Bachgau
Der Bachgau lag im Süden des hier eingezeichneten Maingaues (um 1000)
"Cent Bachgaw", Stich von Nicolaus Person 1695

Bachgau ist eine historische Region südwestlich von Aschaffenburg. Der Bachgau war wie der Rodgau ein Teil des Maingaues.

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Der ehemalige Schreiber Karl des Großen Beselel, besser bekannt unter dem Namen Einhard, erhielt den Bachgau von einem der Nachfolger Karls als Altersruhesitz und Rente geschenkt. Um 850 zählte man die Stadt Seligenstadt offensichtlich noch zum Bachgau, denn Einhard baute die ebenfalls geschenkte Stadt und das Kloster zu einem kulturellen Zentrum des frühen Mittelalters aus. Dank der Gebeine der beiden Heiligen Marcellinius und Petrus, die Einhard von Rom nach Seligenstadt bringen ließ, sagte man Seligenstadt bald eine heilbringende Quelle nach, die Schutz vor Krankheiten wie der Pest biete. Ende des 13. Anfang des 14. Jahrhunderts war ein mehrfacher Wechsel der Herrschaftsrechte zwischen dem Deutschen Reich, dem Erzbistum Mainz (1278, 1309) und der Herrschaft Hanau (vor 1278 und 1298 – 1308). Zum Bachgau zählen die Orte Großostheim mit den Ortsteilen Ringheim, Pflaumheim und Wenigumstadt, die Gemeinde Schaafheim mit den Ortsteilen Mosbach und Radheim, sowie die Gemeinde Stockstadt am Main. Zentrum und größte Gemeinde im Bachgau ist Großostheim.

Besonderes

Am 12. Juli 2009 wurde in Schaafheim eine neue Rosenart u.a. von der Bundestagsabgeordneten Patricia Lips auf den Namen Bachgau-Rose getauft.[1]

Einzelnachweise

  1. Rose trägt Namen des Bachgaus. op-online.de (18. Juli 2009). Abgerufen am 11. Mai 2011.

Literatur

  • Demandt, Karl E., Geschichte des Landes Hessen, 2. Aufl., 1980, S. 289.
  • Haase, Franziska, Ulrich I., Herr von Hanau. 1281-1306, masch. Diss. Münster 1925, S. 19ff.
  • Hoch, Günther, Territorialgeschichte der östlichen Dreieich, Diss. 1953, S. 118f., Kap. 9d.
  • Hoch, Günther, Aus der Geschichte des Bachgaus, in: Aschaffenburger Jahrbuch 3 (1956), S. 80-90.
  • Kittel, J., Weistümer aus dem Bachgau, in: Archiv des historischen Vereins für Unterfranken und Aschaffenburg 23 (1875), Würzburg, S. 163ff.
  • Löffler, Anette, Die Herren und Grafen von Falkenstein (Taunus) = Quellen und Forschungen zur hessischen Geschichte 99, Darmstadt 1994, Bd.1, S. 222.
  • Müller, Wilhelm, Hessisches Ortsnamenbuch, 1. Bd. (Starkenburg), Darmstadt, S. 38f.
  • Johann Wilhelm Christian Steiner: Altertümer und Geschichte des Bachgaus im alten Maingau. Wailandt, Aschaffenburg 1821 (online in der Google Buchsuche).

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