A565
Bundesautobahn 565
Basisdaten
Gesamtlänge: 26 km
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Ausbauzustand: 2 Fahrspuren
(3 zw. BN-Nordost und BN-Beuel,
ab BN-Lengsdorf Ri. BN-Hardtberg
bis hinter BN-Hardtberg)
Karte
Verlauf der A 565

Die Bundesautobahn 565 (Abkürzung: BAB 565) – Kurzform: Autobahn 565 (Abkürzung: A 565) – verbindet die Autobahnen 59 und 61 zwischen dem Autobahndreieck Bonn-Nordost und dem Kreuz Meckenheim. Dabei durchquert sie das Bonner Stadtgebiet von Nordost nach Südwest und ist damit eine der wichtigsten Verkehrsachsen sowohl für Pendler als auch im innerstädtischen Verkehr.

Zwischen der Anschlussstelle Bonn-Lengsdorf und dem Kreuz Bonn-Nord durchquert die A 565 das dicht besiedelte Stadtgebiet zweispurig teilweise ohne Standstreifen im Trog bzw. mit einer Brücke. Dieser Abschnitt gehört mit über 100.000 Fahrzeugen pro Tag (in der Spitze über 8000 Fahrzeuge in der Stunde) zu den am dichtest befahrenen zweispurigen Autobahnabschnitten Deutschlands und ist entsprechend stauanfällig.

Der als Bundesstraße 484 und B 56 umgesetzte Abschnitt zwischen Dreieck Lohmar und Sankt Augustin sowie die B 257 zwischen Grafschaft und Altenahr sollten ursprünglich auch als Autobahn ausgebaut werden.

Inhaltsverzeichnis

Verlauf

Die A 565 beginnt an der A 59 am Autobahndreieck Nordost (bis 03/2009: Beuel) im Bonner Stadtbezirk Beuel und führt in westlicher Richtung vorbei am Stadtteil Geislar und der Anschlussstelle Bonn-Beuel (früher: Bonn-Beuel-Nord). Anschließend wird der Rhein wird von der Friedrich-Ebert-Brücke („Nordbrücke“) überquert, deren Vorlandbrücken am Graurheindorfer Hafen entlangführen. Westlich des Rheins führt die Autobahn in den Stadtbezirk Bonn über eine 660 m lange Hochstraße bis zur AS Bonn-Auerberg und weiter zum Kreuz Bonn-Nord mit Verbindung zur A 555 in Richtung Köln und zum Verteilerkreis, der das Gewerbezentrum der Nordstadt erschließt. Ab dort führt die Autobahn in südlicher Richtung mit der unmittelbar folgenden Anschlussstelle Bonn-Tannenbusch und erneut über eine 630 m langen Hochstraße, den sogenannten „Tausendfüßler“, durch die Industrie- und Gewerbeflächen der Weststadt bis zur AS Bonn-Endenich, an der das „Endenicher Ei“ mit der Bundesstraße 56 die Autobahn überführt. In der AS Bonn-Poppelsdorf führt die A 565 in einem Bogen in Richtung Südwesten in den Stadtbezirk Hardtberg. Die Anschlussstellen Endenich und Poppelsdorf waren bei der Eröffnung eine Doppelanschlussstelle. Wegen vieler Unfälle wurde diese jedoch bereits einige Jahre später umgebaut. Alte Brückenbauwerke zeugen heute noch von der ehemaligen Funktion. Unbenutzbar wurde dabei die Auf- und Abfahrt vom Endenicher Ei von und zur A 565 aus Richtung Meckenheim zugunsten der Anschlussstelle Poppelsdorf, von der aus man weiterhin aus und in Richtung Beuel fahren kann.

Blick auf den Hardtbergaufstieg im Bereich Lengsdorf

Richtung Meckenheim folgen die Anschlussstellen Bonn-Lengsdorf, die anfangs das provisorische Ende der Strecke darstellte. Innerhalb eines Ohres der AS befindet sich ein Wohnhaus, dessen Eigentümer nicht umsiedeln wollte. Die Autobahn trennt die Hainstraße (nördlich) von der Lengsdorfer Hauptstraße (südlich), welche früher als B 257 von der Kreuzung Euskirchener Str./Erich-Hoffmann-Str. von der alten B 56 (Euskirchener Straße) abzweigte und nach Meckenheim führte.

Blick vom Hardtberg auf die Kölner Bucht

Es folgt die Anschlussstelle Bonn-Hardtberg, die zum Konrad-Adenauer-Damm, einer wichtigen Schnellstraße Hardtbergs, führt.

