Vojnův Městec

Vojnův Městec
Vojnův Městec
Wappen von Vojnův Městec
Vojnův Městec (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Kraj Vysočina
Bezirk: Žďár nad Sázavou
Fläche: 1650 ha
Geographische Lage: 49° 41′ N, 15° 53′ O49.67916666666715.886666666667583Koordinaten: 49° 40′ 45″ N, 15° 53′ 12″ O
Höhe: 583 m n.m.
Einwohner: 781 (1. Jan. 2011) [1]
Postleitzahl: 592 22
Verkehr
Straße: Ždírec nad Doubravou - Žďár nad Sázavou
Struktur
Status: Flecken
Ortsteile: 2
Verwaltung
Bürgermeister: Josef Macek (Stand: 2007)
Adresse: Vojnův Městec 27
591 01 Žďár nad Sázavou 1
Gemeindenummer: 597091
Website: www.vojnuvmestec.cz

Vojnův Městec (deutsch Münchsberg) ist ein Flecken in Tschechien. Er liegt zehn Kilometer südlich von Hlinsko am Městecký potok und gehört zum Okres Žďár nad Sázavou.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Vojnův Městec befindet sich am südwestlichen Rand der Saarer Berge am Übergang zur Böhmisch-Mährischen Höhe im Tal des Městecký potok. Nördlich erheben sich die Hügel Suchý kopec (683 m) und Za Kouty (712 m), östlich der Kamenný vrch (802 m), im Westen liegt der von der Doubrava gespeiste Teich Řeka. Durch Vojnův Městec führt die Staatsstraße 37 zwischen Žďár nad Sázavou und Ždírec nad Doubravou.

Nachbarorte sind Košinov im Norden, Nová Huť im Osten, Borky im Südosten, Radostín im Süden, Hluboká im Südwesten, Staré Ransko im Westen sowie Krucemburk im Nordwesten.

Geschichte

Der Ort wurde 1293, nach seinem Besitzer Heinrich von Lichtenburg als Heinrichsdorf bezeichnet, erstmals urkundlich erwähnt und unterstand der Obergerichtsbarkeit des Zisterzienserklosters Žďár nad Sázavou. Seit 1357 war der Name Münprech, der in lateinischen Schriften auch als Munchspelk, Muensperch zu finden ist, gebräuchlich und der Ort an der "via Lubetina", einer alten Verbindung von Böhmen über Libice nad Doubravou nach Mähren, wurde als Markt bezeichnet.

Zu Beginn des 15. Jahrhunderts besaß die Familie Woyna von Stettin, die sich später Vojna von Městec nannte, die Herrschaft. Zentrum der Herrschaft bildete eine Feste, die zuletzt durch Jan Vojna bewohnt und danach aufgegeben wurde und schließlich völlig verschwand. Nach 1430 entstand so nach den vormaligen Besitzern die Bezeichnung Vojnův Městec.

Die Lage an der wichtigen Verbindungsstraße führte in Kriegszeiten zu Truppendurchzügen. 1643 fielen die Schweden ein und 1805 waren es die Franzosen. Nach der Ablösung der Patrimonialherrschaften wurde Vojnův Městec 1848 zu einer Marktgemeinde im Czaslauer Kreis. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts entstand in den Wäldern am Westhang des Steinberges (Kamenný vrch) eine Glashütte und Ansiedlung der Glasmacher, aus der der Ortsteil Nová Huť hervorging.

1930 entstand die Waldarbeitersiedlung Borky. Sie war Endpunkt einer schmalspurigen Waldeisenbahn, die von Cikháj herführte. In den Holzhäusern waren ruthenische Forstarbeiter aus Karpatenrussland untergebracht, die fünf Jahre lang die Schäden der Schneesturmkatastophe von 1930 in den Saarer Bergen beseitigten.

In Nová Huť organisierte sich während des Zweiten Weltkrieges im Winter 1944/45 die Jan-Hus-Partisanenbrigade. 1950 wurde Vojnův Městec zum Dorf herabgestuft und am 23. Januar 2007 erhielt es seinen Status als Městys (Flecken) zurück.

Ortsgliederung

Der Flecken Vojnův Městec besteht aus den Ortsteilen Nová Huť (Glashütte) und Vojnův Městec (Münchsberg) sowie dem Weiler Borky.

Sehenswürdigkeiten

  • Kirche St. Andreas, seit 1358 nachweisbar und 1791 in die heutige Gestalt umgebaut
  • Friedhofskapelle des Hl. Antonius, erbaut 1885
  • Statue des Hl. Johannes von Nepomuk, 1732 geschaffen
  • quadratischer Marktplatz
  • Němečkův hostinec am Markt, die fürstliche Herberge diente als Gerichtskretscham und Residenz der Zisterziensterklosters Žďár, ihre heutige Form entstand im 18. Jahrhundert und wird dem Baumeister Johann Blasius Santini-Aichl zugeschrieben.
  • Gedenkstein für den 1822 durch den Schießunfall getöten Glasarbeiter Peter Aschenbrenner an der Hüttenstraße
  • Weihnachtskrippe "Betlém", aufgestellt im Jahre 2001

Söhne und Töchter des Ortes

  • Antonín Javůrka (1834–1887), Dirigent und Komponist
  • Norbert Javůrek (1839–1880), patriotischer Liederdichter
  • Jaroslav Opat (*1924), tschechischer Philosoph und Autor
  • Jaroslav Jiřík (1939–2011), tschechoslowakischer Eishockeyspieler und olympischer Silbermedaillengewinner von 1968

Einzelnachweise

  1. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2011 (XLS, 1,3 MB)

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