Ascherslebener Allgemeine

Inhaltsverzeichnis

Gründung

Zeitungsmitbegründer Martin Lampadius mit einer der ersten Ausgaben der Ascherslebener Allgemeine

Die Ascherslebener Allgemeine war eine der ersten unabhängigen Zeitungen der DDR. Sie wurde im Wende-November 1989 als Lose-Blatt-Sammlung von ihren Gründern Martin Lampadius, Marko Litzenberg, Sigrun Poeschel und Stefan Adler als Gegenpart zur damaligen "Freiheit" (der späteren Mitteldeutschen Zeitung) herausgegeben und zunächst verschenkt oder gegen eine freiwillige Spende verteilt. Die Gründer und Autoren hatten entweder gerade ihre Lehre abgeschlossen oder waren noch Schüler.

Mit dieser Lizenzurkunde wurde die Ascherslebener Allgemeine offiziell zu einer der ersten freien Zeitungen der DDR.

Anfangs wurde die Zeitung nur in unregelmäßigen Abständen kopiert. Allerdings gab es nicht so viele Kopierer in der DDR. Eine Ausgabe wurde daher im Pfarramt der evangelischen St. Stephani-Gemeinde, eine andere auf Drängen der Gründer sogar im Gebäude der ehemaligen SED-Kreisleitung kopiert. Mangels Papier, das seinerzeit einer staatlichen Kontingentierung unterstand, wurde eine der ersten Ausgaben sogar auf DIN-A4-Fotopapier entwickelt. Später halfen Druckereien in Peine sowie Staßfurt beim Druck des Blattes, das sich kritisch mit den damaligen Verhältnissen in der Noch-DDR auseinandersetzte, über Aktenvernichtungen im örtlichen Gebäude der Staatssicherheit (Stasi) berichtete sowie über die demokratischen Veränderungen vor Ort.

Umwandlung von der Wochen- zur Tageszeitung

Die erste Ausgabe der Ascherslebener Allgemeine erschien als Lose-Blatt-Sammlung am 24. November 1989.

Mit der Ankündigung Anfang 1990, dass es eine Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion zum 1. Juli geben würde, brachen die Spendeneingänge in der Redaktion jedoch dramatisch ein, so dass nach einer professionellen Lösung für das Weitererscheinen der Ascherslebener Allgemeine gesucht werden musste.

Im Februar 1990 stellten die Gründer dann Kontakt zum Hamelner Verlag CW Niemeyer GmbH & Co KG her, der in Quedlinburg bereits die "Quedlinburger Zeitung" herausgab und am Stammsitz in Hameln bereits lange Tageszeitungserfahrung mit der DEWEZET hatte. Ab März 1990 erschien die "Ascherslebener Allgemeine" als Tageszeitung mit einem überregionalen Mantel, der von der DEWEZET beigesteuert wurde, sowie einem vor Ort inhaltlich produzierten Lokalteil. Gedruckt wurde die Zeitung mangels freier Druckkapazitäten in der Region bis zu ihrer Einstellung 1992 in Hameln, was einen großen logistischen und finanziellen Aufwand bedeutete.

Von der Gründungsmannschaft wurden Martin Lampadius und Marko Litzenberg in die neue Tageszeitungsredaktion übernommen und bekamen eine journalistische Ausbildung. Beide sind auch heute noch im Journalismus in Aschersleben tätig. Sigrund Poeschel und Stefan Adler setzten ihre Schulzeit hingegen fort.

Einstellung

Die "Ascherslebener Allgemeine" wurde ebenso wie die Schwesterzeitung in Quedlinburg, die "Quedlinburger Zeitung", 1992 vom Mitteldeutschen Verlagshaus übernommen und dann eingestellt. Am 30. Juni 1992 erschien die letzte Ausgabe. Allen Mitarbeitern wurde angeboten in unterschiedlichen Lokalredaktionen der Mitteldeutschen Zeitung weiterbeschäftigt zu werden, gleiches galt für die Mitarbeiter aus den Geschäftsstellen. Nicht alle nahmen dieses Angebot an.

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