Die Autobahn verläuft weiter in südlicher Richtung zwischen den Stadtteilen Brüser Berg im Osten und Ückesdorf im Westen vorbei an Röttgen durch den zum Bonner Stadtgebiet gehörenden Kottenforst. Nach knapp 7 km folgt die Anschlussstelle Meckenheim-Nord, die sich noch auf dem Gebiet der Stadt Bonn befindet. Auch diese AS diente einst als provisorisches Ende. In einem Bogen führt die Autobahn vorbei an dem Ortsteil Merl und der gleichnamigen Anschlussstelle, die ebenfalls teilweise auf Bonner Stadtgebiet am Rande des Kottenforstes liegt. Nahe dem Meckenheimer Stadtteil Altendorf befindet sich das Autobahnkreuz Meckenheim mit Verbindung zur A 61. Die A 565 führt noch gut 1 km weiter über die Grenze zu Rheinland-Pfalz bis zum Grafschafter Ortsteil Gelsdorf, wo sie in die Bundesstraße 257 mündet. Diese ist noch ein kurzes Stück mit Seitenstreifen und planfreien AS ausgebaut, bevor diese in eine normale Außerortsstraße mündet.

Ausbauzustand

Die A 565 ist großteils vierspurig ausgebaut. Zwischen dem Dreieck Bonn-Nordost und Bonn-Beuel ist die Autobahn sechsspurig und im weiteren Verlauf bis Bonn-Auerberg sowie zwischen Bonn-Auerberg und dem Kreuz Bonn-Nord existieren ebenfalls 6 Spuren, wovon die äußeren beiden jedoch als überlange Beschleunigungs- und Verzögerungsspuren für die Anschlussstellen ausgelegt sind. Außerdem hat die A 565 in Richtung Meckenheim von Bonn-Lengsdorf bis hinter Bonn-Hardtberg drei Fahrstreifen ("Kriechspur" wegen der starken Steigung). Erst nach Eröffnung der Autobahn wurde ein Standstreifen hinzugefügt.

Einige der Anschlussstellen, besonders im dicht bebauten Stadtgebiet von Bonn sind nur als Halbanschlussstellen ausgelegt. An der Anschlussstelle Bonn-Tannenbusch besteht eine Auf- und Abfahrt in Richtung Süden. Der Verkehr in Richtung Norden wird über den Verteilerkreis und das Autobahnkreuz Bonn-Nord geleitet. Die Anschlussstelle Bonn-Endenich ist zwar voll ausgebaut, die Rampen in südlicher Richtung führen aber nicht auf die Autobahn sondern auf den Autobahnzubringer Reuterstraße an der Anschlussstelle Bonn-Poppelsdorf. In diesem Bereich befinden sich Parallelfahrbahnen, die den Anschluss ermöglichen würden, aber ungenutzt sind. Der Bereich dieser beiden Knoten ist eine Kombination aus Doppelanschlussstelle und Autobahndreieck in Form einer Trompete. An der Anschlussstelle Meckenheim-Nord kann die Autobahn nur von und in Richtung Bonn genutzt werden.

Bereich des einst geplanten Kreuzes Bonn-West

Als Bauvorleistung gibt es eine Brücke zwischen Bonn-Hardtberg und Meckenheim-Nord, wo die A 565 einst an die geplante A 56 angeschlossen werden sollte. Das Kreuz hätte dann Kreuz Bonn-West geheißen.

Im Kreuz Meckenheim muss man auf die Abbiegespur wechseln um dem weiteren Verlauf der A 565 zu folgen. Der Straßenverlauf führt auf die A 61 in Richtung Süden (TOTSO).

Im rechtsrheinischen Teil beträgt das Tempolimit 100 km/h. Zwischen Bonn-Auerberg und Bonn-Lengsdorf beträgt das Tempolimit weitgehend 80 km/h. Ab Bonn-Lengsdorf war bis zur Anschlussstelle Meckenheim-Merl 120 km/h erlaubt. Dieses Limit wurde 2007 auf 130 km/h angehoben, gleichzeitig aber bis zum Kreuz Meckenheim ausgeweitet. Im Bereich Meckenheim-Merl und vor dem Kreuz Meckenheim gilt 100 km/h.

Als Besonderheit ist auf der A 565 das Verkehrszeichen 142 StVO ("Wildwechsel") zu finden, obwohl es Wildzäune gibt. An einer Autobahn dürfte das Verkehrszeichen aber sehr selten zu finden sein.

