Nagelmykose


Nagelmykose
Klassifikation nach ICD-10
B35.1 Tinea unguium
ICD-10 online (WHO-Version 2006)

Nagelpilz, auch Nagelmykose, Onychomykose oder Tinea unguium heißt die Infektion der Zehen- oder Fingernägel durch Sprosspilze oder Fadenpilze. Prädisponiert sind Patienten mit Diabetes mellitus, Durchblutungsstörungen, Nagelekzemen und Nagelpsoriasis. Begünstigend ist ferner ein feucht-warmes Milieu, Zehennägel sind daher häufiger betroffen.

Inhaltsverzeichnis

Erreger

überwiegend Dermatophyten der Gattung

seltener Hefepilze (Candida-Spezies) oder Schimmelpilze

Symptome

  • Glanzlosigkeit des Nagels
  • weiße oder gelbliche Verfärbungen am Nagelrand
  • weißliche, gelbe oder grau-braune Flecken im Nagel
  • Verdickungen der Nagelplatte

Diagnostik

Vom befallenen Nagel werden Hornteile abgeschabt und die Diagnose kann unmittelbar gestellt werden, da Hyphen unter dem Mikroskop sichtbar sind. Für eine genaue Identifizierung der Pilzart ist jedoch eine kulturelle Anzüchtung (drei Wochen) nötig. Meist reicht aber eine optische Diagnose aus, da die Symptome charakteristisch sind.

Therapie

Der befallene Nagel wird, je nach Schwere der Infektion, mit einem Keratolytikum, beispielsweise Harnstoffsalbe, aufgeweicht und abgelöst, was etwa ein bis drei Wochen dauert. Anschließend erfolgt in der Regel eine örtliche Behandlung (Lokaltherapie) von Nagelbett und nachwachsendem Nagel mit antimykotischer Creme oder antimykotischem Nagellack auf der Basis von Bifonazol, Ciclopirox oder Amorolfin.

Bei ausgedehntem Befall und in Sonderfällen (mehr als drei Fußnägel sind infiziert) muss bisweilen auch eine systemische Therapie mit den oralen Antimykotika Griseofulvin, Itraconazol, Terbinafin oder Fluconazol durchgeführt werden. Wichtig ist die ausreichende Dauer der Behandlung, die insgesamt meist über drei bis sechs Monate geht; je nach Schwere der Infektion auch bis zu zwölf Monaten und länger (Intervalltherapie).

Leider ist die Behandlung nicht selten erfolglos, und die Rückfallquote ist hoch,[1] nicht zuletzt weil immer mehr Pilzspezies gegen Antimykotika unempfindlich werden. Auch können bei vielen der genannten Medikamente schädliche Nebenwirkungen auftreten, etwa eine klinisch signifikante Erhöhung der Transaminasen.[2]

Allgemeinhygienische Maßnahmen wie Desinfizieren der Socken sind in der Regel notwendig. Eine operative Entfernung durch Ziehen des befallenen Nagels wird nicht mehr empfohlen, da diese zusätzliche Verletzung den Heilungsverlauf stört.

Es ist praktikabel, bei schwerem Verlauf einer Onychomykose den befallenen Nagel mittels einer Lasertherapie aufzulösen. Hierbei wird der Nagel radikal von der Nagelmatrix durch den Erbium-Laser verdampft.

Naturheilkundlich, also ohne Einsatz von Medikamenten, wird alternativ der befallene Teil des Nagels abgeschliffen und der Bereich über viele Wochen morgens und abends mit 5-25%igem Essig betupft. Der Pilz benötigt ein basisches Milieu und soll sich durch die Essigbehandlung langsam zurückbilden, während der Nagel nachwächst. Ein feuchtwarmes Klima im Schuh ist grundsätzlich zu vermeiden, und Haut und Nägel müssen mit einer Creme vor Versprödung geschützt werden. Möglichst offene und atmungsaktive Schuhe, die auch die Zehen nicht einengen, und Naturfasern für Strümpfe sind erforderlich.

Komplikationen

Onycholysis des Nagels (Ausfallen) und Zerstörung des Nagelbettes. Befall weiterer Nägel.


Einzelnachweise

  1. Pharmazeutische Zeitung -Archiv: Nagelpilz - Oft Begleiterscheinung anderer Erkrankungen
  2. Laborlexikon

Weblinks

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