werden können und in zusätzlichen Depoträumen untergebracht werden. Somit ist es den Museumsverantwortlichen aber möglich, alleine aus den vorhanden Bestand Sonderausstellungen durchzuführen.

Die Stadtgeschichte wurde thematisch aufbereitet und schlägt einen breiten historischen Bogen mit den Schwerpunkten:

  • St. Veit als Stadt
  • St. Veit unter den Habsburger Herzögen
  • Kunst und Kultur in St. Veit
  • Der St. Veiter Porträtmaler August Prinzhofer
  • Bergbau, Handel und Gewerbe
  • „St. Veiter Kreis“
  • Münzwesen
  • Trabanten
  • Goldhaubenfrauen
  • Schützenwesen.

Im Bereich der Stadtgeschichte ist man besonders stolz auf eine große Sammlung an barocken Schützenscheiben, von denen das Museum 74 Stück besitzt.

Das Lapidarium mit Römersteinen und Grabplatten rundet den stadtgeschichtlichen Teil ab. Im Hof befinden sich eine alte Postkutsche (1900), Exponate aus dem Eisenbahnbereich wie ein Heizkessel, ein Wasserkran ein Treibrad einer Lok Rh 52, einen Kohlenhunt und ein Gleismeßgerät.

Im Sinne eines modernen Museums versuchen die Verantwortlichen Aktivitäten im Museum zu setzen (Sonderausstellung „Altes Spielzeug“ zur Weihnachtszeit, Ausstellung über „Terrakottasoldaten aus Xi ` an – China“ 2005, Schützenscheibenausstellung 2006).

Verein Verkehrsmuseum

Bereits in den 1970er-Jahren wurde von St. Veiter Eisenbahnern begonnen, museale Gegenstände aus dem Bereich der Eisenbahn zu sammeln, welche schließlich auch in einer Ausstellung öffentlich gezeigt wurden. Die Ausstellung fand so starkes Interesse, dass im Jahre 1982 der Eisenbahn Museumsverein St. Veit an der Glan gegründet wurde. Bald darauf konnte im Rathaus der Stadt, in den ehemaligen Räumen der Stadtpolizei, ein kleines Museum eröffnet werden. Bald reichte der vorhandene Raum nicht mehr aus und die Ausstellung zog in ein frei gewordenes Gebäude, welches heute das Museumszentrum beherbergt, um und wurde als solches am 20. Juni 1987 eröffnet.

Unter Mitwirkung der Wirtschaftskammer St. Veit an der Glan und der Post- und Telegraphendirektion Kärnten wurde das Museum mit dem Bereich Straßenverkehr und dem Post- und Fernmeldewesen erweitert. Die Namensänderung im Jahre 2004 auf Verkehrsmuseum St. Veit bezweckt vordergründig die Erhaltung und Pflege von Gegenständen im besonderen aus dem Bereich Verkehr (Eisenbahn, Post und Telekom, Straßenverkehr). Die im Verein gebildete Modellbaugruppe ergänzt die Aufgaben mit den Bau von Modellbahnen, den maßstabgerechten Nachbau von Betriebsstätten wie z. B. Bahnhöfen sowie der laufenden Wartung dieser Anlagen. Zusätzlich bezweckt der Verein zeitgemäße Erwachsenenbildung und Museensammlungen sowie die Durchführung von Ausstellungen und sonstigen Veranstaltungen. Der Verein verfolgt ausschließlich und unmittelbar gemeinnützige Zwecke im Sinne der Bundesabgabenordnung, ist unparteilich und nicht auf Gewinn ausgerichtet.

Weblinks

46.76666666666714.3569444444447Koordinaten: 46° 46′ 0″ N, 14° 21′ 25″ O


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