Geschichte

Der älteste Abschnitt der A 565 entstand 1959 als Kraftwagenstraße EB 9, die als Abzweig von der Kraftwagenstraße nach Köln (in Höhe des heutigen Kreuz Bonn-Nord mit der heutigen A 555) über den Tausendfüßler nach Endenich führte und in Höhe des heutigen "Endenicher Eis" provisorisch endete. In der zweiten Stufe wurde die damals noch als Bundesstraße EB 56 ohne Standstreifen ausgebaute Strecke in einem Trog zwischen Endenich und Poppelsdorf zur damaligen Stadtgrenze an der Ausfahrt Lengsdorf geführt. Dabei wurde die Anschlussstelle Poppelsdorf als trompetenförmiges Autobahndreieck mit einer weiteren Schnellstraße im Trog ausgeführt. Dieser Stutzen wurde provisorisch an die Reuterstraße angeschlossen, sollte aber später durch den sogenannten Reutertunnel an die damals geplante Stadtautobahn B 9n auf der tiefergelegten Bahntrasse angeschlossen werden. Mit Ausnahme der wegen Unfallgefahr stillgelegten südlichen Anschlüsse der AS Endenich, die höhengleich durch das Dreieck Poppelsdorf führten, befindet sich dieser Abschnitt noch im damaligen Ausbauzustand.

Die nächste Verlängerung erfolgte 1967 im Zuge der „Nordtangente“: Die B 56n wird vom Kreuz Bonn-Nord über die neue Rheinbrücke bis zum Dreieck Beuel verlängert, wo sie an die im Bau befindliche „Flughafenautobahn“ A 170 (heute A 59) angeschlossen wird.

Mit der Verkehrsfreigabe des Hardtbergaufstiegs von Lengsdorf und der Weiterführung durch den Kottenforst bis zur heutigen Anschlussstelle Meckenheim-Nord wurde die B 9n/B 56n/B 257n 1971 zur Autobahn A 221 aufgestuft. Die Anschlussstelle Hardtberg wurde jedoch erst nach Eröffnung der Autobahn fertiggestellt. 1973 folgte zunächst der Abschnitt von Gelsdorf bis zum Autobahnkreuz Meckenheim und 1975 der Lückenschluss zwischen Kreuz Meckenheim und Meckenheim-Nord.

Die heutige Bezeichnung A 565 trägt die Autobahn seit 1974. Zeitgleich wurde auch an den Stellen, an denen es möglich war, ein Standstreifen angebaut. Trotzdem ist der Ausbaustandard noch nicht durchgehend auf heutigem Autobahn-Niveau.

Am 28. November 2005 wurde auf zwei Kilometern zwischen dem damals so genannten Autobahndreieck Bonn-Beuel (heute Bonn-Nordost) und der Friedrich-Ebert-Brücke ein erster Ausbauabschnitt freigegeben, bei dem der ehemalige Standstreifen nun ein dritter Fahrstreifen ist. Dazu mussten umfangreiche Hangsicherungen und Unterbauverstärkungen vorgenommen werden. Der bituminöse Oberbau wurde komplett erneuert und die Beschilderung von Einzelschildern am Rand auf Schilderbrücken umgestellt.

Ausbaupläne

A 565 in Bonn: Anschlussstelle Bonn-Poppelsdorf

Ein vollständiger dreispuriger Ausbau des hochbelasteten Abschnitts in Bonn wurde lange Zeit zugunsten der Planungen für die Südtangente zurückgestellt. Da dieses Projekt voraussichtlich in den nächsten Jahrzehnten nicht verwirklicht wird, wurde Ende Dezember 2005 ein Ausbau der A 565 erneut von Lokalpolitikern beider großen Parteien in die Diskussion gebracht. Für den dreispurigen Ausbau des Abschnitts zwischen der Anschlussstelle Endenich und dem Kreuz Bonn-Nord ließ die Stadt Bonn 2006 eine Machbarkeitsstudie erstellen, die zwei Ausbauvarianten für machbar hält:

  1. Ersatz des derzeitigen Brückenbauwerks zwischen Poppelsdorf und Tannenbusch („Tausendfüßler“) durch eine neue, kürzere Brücke und erweiterte Dämme (Kosten ca. 121 Mio €)
  2. Tieferlegung der Autobahn in einen Trog (Kosten ca. 155 Mio €)

Außerdem wird eine Kapazitätssteigerung des Kreuzes Bonn-Nord durch eine „Überflieger“-Brücke von der A 555 aus Richtung Köln zur A 565 in Richtung Friedrich-Ebert-Brücke und einer zusätzlichen Abbiegemöglichkeit von der A 565 aus Richtung Poppelsdorf zum Potsdamer Platz vorgeschlagen. Allerdings wird ein Ausbau der Autobahn bis 2020 wegen der hohen Kosten derzeit nicht für realistisch gehalten, zumal er auch nicht im Bundesverkehrswegeplan enthalten ist.

Von April 2006 bis Dezember 2007 wurde der „Tausendfüßler“ umfassend saniert. Die Baustelle führte zu einer weiteren Verschärfung der prekären Verkehrslage auf diesem Autobahnabschnitt. Im Berufsverkehr entstanden dort täglich lange Staus.

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