Binsenschneide
Binsenschneide
Binsenschneide (Cladium mariscus)

Binsenschneide (Cladium mariscus)

Systematik
Monokotyledonen
Commeliniden
Ordnung: Süßgrasartige (Poales)
Familie: Sauergrasgewächse (Cyperaceae)
Gattung: Schneiden (Cladium)
Art: Binsenschneide
Wissenschaftlicher Name
Cladium mariscus
(L.) Pohl

Die Binsenschneide (Cladium mariscus), auch Schneidried[1] oder Schneide genannt, ist eine Sumpfpflanze aus der Familie der Sauergrasgewächse (Cyperaceae). Die Art ist wintergrün und ein ausdauernder Kryptophyt bzw. Hydrophyt. Ihre sehr scharf gezähnten, starren, schneidigen Blätter können bei Berührung Verletzungen hervorrufen.

Inhaltsverzeichnis

Verbreitung

Die Binsenschneide tritt meist an Rändern von Gewässern auf. Solche sehr feuchten Stellen sind häufig saisonal überflutet, oder können zeitweilig trockenfallen. Meist handelt es sich um relativ kleine Standgewässer wie Seen, Teiche, Tümpel oder Gräben. Die Pflanze kommt jedoch auch in Brachen von Niedermooren vor. Sie bevorzugt schlammigen, kalkhaltigen Boden. In Deutschland sind ihre Bestände bedroht u. a. durch die Absenkung des Grundwasserspiegels und der Kultivierung von Mooren. In vielen Bundesländern steht sie deshalb auch auf der Roten Liste der Gefäßpflanzen. Sie kommt in allen Teilen von Deutschland relativ selten vor. Ihr Verbreitungsareal reicht von Mitteleuropa bis West-Asien. Dort kommt sie nur in den temperierten Zonen des Flachlandes vor. Einzelne größere Bestände gibt es noch auf der Insel Gotland in Schneidriedsümpfen (Agmyr). Das Gras, schwedisch Ag, wurde dort früher zum Decken der Dächer von Häusern und Schafunterständen verwendet.

scharf gezähnte, dicke Blätter der Binsenschneide
Mit Schneidried gedecktes Dach eines Gotländischen Hofes

Erkennungsmerkmale

Die Binsenschneide wird etwa 80 cm bis 2 m groß, besitzt lange Ausläufer und bildet meist an Gewässerrändern große, dichte Bestände aus. Der dicke, etwas dreikantige Stängel ist bis zum Blütenstand beblättert. Die Blätter sind zwischen 0,7 cm und 1,5 cm breit und am Rand sehr scharf gezähnt. Die unauffälligen Einzelblüten stehen in einer endständigen, köpfchenförmigen Spirre, die zudem mehrere seitenständige Nebenspirren ausbildet. Diese wird bis zu 70 cm lang. Jede Einzelblüte weist 3 Narben auf.

Literatur

  • Werner Rothmaler (Begr.), Eckehart J. Jäger, Klaus Werner (Hrsg.): Exkursionsflora von Deutschland. Band 4. Gefäßpflanzen: Kritischer Band. 10., bearb. Auflage. Elsevier, Spektrum Akademischer Verlag, München, Heidelberg 2005, ISBN 3-8274-1496-2. 

Einzelnachweise

  1. Verzeichnis der Syntaxa im Tabellenband der „Pflanzengesellschaften Mecklenburg-Vorpommerns und ihre Gefährdung“. Berg, C. et al., 2001, S. 2, abgerufen am 23. September 2010 (download): „12.2b Unterordnung: Kalk-Sumpfsimsen- und Schneiden-Riede mäßig nährstoffarmer, kalkreicher Senken- und Uferstandorte“.

Weblinks

 Commons: Cladium mariscus – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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