Barnstorf (Uehrde)

Barnstorf ist ein kleiner, historisch bedeutsamer Ort im Landkreis Wolfenbüttel, Samtgemeinde Schöppenstedt.

Bernherdestorpe schrieb man 966 in einer Urkunde, das bedeutet Bernhards Dorf. Die Urkunde bestätigt die Schenkung eines Gutes von Otto I. an den Grafen Mamaco. Zuvor war der Ort im Besitz der Moritzkirche zu Magdeburg. 1226 hieß der Ort Bernestorpe. Barnstorf liegt an der kleinen Soltau, die ihren Namen von den Salzquellen erhielt. Diese Quellen wurde 1438 von Herzog Heinrich d. Ä. an Gerecke Pawel zu Braunschweig verkauft, 1743 stillgelegt, später zurückerworben. Da die Sole 1743 nahezu versiegte, schloss sie bald den Betrieb.

In Barnstorf standen um 1800 das Fürstliche Vorwerk und die Kirche. Die Pfarre gehörte zu dieser Zeit zu Watenstedt, sie wurde vom Kloster Königslutter vergeben; der Schuldienst oblag dem jeweiligen Prediger. Das Kammervorwerk besaß um 1800 neben 458 Morgen Acker und 77 Morgen Wiesen auch erhebliche Teichflächen. Dieser Teich war früher 156 Morgen groß. Geblieben ist die „Barnstorfer Salzwiese", heute als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Zwischen Barnstorf und Warle befindet sich eine kleine, sumpfige Fläche. Der Volksmund nennt sie „die Grundlose". Vor der Jahrhundertwende hatte man hier einen Brunnen für die Zuckerfabrik Watenstedt angelegt. Viele Sagen ranken sich um dieses Gebiet.

1937 wurde die staatliche Domäne in Barnstorf, das frühere Fürstliche Vowerk, aufgesiedelt. Das Ackerland bekamen Bauern aus anderen Dörfern der Region, die wegen der Bauprojekte der Nazis (Mittellandkanal, Stahlwerke "Hermann-Göring-Werke" Salzgitter) ihr Land abgeben mussten. Die Neusiedler waren angewiesen, etwas außerhalb des Dorfes Höfe in Gestalt von "germanischen Langhäusern" zu errichten, die allerdings für die Region vollkommen untypisch sind und noch heute eine Besonderheit darstellen.

Seit der Gemeindereform von 1974 ist Barnstorf keine eigenständige Gemeinde mehr. Zusammen mit den Dörfern Uehrde, Watzum und Warle bildet es innerhalb der Samtgemeinde Schöppenstedt die Gemeinde Uehrde.

1991 hat Barnstorf ein Wappen bekommen: es zeigt die Strand-Aster, die auf der Salzwiese zuhause ist. Die Zweiteilung des Wappens erinnert an die Vergangenheit, in der es auf der Barnstorfer Flur zwei Dörfer gab, neben Barnstorf die Wüstung Bistorf, die vom 13. Jahrhundert bis 1313 urkundlich erwähnt wird. Wie in anderen Fällen auch, erinnern die braunschweigischen Landesfarben Blau und Gelb an die jahrhundertelange Zugehörigkeit zum Lande Braunschweig. Dies unterstreicht ein noch vorhandener Gedenkstein des Herzogpaares Heinrich Julius und Elisabeth aus dem Jahre 1611.

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