Mußbach (Rehbach)


Mußbach (Rehbach)
Mußbach
Der Mußbach am südöstlichen Ortsrand von Gimmeldingen, links die Nordwand der Wiedemannschen Mühle

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Daten
Gewässerkennzahl DE: 237982
Lage Pfälzerwald / Vorderpfalz (Rheinland-Pfalz, Deutschland)
Flusssystem Rhein
Abfluss über Rehbach → Rhein → Nordsee
Quelle Am Hohen Stoppelkopf
49° 22′ 49″ N, 8° 7′ 26″ O49.3802777777788.1238888888889460
Quellhöhe 460 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Mündung Bei Neustadt-Mußbach in den Rehbach
49.3591666666678.1830555555555124

49° 21′ 33″ N, 8° 10′ 59″ O49.3591666666678.1830555555555124
Mündungshöhe 124 m ü. NNVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Höhenunterschied 336 m
Länge 11,9 kmVorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen
Einzugsgebiet 15,238 km²Vorlage:Infobox Fluss/NACHWEISE_fehlen

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Mittelstädte Neustadt an der Weinstraße
Kleinstädte Wachenheim an der Weinstraße, Deidesheim

Der Mußbach ist ein knapp 12 Kilometer langer Wasserlauf im Osten des Pfälzerwaldes und in der Vorderpfalz (Rheinland-Pfalz). Nach ihm ist das ehemalige Winzerdorf Mußbach benannt, das im Jahre 1969 als Ortsteil in die Stadt Neustadt an der Weinstraße eingemeindet wurde.

Inhaltsverzeichnis

Verlauf

Zwei Quellen des Mußbachs entspringen, nur wenige hundert Meter voneinander entfernt, am Nordosthang des Hohen Stoppelkopfs (567 Meter) auf der Waldgemarkung von Wachenheim an der Weinstraße. Nach etwa 2 Kilometern erfolgt der Zusammenfluss. Der Bach, der meist recht wenig Wasser führt, tritt anschließend im Silbertal auf die Waldgemarkung von Deidesheim über, bevor er im Benjental nach insgesamt 6 Kilometer das Gebiet des Neustadter Ortsteils Gimmeldingen erreicht.

Dort trifft er auf einen von rechts kommenden Zufluss. Dieser ist zwar nur 2 Kilometer lang, aber weitaus wasserreicher. Er entspringt, gefasst im Loosenbrunnen, hoch an der Nordflanke des 553 Meter hohen Weinbiets am Ostrand des Pfälzerwaldes. Von 1952 bis 1988 wurde Quellwasser aus dem Brunnen als Trinkwasser zum Ausflugslokal Weinbiethaus emporgepumpt.

Der vereinigte Bach speist im Gimmeldinger Tal einen kleinen Stausee, der dem Tourismus dient, und erreicht dann die hügelige Rebenlandschaft beiderseits der Deutschen Weinstraße. Dort fließt er zunächst durch Gimmeldingen und dann durch Mußbach. Schließlich mündet er 2 Kilometer südöstlich der Wohnbebauung von links in den Rehbach, den nördlichen Mündungsarm des Speyerbachs.

Geschichte

Name

Bereits im Mittelhochdeutschen hieß der Wasserlauf und nach ihm auch der am Unterlauf durchflossene Ort „Muosbach“, was so viel wie „moosiger Bach“ im Sinne von „sumpfig“ bedeutet; denn Wasserläufe, die naturbelassen waren, mäandrierten damals und bewirkten in der Umgebung einen hohen Grundwasserspiegel.

Mühlen

Im Mittelalter diente das Wasser des Baches zum Betrieb von zwölf Mühlen, deren Standorte über einen Mühlenwanderweg verbunden sind.[1][2] Dazu gehören, hier von der Mußbachquelle zur Mündung hin aufgelistet:

  • Nach ihrer Lage trug die oberste Mühle am Mußbach den Namen Obere Mühle.
  • Das heutige Forsthaus Benjental war früher eine Wappenschmiede, die sich des Mußbachwassers bediente, um den Eisenhammer anzutreiben. Bis hierher lagen alle Mühlen und Triebwerke auf Deidesheimer Gemarkung.
  • Die Untere Mühle im äußersten Nordwesten Gimmeldingens wurde 1718 erbaut und ist seit einem Großbrand im Jahre 1886 Ruine.
  • Die Platsche Mühle wurde 1821 erbaut und 1900 stillgelegt. Ein Mühlstein ist erhalten.
  • Gebäudemäßig am besten erhalten ist die Talmühle, die zur Gaststätte umgebaut wurde.
  • Bereits zu fränkischer Zeit lag südlich der Nikolauskirche auf der Gemarkung des früheren Dorfes Lobloch eine Mühle, die von den Historikern für die Keimzelle des Dorfes gehalten wird, das 1751 im Nachbarort Gimmeldingen aufgegangen ist.
  • Die Wiedemannsche Mühle im äußersten Südosten Gimmeldingens an der Grenze zu Mußbach war bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts in Betrieb und wurde dann zu einem Weinbaubetrieb umgestaltet. Das ehemalige Mühlrad konnte noch in den 1960er Jahren besichtigt werden.

Ökologie

Im 19. und bis in die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde der Bach als Abwasserkanal verwendet. Mittlerweile ist er teilweise renaturiert, teilweise aber auch noch verrohrt.

Literatur

  • Erich Metz, Alfred Sitzmann: Die ehemaligen Mahlmühlen am Mußbach. In: Reinhard Kermann, Alfred Sitzmann (Hrsg.): Gimmeldingen – Leben im Weindorf. Neustadt an der Weinstraße 2008.

Einzelnachweise

  1. Stadt Neustadt/Weinstr.: Mühlenwanderweg. Abgerufen am 15. Februar 2011.
  2. Wandern in der Pfalz: Eselsweg, Stabenberg und Mandelblüte. Abgerufen am 15. Februar 2011.

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