Beinberge

Bronzene Beinbergen und Armbergen sind in Deutschland und Nordwestpolen eine typische Schmuckform reich ausgestatteter Frauengräber der Bronzezeit. Der üppig verzierte Beinschmuck besteht im Norden aus großen gewickelten Spiralplatten von 7 bis 11 cm Durchmesser und einem Bügelring, der um den Unterschenkel gelegt wurde. Norddeutsche Beinbergen datieren überwiegend in die Periode III der nordischen Bronzezeit (1.300-1.100 v. Chr.), doch scheinen einfache Exemplare bereits in der Periode II aufzutreten. Die Windungen der Spiralplatten zieren Kerbgruppen und Kerbreihen, der Bügel weist ein Dekor aus Winkeln und Linien auf. Ein Schwerpunkt findet sich in Mecklenburg und Pommern. Sowohl die Größe der Spiralplatten, die hohe Zahl der Windungen als auch die Winkelverzierung des Bügelringes sind kennzeichnend für Exemplare aus Pommern.

Die südwest- und süddeutschen Exemplare haben eine Betonung des Bügels, der aus zwei breiten Windungen bestehen kann. Die beiden Ingolstädter Beinbergen waren aus relativ reiner Zinnbronze (über 10 % Zinn) und sollen aus dem Karpatenbecken stammen. Abgewickelt sind sie 175 cm lang und wiegen jeweils etwa 400 g. In manche der Beinringe wurden Lederreste gefunden, die wohl auf eine leggings-ähnliche Tracht schließen lassen. Andere haben dreigliedrige Ketten. In einigen Fällen waren die Ketten der links- und rechtsgewickelten, gemeinsam getragenen, Beinbergen miteinander verbunden.

Siehe auch

Armbergen von Kloster Neuendorf

Weblinks

Stadtmuseum Ingolstadt


Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Beinberge — Beinberge, Fußbekleidung der Ritter, Strummpf, Stiefel u. Beinschiene …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Beinberge — Beinberge, s. Rüstung …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Brustpanzer — Als Plattenpanzer wird eine aus körpergerecht geformten Metallplatten bestehende Rüstung bezeichnet. Er stellt eine Form von Schutzkleidung dar, die im Kampfeinsatz z. B. vor Stichwaffen schützen soll. Plattenpanzer, die einen Großteil des… …   Deutsch Wikipedia

  • Plattenpanzer — Gotischer Plattenpanzer mit Schwebescheiben aus dem Spätmittelalter Als Plattenpanzer wird eine aus körpergerecht geformten Metallplatten bestehende Rüstung bezeichnet. Er stellt eine Form von Schutzkleidung dar, die im Kampfeinsatz z. B.… …   Deutsch Wikipedia

  • Plattenpanzerung — Als Plattenpanzer wird eine aus körpergerecht geformten Metallplatten bestehende Rüstung bezeichnet. Er stellt eine Form von Schutzkleidung dar, die im Kampfeinsatz z. B. vor Stichwaffen schützen soll. Plattenpanzer, die einen Großteil des… …   Deutsch Wikipedia

  • Plattenruestung — Als Plattenpanzer wird eine aus körpergerecht geformten Metallplatten bestehende Rüstung bezeichnet. Er stellt eine Form von Schutzkleidung dar, die im Kampfeinsatz z. B. vor Stichwaffen schützen soll. Plattenpanzer, die einen Großteil des… …   Deutsch Wikipedia

  • Plattenrüstung — Als Plattenpanzer wird eine aus körpergerecht geformten Metallplatten bestehende Rüstung bezeichnet. Er stellt eine Form von Schutzkleidung dar, die im Kampfeinsatz z. B. vor Stichwaffen schützen soll. Plattenpanzer, die einen Großteil des… …   Deutsch Wikipedia

  • Ritterrüstung — Als Plattenpanzer wird eine aus körpergerecht geformten Metallplatten bestehende Rüstung bezeichnet. Er stellt eine Form von Schutzkleidung dar, die im Kampfeinsatz z. B. vor Stichwaffen schützen soll. Plattenpanzer, die einen Großteil des… …   Deutsch Wikipedia

  • Rüstung — (hierzu Tafel »Rüstungen und Waffen I III«), in populärer Sprache auch Panzer, Eisenpanzer, eine Bekleidung des Körpers zum Schutz gegen Verwundungen; die R. wird seit dem 16. Jahrh. auch Harnisch genannt. Schon die Krieger der ältesten… …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Beinharnisch, der — Der Beinharnisch, des es, plur. die e, ein eiserner Harnisch, mit welchem man ehedem die Beine im Kriege verwahrete, 1 Sam. 17, 6. Beinschiene, Beinrüstung, und in noch ältern Zeiten Beinberge, von dem alten bergen, verwahren …   Grammatisch-kritisches Wörterbuch der Hochdeutschen Mundart

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”