Bindungspatrone

Als Bindungspatrone bezeichnet man in der Weberei die schematische Darstellung einer Bindung.

Die drei Grundbindungen sind:

Früher wurde sie mit der Hand auf sogenanntem Patronenpapier erstellt, heute verwendet man Computer für das Gewebedesign.

Man benutzt für die Patrone quadratische oder rechteckige, aneinander grenzende Felder, jedes Feld stellt eine Ketthebung (Kettfaden über Schussfaden) in rot oder -senkung (Kettfaden unter Schussfaden) in weiß im Gewebe dar. Die Kette verläuft dabei von oben nach unten, der Schuss von links nach rechts.

Der Ausgangspunkt beim Erstellen und späteren „Lesen“ der Patrone ist in der Regel unten links (1. Kettfaden, 1. Schussfaden).

Die Patrone zeigt dem Weber Ketthebungen (als farbige Fläche) und Kettsenkungen (als weiße Fläche). Der Rapport, das ist das sich wiederholende Bindungsmuster, wird dabei fett eingerahmt oder in einer anderen Farbe dargestellt.

Eine Bindungspatrone

Das Bild zeigt eine Bindungspatrone (für eine Leinwandbindung), dabei sind:

  • 1 = Rapport
  • 2 = Verlauf der Kettfäden
  • 3 = Verlauf der Schussfäden
  • rotes Feld = Ketthebung (Kettfaden oben)
  • schwarzes Feld = Ketthebung im Rapport
  • weißes Feld = Kettsenkung (Schussfaden oben)

Eine Bindung wird als gleichseitig bezeichnet, wenn die Anzahl an Ketthebungen und -senkungen im Rapport gleich ist - dies bedeutet jedoch nicht, dass beide Seiten des Gewebes gleich aussehen! Überwiegen Hebungen oder Senkungen, so spricht man von einseitigem Gewebe.


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