Waldemar Verner
Verner auf der VIII. Delegiertenkonferenz der Parteiorganisation der SED in der NVA am 22. Mai 1971
Vizeadmiral Verner mit einer Rede vor Soldaten der Nationalen Volksarmee der DDR im September 1961

Waldemar Verner (* 27. August 1914 in Chemnitz; † 15. Februar 1982 in Berlin) war Offizier der Volksmarine der Nationalen Volksarmee der DDR und Bruder von Paul Verner.

Werdegang

Der Sohn eines Metallarbeiters erlernte den Beruf des Schaufensterdekorateurs. Verner trat 1923 dem Jungspartakusbund und 1929 dem KJVD bei. Seit 1930 war er Mitglied der KPD. Verner wurde wegen seiner illegalen Tätigkeit für die KPD verhaftet und von den Nationalsozialisten inhaftiert, ging danach ins Exil in die Sowjetunion. Dort nahm er unter anderem 1935 am VI. Weltkongress der Kommunistischen Jugendinternationale teil. Danach besuchte er die Internationale Lenin-Schule. Ab 1938 war Verner in der illegal wirkenden KPD in Dänemark tätig.

Er kehrte Ende 1945 nach Deutschland zurück und war nach der Gründung der SED 1946 in Hagenow als Kreisvorsitzender tätig.

Im Mai 1947 wurde er auf Vorschlag des Landesvorstandes der SED des Landes Mecklenburg-Vorpommern in den Kreisvorstand Stralsund berufen und neben Ernst Guth zum Kreisvorsitzenden gewählt. Er nahm im September 1947 als Delegierter am II. Parteitag der SED teil und am 6./7. Dezember 1947 am 1. Deutschen Volkskongress in Berlin.

Nach den Höchstleistungen von Adolf Hennecke war auch der Kreisvorstand der SED in Stralsund bestrebt, ein ähnliches Beispiel zu schaffen. Waldemar Verner gelang es, den Stralsunder Maurer Paul Sack zu einer vergleichbaren Leistung zu motivieren.

Verner wurde bei den Wahlen zum 3. Deutschen Volkskongress im Mai 1949 zusammen mit Paul Sack (für den FDGB), Kurt Krönng (LDPD) und Hartwig Stender (CDU) mit 74,9 % der abgegebenen Stimmen in Stralsund gewählt. Im selben Jahr verließ Verner den Kreisvorstand der SED in Stralsund.

Waldemar Verner begann seine Offizierslaufbahn am 15. Juni 1950 bei der Hauptverwaltung Seepolizei im Ministerium des Innern, deren Generalinspekteur und Leiter er bis 1952 war. Von 1952 bis 1955 bekleidete Verner das Amt des Chefs der Volkspolizei See mit Sitz in Stralsund im Rang eines Vizeadmirals (seit 1. Oktober 1952). Von 1955 bis 1956 absolvierte er ein Studium an der Seekriegsakademie der Sowjetunion.

Von 1957 bis 1959 war Waldemar Verner Chef der Seestreitkräfte. Anschließend wurde er Stellvertretender Minister für Nationale Verteidigung der DDR und Chef der Politischen Hauptverwaltung der Nationalen Volksarmee. Bis zu seinem Ausscheiden aus dem aktiven Dienst am 31. Dezember 1978 nahm Verner diese Funktionen wahr. Am 1. März 1961 wurde er als erster Offizier der Volksmarine zum Admiral befördert.

Die Stadt Stralsund verlieh ihm in Würdigung seiner Verdienste um die Entwicklung der Stadt am 8. Mai 1980 die Ehrenbürgerwürde, diese wurde nach der Wiedervereinigung jedoch aberkannt. 1985 erhielt das Küstenraketenregiment 18 den Ehrennamen Waldemar Verner.

Literatur

Weblink


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Verner — ist der Familienname folgender Personen: Andrew Verner (* 1972), kanadischer Eishockeytorhüter Frank Verner (1883–1966), US amerikanischer Mittel und Langstreckenläufer Frederick Arthur Verner (1836–1828), kanadischer Maler Karl Verner… …   Deutsch Wikipedia

  • Paul Verner — (* 26. April 1911 in Chemnitz; † 12. Dezember 1986 in Berlin) war Mitglied des Politbüros des Zentralkomitees der SED in der DDR und stellvertretender Vorsitzender des Staatsrats der DDR. Inhaltsverzeichnis 1 Leben 1.1 Jugend …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Biografien/Ve — Biografien: A B C D E F G H I J K L M N O P Q …   Deutsch Wikipedia

  • MfNV — Das Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) war ein Ministerium im Ministerrat der DDR. Das Ministerium für Nationale Verteidigung wurde durch das „Gesetz über die Schaffung der Nationalen Volksarmee und des Ministeriums für Nationale… …   Deutsch Wikipedia

  • Minister für Nationale Verteidigung — Das Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) war ein Ministerium im Ministerrat der DDR. Das Ministerium für Nationale Verteidigung wurde durch das „Gesetz über die Schaffung der Nationalen Volksarmee und des Ministeriums für Nationale… …   Deutsch Wikipedia

  • Verteidigungsminister der DDR — Das Ministerium für Nationale Verteidigung (MfNV) war ein Ministerium im Ministerrat der DDR. Das Ministerium für Nationale Verteidigung wurde durch das „Gesetz über die Schaffung der Nationalen Volksarmee und des Ministeriums für Nationale… …   Deutsch Wikipedia

  • Фернер, Вальдемар — Вальдемар Фернер нем. Waldemar Verner …   Википедия

  • Liste der Ehrenbürger von Chemnitz — Dies ist eine Liste der Persönlichkeiten der Stadt Chemnitz. siehe auch Liste der Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz Ehrenbürger Die folgende Übersicht enthält Personen, die von der Stadt Chemnitz die Ehrenbürgerwürde verliehen bekamen. Die… …   Deutsch Wikipedia

  • Liste der Söhne und Töchter von Chemnitz — Dies ist eine Liste der Persönlichkeiten der Stadt Chemnitz. siehe auch Liste der Oberbürgermeister der Stadt Chemnitz Ehrenbürger Die folgende Übersicht enthält Personen, die von der Stadt Chemnitz die Ehrenbürgerwürde verliehen bekamen. Die… …   Deutsch Wikipedia

  • Admiralapotheker — Beispiel aus den Vereinigten Staaten: Admiral William J. Fallon als Kommandeur des US Central Command Admiral ist der höchste militärische Dienstgrad in der Marine, entsprechend dem General des Heeres und der Luftwaffe. Als Sammelbegriff… …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”