Muskellunge

Muskellunge
Muskellunge
Muskellunge (Esox masquinongy)

Muskellunge (Esox masquinongy)

Systematik
Kohorte: Euteleosteomorpha
Unterkohorte: Protacanthopterygii
Ordnung: Hechtartige (Esociformes)
Familie: Hechte (Esocidae)
Gattung: Esox
Art: Muskellunge
Wissenschaftlicher Name
Esox masquinongy
Mitchill, 1824

Der Muskellunge (Esox masquinongy), häufig als „Musky“ abgekürzt, ist ein Raubfisch aus der Familie der Hechte (Esocidae). Er kommt natürlich im Osten Nordamerikas im Bereich des Sankt-Lorenz-Stroms, der Großen Seen, der Hudson Bay und des oberen Mississippi River vor und wurde in verschiedenen weiteren Gewässern eingeführt.

Inhaltsverzeichnis

Etymologie

Der Name des Fisches hat weder etwas mit Muskeln noch mit Lungen zu tun, sondern leitet sich von seiner Bezeichnung in der Sprache der Ojibwa, maashkinoozhe („häßlicher Hecht“ oder „großer Fisch“), ab. Bis heute finden sich in Kanada und den USA verschiedene Schreibweisen für den Fisch; so findet sich in Longfellows The Song of Hiawatha die Variante maskenozha. Volksetymologisch wurde das indianische Wort mit französisch masque allongé („lange Maske“) in Verbindung gebracht. [1]

Merkmale

Muskellunge

Mit durchschnittlich etwa einem Meter Länge und 10 Kilogramm Gewicht und Maximalmaßen von 1,83 Metern und 32 Kilogramm ist der Muskellunge die größte Hechtart. Der Körper ist langgestreckt und schlank. Die Färbung der Tiere ist sehr variabel. Die Grundfärbung ist meist hell-bräunlich bis gelblich-grün. Darauf finden sich meist dunkle Zeichnungen, die aus vertikalen, geraden oder verwundenen Streifen oder zahlreichen Flecken bestehen können. Ein dunkler Streifen unter dem Auge fehlt stets. Daneben kommen auch vollständig ungezeichnete Tiere vor. Die Zeichnung ist bei jungen Tiere besonders kontrastreich und kann bei sehr alten Tieren fast völlig verblassen, die Tiere erscheinen dann silbrig.

Das Maul ist groß und breit und einem Entenschnabel ähnlich geformt. Die Maulspalte reicht mindestens bis zum hinteren Rand des Auges. Die Wangen und der Kiemendeckel sind im Gegensatz zu anderen Hechtarten nur im oberen Bereich beschuppt. Es sind 5 bis 10, meist 6 bis 9 Mandibular- und 10 oder 11 Submandibularporen vorhanden. Die Zahl der Branchiostegalstrahlen liegt bei 14 bis 16. Das Seitenlinienorgan weist 130 bis 176, meist 145 bis 155 Schuppen auf. Die Rückenflosse mit 15 bis 19 Weichstrahlen sitzt weit hinten am Körper über der 14- bis 16-strahligen Afterflosse. Die Brustflossen haben 14 bis 19 Strahlen, die Bauchflossen, die etwa auf halber Strecke zwischen Brustflossen und Schwanz sitzen, 11 bis 12. Die Schwanzflosse hat zugespitzte Enden. [2][3][4]

Unterarten

In den Vereinigten Staaten werden drei Unterarten unterschieden. E. m. masquinongy kommt im Bereich der Großen Seen vor, E. m. immaculatus in Wisconsin und Minnesota und E. m. ohionensis im Bereich des Ohio River.[4]

Lebensraum

Der Muskellunge bewohnt mittelgroße bis große Fließgewässer und Seen, Tümpel und Teiche ab etwa 300 Quadratmeter Fläche. Sie bevorzugen dabei flache, kühle Gewässer mit reichem Bewuchs, der als Deckung dienen kann, finden sich aber bei gutem Beuteangebot auch an anderen Stellen.[2]

Lebensweise

Muskellungen sind standorttreue Einzelgänger. Sie lauern meist im Versteck, um von dort schnell nach möglichen Beutetieren vorzustoßen. Ausgewachsene Tiere ernähren sich vorwiegend von größeren Fischen, erbeuten aber gelegentlich auch Wasservögel und Säugetiere bis zur Größe einer Bisamratte. Die Laichzeit liegt im späten Frühjahr, meist Anfang Mai. Die Eier werden in kleineren Fließgewässern in pflanzenbedeckten Gruben abgelegt. Ein Weibchen produziert je nach Größe 60.000 bis 100.000 Eier, gelegentlich kommt es dabei zu Hybridisierungen mit dem meist früher ablaichenden Hecht (Esox lucius). Die Jungtiere wachsen schnell heran. In der ersten Zeit ernähren sie sich vorwiegend von Zooplankton und kleinen Krebstieren, ab etwa einer Woche beginnen sie kleine Fische zu erbeuten. Dabei kommt auch Kannibalismus vor. [4][2]

