Nagelschmied


Nagelschmied
Handgeschmiedeter Nagel; ca 15 cm lang

Nagelschmied war der Zweig des Schmiedehandwerks, der sich mit der Herstellung von Eisennägeln beschäftigte. Er unterteilte sich nochmals in die Schwarz- und die Weißnagelschmiede. Weißnägel waren verzinnte Nägel.

Ihr Rohmaterial, die Zaine oder Zoan, lange Stäbe aus zähem Nagel- oder Krauseisen bezogen die Nagelschmiede von Zainschmieden. Als Werkzeuge dienten ihnen Amboss, Stappe, Nageleisen, Feder, Schrot, Schmiedehammer, kleine Zangen und der sogenannte Nagelstock, ein etwa 40 cm im Durchmesser und 70 cm hoher Abschnitt eines Eichenstammes. Es wurden Nägel in den unterschiedlichsten Formen und für verschiedenste Verwendungszwecke hergestellt. Es gab kantige und runde Nägel, Nägel mit kleineren und größeren, ganzen und halben, mit glatten, mit pyramidalen, mit konischen, halbkugeligen, sogenannten Champignonköpfen, mit dreieckigen und viereckigen (Hufnägel); ferner Brettnägel, Lattennägel, Schindelnägel, Schiefernägel, Kutsch-, Küris-, Rosen-, Schloss-, Schocker-, Schieblings-, Reif- und Bandnägel, Blasbalgnägel, Schlossernägel, Maurernägel, Schuhnägel (Pinnen, Mausköpfl), Bootsnägel und Tornägel. Die größten hießen Schleusennägel und waren bis zu 45 cm lang, Schiffsnägel 20 - 25 cm. Andere wie die Zwecken (broquettes), die von Tapezierern, Sattlern und Stellmachern gebraucht wurden, waren so winzig, dass tausend Stück lediglich 125 g wogen. Ein geschickter Nagelschmied erbrachte ein Tagespensum von bis zu 2000 Schuhnägeln.

Nach dem Aufkommen der maschinellen und industriellen Fertigung von Nägeln aus Draht seit 1800 begann Mitte des 19. Jahrhunderts der Niedergang dieses Handwerks. Es ist inzwischen nahezu ausgestorben.

Siehe auch


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