Dussek, Johann Ludwig

Dussek, Johann Ludwig, war zu seiner Zeit einer der beliebtesten Componisten für das Pianoforte und ein bedeutender Virtuos auf diesem Instrument. Er wurde um 1760 zu Czaslau in Böhmen geboren. Bis 1800 spielte er vortrefflich die Harmonika; nachher trat er in Paris, London, Berlin und andern großen Städten als Pianofortevirtuos auf. 1796 hatte er in Verbindung mit seinem Schwiegervater Corri in London eine Musikalienhandlung und Notenstecherei etablirt. In Berlin lernte er den Prinzen Louis von Preußen kennen und wurde dessen Freund und Begleiter. Als der Fürst 1806 den Heldentod bei Saalfeld starb, betrauerte ihn Dussek in der »Elegie« betitelten Sonate. Später ging er mit dem Fürsten von Benevent nach Paris. Dort starb er 1812. Er gehörte zu denen, die in freiern Formen für das vervollkommnete Pianoforte neue Bahnen fanden. Seine Werke, in denen er so originell als gemüthlich erscheint, werden den Musikfreunden stets theuer bleiben. Mehrere seiner Sonaten sind klassisch. Sein Schwanengesang, das zwölfte Concert, ist reich an tiefer Sentimentalität, feuriger Begeisterung und schönen Gedanken.

E. O.


http://www.zeno.org/DamenConvLex-1834.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Johann Ludwig Dussek — Jan Ladislav Dusik, Lithografie von Alfred Lemoine aus dem Werk „Les Clavecinistes français, Paris, 1867 Jan Ladislav Dušík, deutsch: Johann Ludwig Dussek, auch Johann Ladislaus Dussek oder französisch: Jean Louis Dussek, (* 12. Februar 1760 in… …   Deutsch Wikipedia

  • Dussek — Dussek, Johann Ludwig, geb. 1761 in Czaslau in Böhmen; Clavierspieler u. Componist; wurde Concertmeister des Prinzen Louis von Preußen, trat nach dessen Tode 1806 in die Dienste des Fürsten von Isenburg u. 1807 in die des Fürsten Talleyrand, der… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Johann Ladislaus Dussek — Jan Ladislav Dusik, Lithografie von Alfred Lemoine aus dem Werk „Les Clavecinistes français, Paris, 1867 Jan Ladislav Dušík, deutsch: Johann Ludwig Dussek, auch Johann Ladislaus Dussek oder französisch: Jean Louis Dussek, (* 12. Februar 1760 in… …   Deutsch Wikipedia

  • Dussek — ist der Familienname folgender Personen: Eduard Adrian Dussek (1871 1930), österreichischer Genremaler František Josef Dušík (Franz Josef Dussek; * 1765, † nach 1816), böhmischer Komponist Jan Ladislav Dusík (Johann Ludwig Dussek, Johann… …   Deutsch Wikipedia

  • Ludwig Spohr — Louis Spohr Louis Spohr Autoportrait de Louis Spohr. Nom de naissance Ludwig Spohr Naissance 5 avril 1784 …   Wikipédia en Français

  • Johann Wenzel Stich — Giovanni Punto, eigentlich Johann Wenzel (Jan Václav) Stich, (* 28. September 1746 in Žehušice (deutsch Sehuschitz)/Caslav in Böhmen; † 16. Februar 1803 in Prag) war ein böhmischer Hornist, Violinist und Komponist. Leben Den musikalisch begabten… …   Deutsch Wikipedia

  • Friedrich Ludwig Christian von Preußen — Louis Ferdinand von Preußen (Gemälde von Jean Laurent Mosnier, 1799) Friedrich Ludwig Christian Prinz von Preußen (genannt Louis Ferdinand Prinz von Preußen; * 18. November 1772 in Schloss Friedrichsfelde bei Berlin, jetzt Berlin Friedrichsfelde; …   Deutsch Wikipedia

  • Jan Ladislav Dusik — Jan Ladislav Dusik, Lithografie von Alfred Lemoine aus dem Werk „Les Clavecinistes français, Paris, 1867 Jan Ladislav Dušík, deutsch: Johann Ludwig Dussek, auch Johann Ladislaus Dussek oder französisch: Jean Louis Dussek, (* 12. Februar 1760 in… …   Deutsch Wikipedia

  • Jan Ladislav Dusík — Jan Ladislav Dusík, Lithografie von Alfred Lemoine aus dem Werk „Les Clavecinistes français, Paris, 1867 Jan Ladislav Dusík, deutsch: Johann Ludwig Dussek, auch Johann Ladislaus Dussek oder französisch: Jean Louis Dussek, (* 12. Februar 1760 in… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste von Harfenkonzerten — In Barock und Klassik wurden nur wenige Werke für Harfe und Orchester komponiert, was vor allem dran lag, dass die Instrumente dieser Zeit noch viele technische Schwächen hatten. Erst seit der Erfindung der Doppelpedalmechanik durch Sébastien… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”