Tigerhecht

Der Tigerhecht ist eine unfruchtbare Kreuzung aus der Muskellunge und dem Hecht (Esox lucius), die gelegentlich natürlich vorkommt, meist aber künstlich erzeugt wird. Tigerhechte ähneln äußerlich der Muskellunge, ihre Zeichnung besteht aber aus zahlreichen dünneren, teilweise unterbrochenen Streifen, die ein tigerartiges Aussehen verleihen. Da Tigerhechte sich nicht vermehren, eignen sie sich besonders gut, um zur Bestandskontrolle kleinerer Fische in Fischteichen eingesetzt zu werden. [2][5]

Nachweise

  1. Mark M. Orkin: Speaking Canadian English: an informal account of the English language in Canada. Taylor & Francis, 1971, ISBN 9780710070043, S. 202.
  2. a b c d Ken Schultz: Ken Schultz's field guide to freshwater fish. John Wiley and Sons, 2003, ISBN 9780471449942, S. 143-146.
  3. Fred C. Rohde, Rudolf G. Arndt, Jeffrey W. Foltz: Freshwater Fishes of South Carolina. University of South Carolina Press, 2009, ISBN 9781570036804, S. 243-244.
  4. a b c Samuel Eddy, James Campbell Underhill: Northern fishes; with special reference to the Upper Mississippi Valley. 3 Auflage. University of Minnesota Press, 1974, ISBN 9780816606740, S. 204-207.
  5. Steven D. Garber: The Urban Naturalist. Courier Dover Publications, 1998, ISBN 9780486403991, S. 106-107.

Weblinks

 Commons: Muskellunge (Esox masquinongy) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Muskellunge auf Fishbase.org (englisch)


Wikimedia Foundation.

См. также в других словарях:

  • Muskellunge — Conservation status Least Concern ( …   Wikipedia

  • muskellunge — ☆ muskellunge [mus′kēmus′kə lunj΄ ] n. pl. muskellunge [Ojibwa maaskinoozhe < maazh , similar to + ginoozhe, northern pike] a very large pike (Esox masquinongy) of the Great Lakes and upper Mississippi drainages, valued as a game and food fish …   English World dictionary

  • Muskellunge — Mus kel*lunge, n. [From the Amer. Indian name.] (Zo[ o]l.) A large American pike ({Esox masquinongy} formerly {Esox nobilior}) found in the Great Lakes, and other Northern lakes, and in the St. Lawrence River. It is valued as a food fish.… …   The Collaborative International Dictionary of English

  • muskellunge — (n.) large North American pike, 1789, from Algonquian (Ojibwa) maashkinoozhe; the second element kinoozhe pike; the first either mac great, maazh similar to, or maazh ugly. Altered by French folk etymology as masque allongé long mask. Called… …   Etymology dictionary

  • muskellunge — /mus keuh lunj /, n., pl. muskellunges, (esp. collectively) muskellunge. a large game fish, Esox masquinongy, of the pike family, found in the lakes and rivers of eastern and middle western North America. Also, maskalonge, maskinonge, muskallonge …   Universalium

  • muskellunge — noun (plural muskellunge) Etymology: alteration of Canadian French maskinongé, from Ojibwa ma•skino•še• Date: 1777 a large North American pike (Esox masquinongy) that has dark markings, may weigh over 60 pounds (27 kilograms), and is a valuable… …   New Collegiate Dictionary

  • muskellunge — amerikinė didžioji lydeka statusas T sritis zoologija | vardynas taksono rangas rūšis atitikmenys: lot. Esox masquinongy angl. maskinonge; muskellunge rus. щука маскинонг ryšiai: platesnis terminas – lydekos …   Žuvų pavadinimų žodynas

  • muskellunge — noun A large freshwater gamefish of the pike family, native to the lakes and rivers of eastern and middle western North America. Syn: muskie, maskinonge …   Wiktionary

  • Muskellunge — Muskel|lunge,   Esox masquinọngy, größte Art der Hechte in Nordamerika (u. a. im Mississippigebiet), bis 2 m lang, bis 50 kg schwer; die Bestände sind gefährdet …   Universal-Lexikon

  • muskellunge — mæskɪ lÉ‘ndÊ’ / lÉ’n n. large pike fish native to the Great Lakes of North America and surrounding rivers …   English contemporary dictionary


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